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Flop: Volksfest ohne Authentizität

14. März 2007
von


Irgendwann kommt offenbar jedem Unternehmen der Gedanke, doch mal die Mitarbeiter für eine Kampagne einzusetzen. Das beweist Anfassbarkeit und Bodenständigkeit, und das Personal fühlt sich auch mal in der Öffentlichkeit gewürdigt. Auch Erdinger setzt die Idee in fünf aktuellen TVSpots um, die alle nach dem gleichen Prinzip funktionieren: Ein stereotypes Volksfest ist zu sehen, auf dem nun unter anderem einer der Mitarbeiter “Auf ihr Wohl” wünscht.

Authentizität kommt dabei allerdings überhaupt nicht rüber, nicht nur wegen der so bekannten wie unrealistischen Dirndl- Atmosphäre. Die neuen Testimonials dürfen dem Zuschauer wirklich nur zuprosten, ansonsten werden sie nicht greifbar.

Die erläuternden Einblendungen sind auch eher kontraproduktiv: “Andreas Forster — Schanktechnik”, heißt es da, oder “Sybille Berger — Messeteam”. Das kann man durchaus persönlicher ausdrücken. So richtig glaubt man bei Erdinger wohl auch nicht an das Mitarbeiter-Konzept, denn am Ende der Spots taucht doch wieder unweigerlich Kaiser Franz Beckenbauer auf und verbreitet bierselige Langeweile.

Von Klaus Janke

Kunde: Privatbrauerei Erdinger Weißbräu, Erding
Agentur: Signalwerk, München
Filmproduktion: Naumann Film, München

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Kommentare zu “ Flop: Volksfest ohne Authentizität ”

  1. Oscar am 14. März 2007 um 19:05 Uhr

    Wusste gar nicht, dass Erdinger dem Kaiser gehört. Perfekt auf den Off-Spruch “kümmert sich der Inhaber noch persönlich” geschnitten taucht der Franz im Bild auf.

  2. spike am 15. März 2007 um 09:07 Uhr

    Was mich wunder ist ja: seit wann heißt es DER Erdinger Weißbräu?

  3. Oscar am 15. März 2007 um 17:07 Uhr

    Weil’s im Bayrischen “der Bräu” heißt. Kommt wohl von der alten Berufsbezeichnung Bräuer (hochdeutsch Brauer). Der ist eindeutig männlich.

    Der Bräu ist die Brauerei, also vom Erzeuger abgeleitet, und heute noch oft die Bezeichnung für einen Gasthof (dort, wo früher noch gebraut wurde). Außerdem geht es in dem Spot ja um das Unternehmen.

    Wenn es “das Erdinger Weißbräu” heißen würde, würde man sich auf das Ergebnis der Baukunst beziehen – das Gebräu.

  4. spike am 16. März 2007 um 11:42 Uhr

    und ich als Emporkömmling Frankens, dem Land mit der höchsten Brauereidichte Deutschlands, weiß das nicht. Oscar, vielen Dank!

    Dennoch: Verwirrend ist’s schon, oder?

  5. Oscar am 17. März 2007 um 16:44 Uhr

    >>Dennoch: Verwirrend ist’s schon, oder?

    Kann man so sagen. Aber frag doch lieber mal, warum der Bayer an sich “der Radio” sagt oder “der Butter” :-)

  6. alleswirdgut am 27. März 2007 um 16:34 Uhr

    äh?
    Wem ist das Bier?
    (norddeutsch)

  7. Meikel am 19. April 2007 um 16:43 Uhr

    Aber Pils seid Ihr beide, oder

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