Spießer Alfons: Auffällige Auris-Werbung
Es war ein historischer Moment in der deutschen Werbung: Toyota fuhr mit seinem Auris die größte Plakatkampagne aller Zeiten. 200 000 Anschläge auf das deutsche Volk. Großflächen, Citylight und Litfaßsäule — alles war belegt und beklebt. Eine Kampagne, die gut und gern 25 Millionen Euro als Streukosten verursacht hat.
Ist das Mut von Toyota? Oder Übermut? In den Augen von Spießer Alfons ist es so: Gute, also aufmerksamkeitsstark gestaltete Werbung braucht weniger Streuvolumen. Für schlechte, also weniger aufmerksamkeitsstarke Werbung bedarf es hingegen mehr Mediaeinsatz. Klassische Beispiele: die Sixt- Kampagne auf der einen, die Ferrero- Werbung auf der anderen Seite. Wobei die Zuordnung Euch nicht schwerfallen dürfte. ![]()
Betrachten wir aus diesem Blickwinkel die Toyota-Plakate, dann erkennen wir: Der Mediaeinsatz ist durchaus gerechtfertigt. Und wenn sich schon die Kreativen kein Denkmal gesetzt haben, dann doch wenigstens die Mediaplaner, die dafür gesorgt haben, dass man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr erkennen konnte. Mit der Hälfte des Geldes hätte man freilich auch eine Kampagne machen können, die nicht weniger aufgefallen wäre als die Gießkannenstreuung, aber dazu hätten die Japaner erst mal jemanden finden müssen, der was von guter Werbung versteht.
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Mich hat vor allem gewundert, dass der ebenfalls massig ausgestrahlte TV-Spot (Mann will nicht über Klippe fahren) in keinem Zusammenhang mit den Plakat stand, nicht mal den gleichen “Augen auf”-Slogan hatte. Irgendwie nicht zu Ende gedacht.
Was ich richtig gut und witzig fand, waren die Rolldownplakate mit dem Bungee Jumper, bei denen man auf dem ersten Bild nur einen schwarzen Strich sah, und beim Wechsel zum zweiten Bild den Jumper am Seil.
Ansonsten hat mich die Werbung regelrecht “erschlagen”. Mehr aber auch nicht.
Im Fontblog wurde die Auris-Kampagne kontrovers diskutiert:
http://www.fontblog.de/toyotas-werbe-wahnsinn-2
Mir wär es nicht weiter aufgefallen, wenn es nicht irgendwo mal gestanden hätte. Also: “Der Mediaeinsatz ist durchaus gerechtfertigt.”. Zustimmung. Und schon wieder vergessen.
Achja, es war der Auris von Toyota. Hätte auch Honda gewesen sein können. Und eine Woche nach dem Spuk hat man es schon wieder vergessen.
Gut gebrüllt, Löwe!
Danke für Deinen Kommentar, Ansgar! Apropos Löwe: Weil dieses Tier für die deutschen Werber eine größere Rolle in Cannes spielt als am Point of Sale in Castrop-Rauxel, möchte Spießer Alfons kein Löwe sein, sondern sieht sich mehr in der Rolle als Hyäne in der deutschen Werbung
Auch gut. Hyänen gehören schließlich auch zur Gattung der Raubkatzen.