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Wenn Startups von irrealen TKPs träumen

18. März 2007
von Olaf Kolbrück

Internet-Pionier Jens Kunath weilt gegenwärtig in Deutschland, um sein Geld unter die Leute zu bringen auf der Suche nach vielversprechenden Investments bei Startups. Dabei musste er innerhalb weniger Tage gleich zweimal Lehrgeld zahlen. Einmal in Sachen brauchbarer Rechtsformen für Startups und beim zweiten Mal, als es um die Kalkulation der Werbeeinnahmen in den Businessplänen der Startups ging.

“Da werden zum Beispiel einfach die Bruttopreise aus den Mediadaten großer Portale in die Kalkulation übernommen. So landet dann plötzlich ein TKP von 50€ für ein Fullbanner 468—60 in einem Businessplan. Es wird weder berücksichtigt, dass die Werbekunden Rabatte erhalten, dass der Vermarkter eine Provision für seine Tätigkeit haben möchte und das natürlich auch keine Auslastung von 100% erreicht werden kann. Ganz davon abgesehen, dass 50€ TKP für einen Fullbanner ein absoluter “Mondpreis” ist. Ich wage zu bezweifeln, dass es noch viele Werbetreibende gibt, die mehr als einen einstelligen TKP für ein Fullbanner (468—60) oder auch ein Bigsize-Banner (728—90) zahlen. Ich möchte nicht zu viel aus dem Nähkästchen plaudern. Aber als ich vor 3-4 Jahren große Budgets bei den namhaften deutschen Portalen eingebucht habe, habe ich noch nicht einmal 1 Euro TKP bezahlt.”

Man weiß nicht, ob man lachen, weinen oder die Haare raufen soll. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass der kursierende Grundverdacht (“alles schon mal dagewesen”) gegen all die sexy und hippen Startups nicht immer ganz unfair ist. Von Olaf Kolbrück

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Kommentare zu “ Wenn Startups von irrealen TKPs träumen ”

  1. Uwe Frers am 19. März 2007 um 09:23 Uhr

    Ich musste wirklich schmunzeln, als ich diesen Bericht gelesen habe. Zuletzt habe ich Ähnliches 2000 in einem großen deutschen Medienunternehmen erlebt, als ein Controller eine großartige Rechnung aufgestellt hat: Anzahl der Werbeplätze auf dem Werbeträger mal TKP mal Reichweite. Der prognostizierte Umsatz war phänomenal. Die Quasipleite ein Jahr später katastrophal.
    Ich würde die Beobachtung von Jens aber keinesfalls pauschalieren. Viele junge Unternehmen werden von alten Hasen gegründet, die das notwendige Handwerkszeug mitbringen. Die anderen Startups mit frischen Ideen aber mangelnder Erfahrung in BWL (insbesondere Controlling und Sales) brauchen dann eben Macher wie Jens Kunath. Warum gibt es sonst “Business Angels”?

  2. Elbpirat am 19. März 2007 um 12:07 Uhr

    Macher wie Jens Kunath? Muss das sein? Ein Blick auf seine Historie als Anbieter von diversen Aktivitäten wie z.B. sexy Dialerdiensten (www.4men.de) und Beschenker von Usern mit Millionengewinnen bei Bonusnet.de zeigt, das es keine Werbeeinnahmen braucht, um reich zu werden. Besser geeignet ist hier das Abschalten von Werten und Normen. Merke: Wer Jens Kunath als Internet Pionier bezeichnet, macht den Bock zum Gärtner. Das Auftauchen dieser alten Hasen, die sich nun als Business Angels gerieren, zeigt, das wir wieder in einer heissen Phase wie anno 99 mit spekulativen Investments sind.

  3. Thomas Praus am 19. März 2007 um 12:38 Uhr

    Es kann ja auch nicht sein, dass das Businessmodell von 80% der Startups Werbung ist. Natürlich ist das ein Wachstumsmarkt und natürlich kann man bei einer gut besuchten Seite auch damit Geld verdienen. Aber ich finde es angesichts der ökonomischen Möglichkeiten, die sich mehr als je zuvor mit dem Internet und inzwischen einer Menge kompetenter Nutzer bieten, etwas langweilig und kurz gedacht.

  4. Jebabb am 19. März 2007 um 18:13 Uhr
  5. Jens Kunath am 26. März 2007 um 16:01 Uhr

    @Jebabb & Elbpirat:

    Ich habe bereits vor einigen Wochen in meinem Blog zu den Entwicklungen bei bonus.net Stellung genommen. Dabei habe ich auch eigene Fehler eingestanden.

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