H&M und die dürren Antworten von der Stange
Das Management bei H&M gehört nicht gerade zu den gesprächigsten. Und so kann einem die Kollegin der “Süddeutschen” fast schon leid tun, bei ihrem unermüdlichen Versuch, den Vorständen Rolf Eriksen und Karl-Johan Persson in einem Interview mehr als nur ein paar Platitüden und Antworten von der Stange über H&M und die neue Marke COS zu entlocken.
Die Antworten der Herren geraten extrem kurzatmig und man leidet, angesichts eigener Erfahrung in diversen weiß gekalkten Besprechungsräumen mit Metallrohrgestühl regelrecht mit. Beispiele aus dem SZ-Interview:
SZ: Wie groß schätzen Sie den europäischen Markt für dieses Segment ein?
Eriksen: Wir haben keine Zahl. Aber da ist Platz für viele Geschäfte.
….
SZ: Wer sind denn Ihre neuen Wettbewerber?
Eriksen: Wir nennen keine Namen. Aber es gibt reichlich Konkurrenz.
…
SZ: Wie viel Geld haben Sie bis heute in den Aufbau der Marke gesteckt?
Eriksen: Wir weisen für COS kein gesondertes Budget aus.
….
SZ: Wann wird COS die Gewinnschwelle erreichen?
Persson: Das kommt auf unsere Expansionsrate an.
…
SZ: Gibt es einen Notfallplan, falls COS scheitert?
Persson: COS wird ein Erfolg werden.
Dennoch: Man muss der “SZ” Respekt zollen, dass die Journalistin nicht einfach aufgestanden ist, sondern penetrant weiter nachgefragt hat. Auch wenn es immer wieder nur tröpfchenweise Informationen gab. Man fragt sich lediglich warum Unternehmen wie H&M dann überhaupt ein Interview geben, wenn sie eigentlich gar nichts sagen wollen , außer für eine neue Marke auf den Busch zu hauen.
Von Olaf Kolbrück
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