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Spießer Alfons: ADC-Silber für braune Kacke

27. März 2007
von

Dass Spießer Alfons den Juroren des ADC (= Anhänger des Chauvinismus) fachlicheadc_logo.jpg Kompetenz abspricht, ist nicht neu; schließlich hat der Spießer schon mehrfach aufgezeigt, dass die Damen und Herren weder objektiv noch sachkundig urteilen. Und seit dem vergangenen Wochenende haben sie den Gipfel der Geschmacklosigkeit nicht nur erreicht, sondern auch überschritten.

 

Corpus delicti: In einem Funkspot der Werbeagentur Flemming Pfuhl für die Buchhandlung Cohen und Dobernigg wird für einen Reiseführer über Madeira die Stimme von Adolf Hitler imitiert. Der Führer für einen Führer — ist das nicht lustig? Die ADC-Jury hat sich vor Vergnügen in die Hose geschissen und die braune Kacke versilbert.

Spießer Alfons meint: Hitler als Testimonial in der deutschen Werbung ist so dämlich, dass es kaum noch zu unterbieten ist. Oder hätte der ADC bei gleicher Machart für einen Reiseführer über Israel womöglich sogar Gold gegeben…?

Spießer Alfons fordert ADC-Vorstandssprecher Michael Preiswerk auf, den Nagel sofort wieder zurückzunehmen und sich öffentlich für dieses Vergehen zu entschuldigen! Wer sich der spießigen Forderung anschließt, möge sich an dieser Stelle bitte melden!

 

Update: Der ADC scheint gerade unter der Nachfragelast zusammenzubrechen.

Der Werbeblogger hat den Spot besser verlinkt. Ich leih mir den Link gerade mal aus :

http://80.86.167.177/wettbewerb2007/preview/00072146p.mov

Update II: Wie es scheint hat sich der ADC-Server von seinem Schnupfen erholt.

Update III: Patrick Breitenbach hat hier eine Hitler-Nummer vom Kempertrautmann für Comedy Central entdeckt.

 

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Kommentare zu “ Spießer Alfons: ADC-Silber für braune Kacke ”

  1. 50hz am 27. März 2007 um 13:50 Uhr

    Angeschlossen! Für den Erfolg der Aktion wäre es aber bestimmt zuträglich, wir könnten und den Spot irgendwo anhören.

  2. Claus Thaler am 27. März 2007 um 14:20 Uhr

    Hören kann man den Spot unter http://www.adc.de.

  3. kaffeekanne am 27. März 2007 um 14:39 Uhr

    Es ist einfach unanständig, wenn Hitler nun für die Werbung hoffähig wird.

  4. admin am 27. März 2007 um 14:42 Uhr

    Hier noch ein genauerer Link:
    http://www.adc.de/servlet/PB/m.....ge=1012648

  5. Thomas am 27. März 2007 um 14:50 Uhr

    Grausamer als alles, was ich je gehört habe.
    Entsetzlich schlechte Idee.

  6. Claus Thaler am 27. März 2007 um 14:59 Uhr

    Mal ganz abgesehen von der “Qualität” des Spots: Ist Cohen & Dobernigg nicht eher so eine Art Fachbuchhandlung für Literatur, Design und Kunst? Und ganz bestimmt nicht spezialisiert auf Reise-Führer?

  7. Lucas von Gwinner am 27. März 2007 um 15:34 Uhr

    Wahre Worte vom Spießer!

  8. Fabian am 27. März 2007 um 15:45 Uhr

    Weder besonders kreativ noch lustig. Das mag ja in einer Komödie (Der Wixxer) funktionieren, aber hier wird es deutlich überstrapaziert. Traurig das es dafür einen Nagel gab.

  9. Matthias am 27. März 2007 um 16:14 Uhr

    Wieso die Aufregung?
    Der Spot erfüllt doch alle Kriterien für einen echten Award-Knaller:

    Kein Schwein hat das Ding vorher je gehört (wahrscheinlich weil es exakt einmal auf Radio Sonnenschein 109,14 gesendet wurde).

    Kaum einer kennt den Kunden.

    Keinen interessiert es, ob die Werbung “gut” ist im Sinne von erfolgreich – Hauptsache ein echter Schenkelklopfer für die Jury.

  10. Michael Muth am 27. März 2007 um 16:54 Uhr

    So wie es eine Verbot zur Nutzung nationalsozialistischer Symbole und Werke gibt, sollte schon aus diesem Grund jegliche Audiowerbung mit der Stimme von Adolf Hitler verboten werden.
    Cui bono?
    Wahrscheinlich nur rechten und anderen Dumpfbacken, die meinen im Namen der Kreativität sei alles erlaubt.

  11. Christoph am 27. März 2007 um 17:11 Uhr

    Vielen Dank für den Hinweis und die klaren Worte, Herr Spießer.
    Meine Meinung:

    1. Satire darf alles, Werbung definitiv nicht.

    2. Man kann sich mit Walter Moers, Dani Levy usw. (vielleicht auch mit Kempertrautmann/Comedy Central) ÜBER Hitler, Nazis u.ä. lustig machen.
    Bevor ich MIT Hitler lache, wie er in seiner vermeintlichen, fast schon charmanten, Eigenart für ein beliebiges Produkt Stimmung macht, muss ich Verstand, Bildung und Ethik entsorgen, z.B. in einer schlechten Agentur.

    3. Wer soll sich denn von AH als Testimonial angesprochen fühlen? Und wer soll sich am Ende noch für den Buchladen interessieren, nachdem die “witzige Idee” schier endlos ausgewalzt worden ist?

    4. Schwache Leistung nicht nur von Agentur und ADC, sondern auch vom ausstrahlenden Sender und vom Auftraggeber. Das ausgerechnet ein – eigentlich recht sympathisch wirkender – Buchladen so etwas Dummes verantwortet…
    Vielleicht frage ich mal direkt bei Cohen + Dobernigg, was man sich dabei gedacht hat.

  12. Peter am 27. März 2007 um 18:03 Uhr

    der spot ist weder kreativ, noch lustig, noch auf einem realen kundenauftrag basierend. einfach nur ein platter kalauer, der im adc-buch wirklich nichts zu suchen hat. ganz abgesehen davon, dass hitler in der werbung nichts zu suchen hat.

  13. Jörg Rentrop am 27. März 2007 um 18:16 Uhr

    Geschmacklos, ideenlos, unwitzig. Und selbstverständlich schaltet eine Buchhandlung 60-Sekünder, schon klar. (Wieso braucht man für so eine Story so viel Zeit? Selbst wenn man den Spot tatsächlich gut findet, könnte man ihn doch in der Hälfte der Zeit deutlich spannender realisieren.)

  14. Matthias am 27. März 2007 um 18:23 Uhr

    Eine Schande. Es beweist, dass Dummheit auch vor intelligenten Menschen nicht halt macht.

  15. Ach ja am 27. März 2007 um 20:13 Uhr

    Die armen Cohen & Dobernigg. Nachdem der ganze Mob die Schuldigen an ihren Nägel aufgehängt hat, steht man dann wahrscheinlich mit Schildern vor den Türen der Buchhandlung.
    “KAUFT KEINE REISEFÜHRER BEI FACHBUCHHANDLUNGEN, DIE EIGENTLICH GAR KEINE IM PROGRAMM HABEN, DIESE ABER IN FUNKSPOTS MIT EINEM HITLER-IMITATOR BEWERBEN,FÜR DIE SIE KEINEN CENT BEZAHLT HABEN UND DIE DANN AUCH NOCH ÜBERHAUPT KEINE IDEE HABEN, UND MIT 60 SEKUNDEN ZU LANG SIND, UM NOCH WITZIG ZU SEIN!”
    Oder worum ging es hier noch mal? Dass man Hitler nicht als Werbefigur verwenden sollte, unterschreibe ich. Aber, und dafür möchte ich mich an dieser Stelle entschuldigen, ich habe gelacht, und zwar so richtig. Deswegen sorry — ich komm nicht mit auf den Kreuzzug.

    .

  16. Ach ja am 27. März 2007 um 20:22 Uhr

    Und die Sommerzeit müsste hier auch mal umgestellt werden. Wenn mich nicht alles täuscht, habe ich den Kommentar eben um 21:13 geschrieben.

  17. Frank am 27. März 2007 um 21:09 Uhr

    uh, da ist wohl ein texter sauer :)

  18. admin am 27. März 2007 um 22:50 Uhr

    @frank, danke für den hinweis, sollte nun passiert sein. hoffe das macht keinen jetlag

  19. weaubeau am 28. März 2007 um 01:43 Uhr

    Manchmal ist Werbung halt doch morderne Alchemie und macht aus brauner Kacke silber. Spießer, guter Hinweis. Peinlich für die ADC-Jury und die Macher.

  20. knut am 28. März 2007 um 09:59 Uhr

    also auf der veranstaltung haben viele gelacht. ob die idee einen preis verdient hat ist auf jeden fall fragwürdig. das die meisten arbeiten nur
    für awards und nicht für den kunden gemacht wurden, sollte man die
    ganze veranstaltung hinterfragen und sich nicht auf einen bösen führer
    einschießen.

  21. Joachim Graf am 28. März 2007 um 10:23 Uhr

    Mal wieder ein peinliches ADC-Eigentor.

  22. Frank am 28. März 2007 um 10:23 Uhr

    Weg mit dem ADAC!

  23. Koenich Johann am 28. März 2007 um 11:40 Uhr

    Die Aktion ist unglaublich! Jeder vernünftige CD hätte seinen Texter dafür entlassen müssen!

    Interessant wäre folgende These: Ist es gar eine virale PR-Idee?
    1. Idee beim ADC was mit Hitler zu machen
    2. Jury bestechen
    3. Arbeit produzieren
    4. Einreichen und – wie zufällig – gewinnen
    5. Im Web eine hitzige Diskussion zu entfachen.

    Wenn dem so war, auch schade – vom Absender bleibt nicht viel übrig.
    Hitler löst sozusagen einen Vampir-Effekt aus.

  24. bloom am 28. März 2007 um 11:59 Uhr

    nicht nur, dass die hitler-verwendung voll daneben ist, der ganze spot ist so schlecht, dass ich mich gerade ein klein wenig erbrochen habe.

  25. movimage am 28. März 2007 um 13:02 Uhr

    Hallo. Ja auf der Veranstaltung haben wirklich einige gelacht. Aber bitte: wir sind ja in Deutschland, oder? Und wo, wenn nicht auf der ADC Veranstaltung wird über grottenschlechte Werbung gelacht… Der Hilter Imitator war ja noch nicht einmal gut. Dass alles eine Farce und nur für den Wettbewerb passiert ist, war ja schliesslich allen anwesenden klar, oder? Und leider hat beim wesentlich lustigeren Fox-Metzgerei-Spot niemand gelacht. Armes Volk von Gestrigen und verklemten Deutschen. Wacht endlich auf. Hitler ist nicht lustig. Und wenn DE so weitermacht, dauerts nicht mehr lange bis wir wieder einen kleinen AH haben. Alfons hat recht. So geht das nicht und der ADC degradiert sich selber. Als ob die miese Moderation und die unprofessionelle Veranstaltung nicht gereicht hätten. Schade.

  26. swissi am 28. März 2007 um 13:58 Uhr

    danke, danke deutschland!
    wenn so eine blöde braune kacke bei euch immer noch gewinnen kann,werden wir nächstes jahr mehr,mehr,mehr einreichen. die chancen dürften gut stehen – oder sind ausländefr dann nicht mehr erwünscht?

  27. Spießer Alfons am 28. März 2007 um 14:20 Uhr

    Mal eine spießige Zwischenfrage: Hat jemands von Euch etwas von Michael Preiswerk gehört oder gelesen…? Ist der noch beim ADC…?

  28. dieter am 28. März 2007 um 16:20 Uhr

    @spießer alfons

    gibt’s den adc noch?

  29. Spießer Alfons am 28. März 2007 um 16:40 Uhr

    Gute Frage, Dieter – ich denke, er hat sich nun aufgelöst, bzw. fusioniert mit dem ADAC. Und der Unterschied zwischen ADAC und ADC ist ja bekannt: Beim ADAC werden Pannen behoben, beim ADC werden sie gemacht :-)

  30. dieter am 28. März 2007 um 16:49 Uhr

    dann hat der adac ja jetzt einen neuen ups.

    @adc
    krieg ich für dieses wortspiel nen silbernen nagel?

  31. Frank am 28. März 2007 um 18:28 Uhr

    Der arme Sprecher, der den Auftrag bekommen hat. Ich hätte mich geweigert, sofern ich Werbesprecher wäre.

  32. Edo am 28. März 2007 um 22:14 Uhr

    Ich reich das nächste Mal einen Kuhfladen ein…

  33. Ist das alles? am 29. März 2007 um 11:02 Uhr

    Erst 36 Beiträge in 2 Tagen zu einem Thema, bei dem es immerhin um Adolf Hitler geht. So wird das aber nichts mit dem Rücktritt Preiswerks, der Selbstauflösung des verhassten ADC und der Gründung einer alternativen Organisation unter der (Entschuldigung) Führung des Herrn Alfons. Schade, da könnte man bestimmt mit humorigen Wortspielen der Güteklasse “ADC/ADAC” oder “Plagi-Art-Director” ordentlich Preise abräumen.
    Bevor mich jetzt jemand aus den falschen Gründen anuriniert: Ich hab weder mit dem ADC noch mit dem Hitler-Spot was zu tun.

  34. dieter am 29. März 2007 um 11:56 Uhr

    @ist das alles
    was soll uns dein beitrag sagen?

  35. Michael Preiswerk am 29. März 2007 um 17:50 Uhr

    Lieber Alfons Spiesser,

    ja, ich bin noch beim ADC und nehme gerne auch dazu Stellung: der ADC Wettbewerb und das Jury-System beruhen darauf, dass die eingereichten Arbeiten unter Berücksichtigung aller inhaltlichen und fachlichen Argumente bewertet werden. Dazu gehört natürlich auch die Frage nach inhaltlich-ethischen Gesichtspunkten. Die Argumente der derzeitigen Kritik, die an diesem Funkspot geübt wird, sind in der Jury diskutiert worden. Kreative leben ja nicht in einer Blase, sondern im Hier und Jetzt und sind sich gesellschaftlich kritischer Themen durchaus bewusst. Trotz allem Für und Wider hat die 12-köpfige Jury aus erfahrenen Top-Kreativen den gemeinsamen Entschluss gefasst, dass der Spot inhaltlich keine Grenzen überschreitet, den Kriterien einer Parodie entspricht und nach den Wettbewerbs-Kriterien des ADC Silber verdient hat. Die Jury war der Meinung, dass im Kontext des gesellschaftlichen Umgangs mit Hitler heute, eine solche Parodie vom Hörer auch als solche verstanden wird. Der Spot ist eindeutig als Parodie angelegt, in der zwar Hitlers Sprachduktus imitiert wird, der Text aber in keinem Punkt auf historisches Geschehen anspielt oder tatsächliche Aussagen von Hitler zitiert. Uns ist außerdem nicht bekannt, dass sich Radio-Hörer beschwert haben. Auch bei der Agentur noch beim Auftraggeber sind Beschwerden eingegangen. Ein Hinweis darauf, dass sich bisher offensichtlich niemand in seinen Gefühlen verletzt gefühlt hat. Diskussionen um die grundsätzliche Qualität des Spots gab es natürlich auch. Dabei stand die Fragen “Können wir einem Kalauer Silber geben?” im Vordergrund. Meinung der Jury: Ja, wenn Idee und Umsetzung gut sind, Aufmerksamkeit beim Radio-Hörer erregt und der Spot im Sinne des Kalauer-Humors aufgelöst wird. Das war beim Reiseführer Spot gegeben.
    Mit freundlichen Grüßen
    Michael Preiswerk
    Vorstandssprecher des Art Directors Club Deutschland

  36. Spießer Alfons am 29. März 2007 um 18:43 Uhr

    Lieber Michael Preiswerk —

    Sie wissen, dass ich Sie persönlich sehr schätze; ist mir unser gemeinsamer Auftritt beim VDZ vor vielen Jahren immer noch in lebhafter Erinnerung geblieben. Was Ihre Stellungnahme betrifft, so bin ich doch etwas entsetzt über Ihre Meinung.

    Mal ganz davon abgesehen, dass der besagte Spot nach meiner Vermutung einmal auf Radio Sumpfdotter 08/15 gegen drei Uhr in der Früh gelaufen ist, also ein Fake ist und deshalb keine Beschwerden gebracht hat, weil niemand ihn gehört hat, so frage ich Sie allen Ernstes: Wo, bitte schön, ist die Parodie auf Hitler…?

    Eine Parodie ist eine komisch-satirische Nachahmung oder Umbildung eines berühmten, bekannten meist künstlerischen, oft literarischen Werkes oder der Stil eines berühmten Künstlers. Und davon, lieber Herr Preiswerk, ist der Spot meilenweit entfernt. Er ist weder komisch, noch satirisch, er ist einfach nur ekelhaft und dämlich. Und selbst wenn es eine gelungene Parodie wäre: Was, bitte schön, hat der Verbrecher und Massenmörder Hitler in der deutschen Wirtschaftswerbung zu suchen? Macht die Agentur jetzt vielleicht noch einen weiteren Spot dieser Art für einen Reiseführer über Israel und bekommt vom ADC im nächsten Jahr einen goldigen Nagel…?

    Dass die meisten Ihrer Mitglieder nicht im Hier und Jetzt leben, sondern in ihrer eigenen Welt und abseits ihrer Zielgruppen, beweisen sie alle Jahre wieder. Und darum stellen sie sich ja auch keiner unabhängigen Jury, sondern jurieren selber. Das ist, wie würden bei einer Miss-Wahl alle Teilnehmerinnen untereinander die Schönste wählen.

    Lieber Michael Preiswerk, ich wiederhole meine Bitte: Nehmen Sie den Silbernagel zurück! Notabene: „Es sind die Weisen, die nach einem Irrtum zur Wahrheit reisen. Die bei dem Irrtum verharren, das sind die Narren!“

    Mit herzlichen Grüßen
    Ihr Spießer Alfons

  37. Mac Le am 30. März 2007 um 10:14 Uhr

    @Spießer Alfons: Auf den Punkt…

    Leider kann ich die Bewertungskriterien des ADC in keiner Weise nachvollziehen. Es reicht doch wohl nicht aus, wenn ein Spot „…inhaltlich keine Grenzen überschreitet [und] den Kriterien einer Parodie entspricht …“. Anscheinend ist für diese „TOP-Kreativen“ ein Werbespott auch dann erfolgreich, wenn sich im Nachhinein niemand an den eigentlichen Absender erinnert, weil der Testimonial viel zu sehr polarisiert und die eigentliche Werbebotschaft flöten geht.

    Aufmerksamkeit beim Hörer? Natürlich! Aber bitte doch immer im Interesse des Kunden …

  38. Korinthenkacker am 30. März 2007 um 11:26 Uhr

    @Mac Le

    Ach so. Der ADC sollte also bitteschön “erfolgreiche” und nicht etwa kreative Werbung auszeichnen? “Im Interesse des Kunden”?
    Vielleicht sollte man dann in Zukunft auch alle Einsendungen vorher einer Marktforschung unterziehen, damit dann auch ja keine “Werbebotschaft flöten” geht. Ich garantiere Ihnen, da kommt kein Hitler mehr durch (den ich übrigens auch nicht sooo lustig finde). Da kommt aber auch vieles anderes nicht mehr durch, das bei der diesjährigen ADC-Ausstellung (kennen Sie die?) Spaß gemacht hat.
    Mal im Ernst: Diese bösen drei Buchstaben A, D und C haben Sie in dieser Kombination doch zum ersten Mal bei Spießer Alfons gelesen, oder? Anders kann ich mir Ihren argumentativen Amoklauf nicht erklären.

  39. Mac Le am 30. März 2007 um 11:56 Uhr

    @Korinthenkacker:

    Wo bitte habe ich geschrieben, dass Werbung nicht kreativ sein und keinen Spaß machen soll?!?!

  40. Korinthenkacker am 30. März 2007 um 12:04 Uhr

    @Mac Le
    Das haben Sie in der Tat nicht gesagt. Aber das, was Sie schreiben über Werbebotschaft, Erinnerung, nicht zu sehr polarisieren, Kunden legt den Schluss nahe, dass für Sie eher andere Sachen im Vordergund stehen als Kreativität. Es handelt sich ja aber um einen Kreativwettbewerb. Alles zusammen kann man eben nicht haben.

  41. Mac Le am 30. März 2007 um 12:23 Uhr

    @Korinthenkacker

    … und genau darin sehe ich die Aufgabe der Kreativen…

    Kreativität ist das Brötchen eines Hamburgers. Ohne geht es nicht! Aber ohne Fleisch, Salat, Tomaten und Zwiebeln ist es einfach nur ein Brötchen…
    (sorry für diesen Vergleich… ;) )

    hm… dabei fällt mir ein: Mahlzeit!

  42. Korinthenkacker am 30. März 2007 um 13:00 Uhr

    @Mac Le
    Also, wenn man schon so ein Bild bemühen will, ist es doch andersherum: Kreativität ist das Fleisch, Salat und Zwiebeln, damit man das Brötchen überhaupt runterkriegt.

    Aber: Herausragende, wegweisende, neu gedachte Werbung wird man leider nicht bekommen, wenn man sich nicht mal aus der Hamburger-Küche raustraut und neue Rezepte ausprobiert.
    Und Aufgabe des ADC ist es eben NICHT, jedes Jahr die besten, vorab geschmacksgetesteten, massenkompatibelsten, bissfreundlichsten McDonalds Hamburger auszuzeichnen.
    So, jetzt hab ich aber Hunger.

  43. Mac Le am 2. April 2007 um 09:37 Uhr

    Ich glaube, wir diskutieren hier an einander vorbei…

    … und um vielleicht mal wieder zum Thema zu kommen:

    Herausragend, wegweisend und neu gedacht war die Werbung für den Buchladen sicherlich nicht… und trotzdem gab es einen Nagel… hm….

  44. Hadi Geiser am 11. April 2007 um 13:11 Uhr

    Ehrlich gesagt verstehe ich die Aufregung um den ADC nicht so recht.
    Natürlich ist der Hitler-Spot billig und der Preiswerk-Kommentar bewusstlos. Spektakuläre Fehlurteile trifft der Club der Ahnungslosen aber schon seit Jahr und Tag.
    Er wird aus meiner Erfahrung als Kreativ-Autorität vollkommen überschätzt.
    Es handelt sich vielmehr (und damit erzähle ich der Branche eigentlich nichts Neues) um einen opportunistischen Hamburg-Berliner Kungelkreis, veredelt um einige externe Feigenblätter wie Delle Krause, dessen Entscheidungen sich oft genug dem gesunden Menschenverstand entziehen. Gerne belege ich das mit Arbeiten, die international vielfach prämiert wurden, dem ADC aber nicht einmal eine Auszeichnung wert waren.
    Um voreiligen Schlüssen zu begegnen: Dies schreibt kein frustrierter Werbe-Neidhammel, sondern ein mehrfacher (u. a. auch mit Gold-Nagel bedachter) ADC-Gewinner. Was nur beweist: auch blinde Hühner trinnken gern mal ein Korn …

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