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Hitler-Nagel: Der ADC antwortet Spießer Alfons

29. März 2007
von

Michael Preiswerk, Vorstandssprecher des Art Directors Club Deutschland, hat Spießer Alfons auf seine Kritik am ADC-Silber für den Funkspot mit dem Hitler-Imitator geantwortet. In den Kommentaren. Dort sollte sich die Antwort aber im Zweifel nicht versenden. Ich denke, es ist legitim, dem ADC den Platz an dieser Stelle einzuräumen.

Michael Preiswerk:

“Ja, ich bin noch beim ADC und nehme gerne auch dazu Stellung: der ADC Wettbewerb und das Jury-System beruhen darauf, dass die eingereichten Arbeiten unter Berücksichtigung aller inhaltlichen und fachlichen Argumente bewertet werden. Dazu gehört natürlich auch die Frage nach inhaltlich-ethischen Gesichtspunkten. Die Argumente der derzeitigen Kritik, die an diesem Funkspot geübt wird, sind in der Jury diskutiert worden.

Kreative leben ja nicht in einer Blase, sondern im Hier und Jetzt und sind sich gesellschaftlich kritischer Themen durchaus bewusst. Trotz allem Für und Wider hat die 12-köpfige Jury aus erfahrenen Top-Kreativen den gemeinsamen Entschluss gefasst, dass der Spot inhaltlich keine Grenzen überschreitet, den Kriterien einer Parodie entspricht und nach den Wettbewerbs-Kriterien des ADC Silber verdient hat. Die Jury war der Meinung, dass im Kontext des gesellschaftlichen Umgangs mit Hitler heute, eine solche Parodie vom Hörer auch als solche verstanden wird.

Der Spot ist eindeutig als Parodie angelegt, in der zwar Hitlers Sprachduktus imitiert wird, der Text aber in keinem Punkt auf historisches Geschehen anspielt oder tatsächliche Aussagen von Hitler zitiert. Uns ist außerdem nicht bekannt, dass sich Radio-Hörer beschwert haben. Auch bei der Agentur noch beim Auftraggeber sind Beschwerden eingegangen.

Ein Hinweis darauf, dass sich bisher offensichtlich niemand in seinen Gefühlen verletzt gefühlt hat. Diskussionen um die grundsätzliche Qualität des Spots gab es natürlich auch. Dabei stand die Fragen “Können wir einem Kalauer Silber geben?” im Vordergrund. Meinung der Jury: Ja, wenn Idee und Umsetzung gut sind, Aufmerksamkeit beim Radio-Hörer erregt und der Spot im Sinne des Kalauer-Humors aufgelöst wird. Das war beim Reiseführer Spot gegeben.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Preiswerk

Vorstandssprecher des Art Directors Club Deutschland

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Kommentare zu “ Hitler-Nagel: Der ADC antwortet Spießer Alfons ”

  1. Spießer Alfons am 29. März 2007 um 18:42 Uhr

    Lieber Michael Preiswerk —

    Sie wissen, dass ich Sie persönlich sehr schätze; ist mir unser gemeinsamer Auftritt beim VDZ vor vielen Jahren immer noch in lebhafter Erinnerung geblieben. Was Ihre Stellungnahme betrifft, so bin ich doch etwas entsetzt über Ihre Meinung.

    Mal ganz davon abgesehen, dass der besagte Spot nach meiner Vermutung einmal auf Radio Sumpfdotter 08/15 gegen drei Uhr in der Früh gelaufen ist, also ein Fake ist und deshalb keine Beschwerden gebracht hat, weil niemand ihn gehört hat, so frage ich Sie allen Ernstes: Wo, bitte schön, ist die Parodie auf Hitler…?

    Eine Parodie ist eine komisch-satirische Nachahmung oder Umbildung eines berühmten, bekannten meist künstlerischen, oft literarischen Werkes oder der Stil eines berühmten Künstlers. Und davon, lieber Herr Preiswerk, ist der Spot meilenweit entfernt. Er ist weder komisch, noch satirisch, er ist einfach nur ekelhaft und dämlich. Und selbst wenn es eine gelungene Parodie wäre: Was, bitte schön, hat der Verbrecher und Massenmörder Hitler in der deutschen Wirtschaftswerbung zu suchen? Macht die Agentur jetzt vielleicht noch einen weiteren Spot dieser Art für einen Reiseführer über Israel und bekommt vom ADC im nächsten Jahr einen goldigen Nagel…?

    Dass die meisten Ihrer Mitglieder nicht im Hier und Jetzt leben, sondern in ihrer eigenen Welt und abseits ihrer Zielgruppen, beweisen sie alle Jahre wieder. Und darum stellen sie sich ja auch keiner unabhängigen Jury, sondern jurieren selber. Das ist, wie würden bei einer Miss-Wahl alle Teilnehmerinnen untereinander die Schönste wählen.

    Lieber Michael Preiswerk, ich wiederhole meine Bitte: Nehmen Sie den Silbernagel zurück! Notabene: „Es sind die Weisen, die nach einem Irrtum zur Wahrheit reisen. Die bei dem Irrtum verharren, das sind die Narren!“

    Mit herzlichen Grüßen
    Ihr Spießer Alfons

  2. Jürgen Siebert am 29. März 2007 um 19:14 Uhr

    [... Manueller Trackback: Es reicht jetzt mal, mit den Hitler-Kalauern
    http://www.fontblog.de/es-reic.....r-kalauern ...]

  3. Nick Blume am 29. März 2007 um 21:25 Uhr
  4. Blick Nume am 29. März 2007 um 21:35 Uhr

    @Nick Blume
    Nägel, nicht Nadeln, so weit ich weiß.
    Ich hätte zwar auch mal Bock auf die goldenen Möwen in Cannes, aber soviel Zeit mus sein.

  5. Blick Nume am 29. März 2007 um 21:37 Uhr

    Entschuldigung, ich meinte natürlich:
    So viel Zeit muss sein.

  6. Koenich Johann am 30. März 2007 um 10:11 Uhr

    Herr Preiswerk ist nicht zu beneiden. Muss er doch als Vorstandssprecher des ADC gerade für einige Dinge seinen Kopf hinhalten: Für eine schlechte Jury-Entscheidung bei Hitler und für eine indiskutable Verleihung.

    Auch wenn ich nicht oft des Spießers Meinung bin, hier teile ich sie unengeschränkt und unbedingt!

  7. Lars Brücher am 30. März 2007 um 14:49 Uhr

    Aha. Das soll kurz gesagt heißen: Wir haben uns gesellschaftlich jetzt endlich soweit entwickelt, dass wir erkannt haben, dass Hitler ja eigentlich zum Piepen war und wir ihn jetzt für endlich für die Werbemaschinerie nutzen können wie weiland Verona Feldbusch. Was bieten sich da für Möglichkeiten: Hitler im Media-Markt (“Ich will den totalen Preiskrieg”), Hitler für Jacobs (“Die Endlösung für aromatischen Kaffee”) und Hitler in der BMW-Werbung (“mit ganz tollem Vergaser”). Kann ja heiter werden. Tut mir alles ein bisschen leid für Cohen & Dobernigg, einer wirklich schönen und sonst ganz geschmackssicheren Buchhandlung.

  8. bens am 30. März 2007 um 15:40 Uhr

    Genau deshalb gibt es in Deutschland so wenig gute Werbung: weil es so viele Eierköpfe gibt, die meinen, es sei nicht lustig, einen Reiseführer mit dem Führer zu bewerben. Der Spot ist sehr gut.
    http://journal1.de/2007/03/28/.....hr-ausern/

  9. Thomas am 30. März 2007 um 15:50 Uhr

    “dümmsten Moderator”, “Dumme Menschen” “Eierköpfe”.

    Du hast nicht nur keinen Geschmack, sondern auch kein Benehmen.

  10. Morn am 30. März 2007 um 16:23 Uhr

    Vom Satire-Magazin “Titanic” gibt es im Rahmen der netten Anzeigenparodie-Reihe eine köstliche Verballhornung einer Binding Lager-Bier-Anzeige (gucks du: http://www.titanic-magazin.de).
    Dort sitzt Addi in Mitten seiner Gefolgschaft und starrt auf eine Kanne Bier. Die Zeile lautet:
    “Weißt du, woran ich gerade denken muss? Polen! Ich hatte da mal ein Lager.”
    Seeeeehr lustig, wie ich finde. Ist aber auch reine Satire, keine ernstgemeinte Werbung und keine ADC-Einreichung.
    Ich bin vermutlich ein Eierkopf oder nahe an einer Gehirnverpuffung dran und peil deshalb die ADC-Kriterien nicht mehr: Aber lustig, komisch, GUT, originell, witzig oder auszeichnungswürdig ist am ADC-Silber-Spot mal so rein garnix – außer natürlich für den ADC mit seinen affektierten Protagonisten, die sich alljährlich im Award-Wahn gegenseitig auf die Schulter klopfen.

  11. Korinthenkacker am 31. März 2007 um 09:49 Uhr

    @Thomas

    Ach so – stimmt, wir sind ja hier in einem ganz sachlichen Blog, bei dem man trotz der hitzigen Debatte nicht zu Kraftausdrücken oder Beleidigungen greift. Deshalb hat ja auch Spießer Alfons die Debatte in seiner typisch-subtilen Art mit einer Fäkalfantasie eröffnet, die seinesgleichen sucht.Aus dem Kopf kriege ich es gerade nicht mehr zusammen, aber ich glaube, es ging darum, dass die Jurymitglieder sich vor Lachen in die Hose schissen und die braune Kacke, die ihnen dann an den Beinen runterlief, versilberten.

  12. Experte am 31. März 2007 um 10:04 Uhr

    Ich finde es eine Unverschämtheit, Joseph Goebbels für eine Bäckereikampagne zu nehmen!!
    Und der ADAC soll sich gefälligst um Autos kümmern!!
    Und noch ein Hinweis an den Administrator: sind hier kritische Kommentare nicht erwünscht, oder wieso machen Sie die Aufgaben für die Spam protection so schwer?

  13. Wilhelm am 2. April 2007 um 20:05 Uhr

    Huch! Das einzige, was hier prämierungswürdig scheint, ist die Chuzpe, so etwas einem Buchladen mit Besitzern jüdischen Namens anzudienen. Dafür muss man aber kein Art Director sein.

  14. Ansgar am 3. April 2007 um 09:13 Uhr

    “Jury aus erfahrenen Top-Kreativen”

    rotfl

  15. Hoschi am 4. April 2007 um 09:51 Uhr

    Ja, du, Ansgar, rotfl.
    Mann, was ist das denn hier für ein Spacko-Blog.

  16. Markus am 12. April 2007 um 01:24 Uhr

    ich habe den spot nie gehört, und kann dazu nichs sagen. aber eine parodie auf hitler sollte auf jeden fall als solche rüberkommen. man muss schon merken, dass sich jemand über ihn lustig macht.
    was den adc betrifft, so halte ich diesen für einen haufen narzistischer selbstbeweihräucherer. und wer bei der gestaltung einer anzeige zu allererst daran denkt, wie man damit einen nagel holen kann, ist in meinen augen ein weltfremder werbe-[edited by admin].

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