“Ich, Ich, Ich”
Die Big Companies, die großen alten Marken, haben eines verstanden. Sie müssen mit dem Kunden im Web 2.0 reden. Was sie nicht verstehen ist, wieso es dafür nicht reicht, ein Banner in der Community zu schalten. Der Kunde will aber nicht mehr die Botschaft konsumieren. Er will mitreden. Das Web hat ihm das Selbstbewußtsein dafür gegeben. Den Kunden interessiert vor allem eines: er selbst.
Mark Pohlmann (Sinner Schrader) hat das im Themenblog plakativ formuliert:
“Das Internet ist für Millionen Menschen zum Wohnzimmer geworden. Hier sind sie, was sie sein wollen. Hier reden sie über das, was sie am meisten interessiert: Ich, Ich, Ich. “
Wer das begreift, wundert sich auch über den Twitter-Hype nicht mehr. Es ist nichts anderes als ein Ego-Katapult.
Reichweite hat denn auch ausgedient. Es zählt der Ruhm in der kleinen Gruppe, das Ansehen in der Nischen-Community. Die Waffe des kleines Mannes ist die kleine Reichweite”, schreibt Pohlmann in einem Aufsatz für das Gottlieb Duttweiler Institut (GDI). (Den Aufsatz gibts im Themenblog als Download.) Und der kleine Kunde,weiß obendrein oft mehr über das Produkt als der Verkäufer, urteilt Pohlmann. Und die Unternehmen? Die einen glauben das nicht – deren Namen muss man sich nicht merken, weil sie ohnehin verschwinden werden. Der Löwenanteil sieht es als Gefahr und müht sich um Krisenintervention. Sie langweilen höchstens. Nur eine Minderheit erkennt darin auch die Chance, bessere Werbung zu bieten und am Ende des Tages auch bessere Produkte. Wenn es Aktiengesellschaft wären, würde es heißen: kaufen.
Von Olaf Kolbrück


















