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In den Rossbreiten des Web

4. April 2007
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Einen TV-Spot ins Web zu stellen, felsenfest in eine eigene Microsite verpackt – ist es das, was Unternehmen unter integrierter, interaktiver, 360-Grad-Kommunikation im Web 2.0 verstehen? Leider ja. Und leider ist derartiges viel zu häufig zu sehen. Denn die Unternehmen beweisen damit, dass sie es nicht wagen, die Gespräche der Kunden untereinander wirklich zu nutzen. Rexona ist dafür ein Beispiel – und sei der TV-Spot als klassische Kampagne auch noch so top.

Die Deo-Marke bietet auf Powerpamplona nicht mehr als Spielchen und Tell-a-friend-Funktionen, als wäre der Jahrtausendwechsel erst gestern gewesen.Das Commercial ist fest verleimt auf der Microsite. Runterladen unmöglich, wenn man kein Frickelkönig ist. Damit vergibt sich die Marke die Chance, dass User den Spot speichern, weitermailen oder bei Youtube und Co hochladen und damit selbst für eine Weiterverbreitung sorgen, darüber reden, sich amüsieren, lachen, weinen, die Marke wahrnehmen. Statt auf frischen Wind zu hoffen, begnügt man sich mit einem lauen Lüftchen und segelt die Marke damit in die Rossbreiten des Web.

Natürlich mag man sich im Marketing sagen: Den Spot geben wir nicht aus der Hand. Man liest ja heute soviel darüber, was Kunden mit solchen Filmen alles anstellen können. Wir müssen die Kontrolle behalten. Wir müssen die Marke schützen.

Die Marke zählt also mehr als der Kunde? Dabei gehören die Wünsche des Kunden an die erste Stelle. Und der will womöglich solche Spots heute selbst verbreiten, sie verlinken, sie mit anderen zusammen sehen, darüber reden. Man kann nur immer wieder die drei goldenen Regeln (kennt jemand noch den Urheber?) wiederholen, die mit und ohne Web gelten:

1. Consumer first

2.Consumer first

3. Consumer first

An den Kunden denken, dass ist die Aufgabe des Marketings. Die Einzige. Immer. Überall.

Besser noch: Wie der Kunde denken.

Von Olaf Kolbrück

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