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Google und Doubleclick: Die bunte Seite der Macht

16. April 2007
von

Viele Menschen halten Microsoft für einen profitgierigen Moloch, den Konkurrenten Google dagegen für einen juvenil-sympathischen Newcomer, der mit einer einzigen Idee und einem Algorithmus, dessen Formel noch geheimer ist als die Zusammensetzung von Coca-Cola, aus Versehen zum milliardenschweren Internet-Unternehmen wurde.

Laut „Süddeutsche“ bezeichnet Google-Manager Tim Armstrong den Kauf von Doubleclick als „Investition, um Werbung im Internet für Endverbraucher zu verbessern“. 3,1 Milliarden Dollar, damit uns die Werbung im Netz besser gefällt als bisher? Schön, wenn einem Unternehmen Altruismus mehrere Milliarden Dollar wert ist. Wenn Bill Gates das gesagt hätte, was Armstrong gesagt hat, hätte ein digitaler Sturm der Entrüstung die Server in Redmond zum Erliegen gebracht. Aber Microsoft ist nicht Google. Microsoft repräsentiert für viele die dunkle Seite der Macht; Google dagegen die bunte Seite der Macht. Welcome in the brave new world!

von Volker Schütz

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Kommentare zu “ Google und Doubleclick: Die bunte Seite der Macht ”

  1. digital:next am 16. April 2007 um 16:54 Uhr

    Ich denke, dass das Image sicherlich immernoch für Google spricht. Doch auch bei Google ist aufgrund einiger Aktionen in letzter Zeit negative Kritik aufgekommen, das fröhlich, joviale Image scheint also zu bröckeln. Betrachtet man die Neuakquisition von Google jetzt aus neutraler Sicht, dann steht da schon eine gewaltige Marktmacht im Online-Werbemarkt, die die Preise wahrscheinlich relativ unabhängig gestalten können wird. Dass Microsoft in diesem Zusammenhang am lautesten Schreit wird wohl auch mit verletztem Stolz zusammenhängen, dass Google wie so oft in letzter Zeit besser, schneller und hartnäckiger war.

  2. mark793 am 16. April 2007 um 17:57 Uhr

    In Blogs gärt die Frage schon länger, ob Google nicht auf bestem Weg ist, das nächste böse und mächtige Monster zu werden. Die Debatte ist da draußen in den Mainstreammedien nur noch nicht angekommen.

  3. Markus Willnauer am 17. April 2007 um 17:19 Uhr

    In Europa mag man mehr das politische Monopol, sei es im Tageszeitungs- und Radiomarkt unter dem Deckmantel der Bewahrung der Pressefreiheit oder im Rahmen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mit seinen Zwangsgebühren. Google, einem Monopolisten entstanden aus wirtschaftlicher Kraft, zu misstrauen fällt mir deshalb schwer. Aber ernstnehmen sollte man Google schon. Ist der Doubleclick Deal aus meiner Sicht erst einmal gut angelegtes Geld, ist die Akquise von Google im Radiomarkt ein Hammer. (aktuelle FTD und http://www.horizont.net/news/i.....l?id=69520)

    Was sagen die Matadoren der klassischen Radiomärkte in Deutschland, RMS & Co. hierzu? Sicherlich, das dies nicht für den deutschen Markt in Frage kommt, und gerade diese Storchenmentalität von Verlagen, Zeitungsverlegern und Radiosendern hat Google gerade auch in Deutschland gross gemacht. Die Zukunft ist digital und lokale klassische Medien Monpole werden von Playern wie Google locker zerpflückt, wenn diesen keine mutigen und kreativen Gegenstrategien entgegengesetzt werden.

  4. mark793 am 19. April 2007 um 14:56 Uhr

    Ja, Herr Willnauer, die Debatte, welchen Impact die Google-Diversifizierung auf den Werbemarkt (und vor allem die Abrechnungs-Usancen) mittelfristig haben könnte, hat hierzulande noch gar nicht richtig angefangen. Ich wunderte mich neulich auch schon, wie verhalten die Reaktionen der TV-Vermarkter auf den Google-Deal mit Echostar ausgefallen sind. Klar, kann man sich auf den Standpunkt stellen, dass hierzulande die Dinge etwas anders laufen. Aber wer nicht sieht, dass Google mit seinem im Web erprobten Pay-per-was-auch-immer-Modell mittelfristig die ganzen TKP-basierten Tarifierungsmodelle in anderen Gattungen unter massiven Druck setzen könnte, wiegt sich in falscher Sicherheit.

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