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Jean-Remy von Matt bricht sein Schweigen: “Massengräber” und “Klowände”

16. April 2007
von Olaf Kolbrück

Seit seinem Statement über Blogs als die Klowände des Internet gilt Jean-Remy von Matt, Mitgründer vonmatt2.jpgder Werbeagentur Jung von Matt, als Reizfigur in der Blogosphäre. Interviews dazu lehnte er bislang ab. Nun bricht der Top-Werber sein Schweigen. Mit Off the record spricht er erstmals über die damalige Debatte und erklärt, warum Klowände weiter aktuell sind. Darüber hinaus äußert er sich zur Rolle von Blogs für die Werbung und kritisiert Youtube als “Massengrab des Marketing”.

Off the record: Hat Sie damals die heftige Reaktion auf die „Klowände des Internets“ überrascht?

Jean-Remy von Matt: Mich hat vor allem überrascht, dass mein internes Mail an die Mitarbeiter plötzlich in der Öffentlichkeit landete, weil es in einem Blog veröffentlicht wurde. Dass “Klowände des Internets” sich dann als Begriff so festsetzte, war insofern weniger überraschend, weil er eine sehr bildhafte Beschreibung eines der Hauptprobleme der Bloggerszene ist: die schwer kontrollierbare, anonyme Meinungsäusserung, die eben sehr oft zur Verhetzung wird.

Off the record: Gab es nur eine indirekte Auseinandersetzung über Blogs und Kommentare oder haben Blogger später auch das direkte Gespräch gesucht?

Von Matt: Es gab im Wesentlichen zwei Reaktionen: Die Prügel von den Blogs selbst und das Schulterklopfen von einigen bekannten Top-Journalisten. Es ist klar, dass der etablierte Journalismus bei diesen Ich-Medien auch kritische Aspekte erkennt und sich klammheimlich über meine plakative Formulierung freute. Es gab sowohl von den traditionellen Medien als auch von den Blogs einige Interview-Anfragen, die ich aber abgelehnt hatte, weil mir der Wirbel reichte. Dieses hier ist mein erstes Interview zu diesem Thema.

Off the record: Was haben Sie aus den damaligen Reaktionen gelernt?

Von Matt: Das wichtigste, was ich gelernt habe, ist wie irre gut die Bloggerszene funktioniert und welche Kraft in diesem Phänomen steckt. Immerhin wurde mein Schlagwort in mehr als 40 Sprachen übersetzt und sogar in der “Times” zitiert. Das ist mir in über 30 Jahren fleissiger Arbeit an Werbeideen nie gelungen.

Off the record: Wie beurteilen Sie ihre Aussage heute?

Von Matt: Die “Klowände des Internets” sind aktueller denn je, da eine wesentliche Debatte des Internets gerade darin besteht, inwieweit Portale und Blogs für alle Inhalte auf ihren Plattformen verantwortlich gemacht werden können und es ein Bundesgerichtshofs-Urteil gibt, dass diese Verantwortung bestätigt. In meinem Bild gesprochen: Der Gaststätten-Betreiber muss die Klowand säubern, wenn beispielsweise darauf gekritzelt wurde, dass es der Bürgermeister mit der Pfarrhelferin treibt.

Off the record: Stimmt also die Aussage von den Klowänden mit Blick auf die Kommentare in den Blogs in Teilen immer noch?

Von Matt:Die Frage, die sich ganz konkret stellt lautet: Welche Kontrollen sind für einen Blogger zumutbar, da er jetzt auch für die Kommentare geradestehen muss? Und die sind ja auch Kern meiner Kritik. Da schreibt irgend ein “Goofy3000″, dass Du Drogen nimmst oder dass Dein Produkt versteckte Mängel hat. Das ist Meinungsäusserung im Schutz der Anonymität pur, eben Klowand-Gekritzel. Ganz abgesehen davon, dass auch die Blogs selbst auf Grund ihrer schieren Menge eine gewisse Anonymität darstellen.

Off the record: Sind die Kommentare überflüssig?

Von Matt:Lesen tu ich sie auch gerne, da stehen ja auch lustige Sachen drin: In einem Kommentar stand, ich sei ein Latin Lover, der sein Verfallsdatum überschritten hätte.

Off the record: Hilft das BGH-Urteil zur Haftung für Internet-Foren dem Niveau auf die Sprünge?

Von Matt: Nein, der Effekt des Urteils wird sein, dass etwas mehr Rechtssicherheit entsteht. Dass die Blogger zum Beispiel mit Tiefschlägen vorsichtiger sein müssen, da rechtliche Konsequenzen drohen. Das Niveau der Blogs ist ja auch nicht schlecht, sondern schlicht und einfach extrem unterschiedlich. Ich halte es mit dem Zitat, das bei “Technorati” immer oben rechts auf der Startseite steht: “71 Million Blogs. Some of them have to be good.” Ich würde sogar sagen “Some Million of them”.

Off the record: Was hat sich seit 2006 in Blogs geändert?

Von Matt: Da Blogs dem Prinzip Darwins unterliegen, dass nur die besten überleben können, gehe ich von einem kontinuierlichen Ansteigen der Qualität aus. Was Qualität in den Medien bedeutet, ist dann wiederum eine andere Frage.

Off the record: Blogger sehen sich selbst gerne als Gegenöffentlichkeit. Zu recht?

Von Matt: Zu recht, da die meisten von ihnen unabhängig sind und eben wirklich freie Meinungsäusserung betreiben.

Off the record: Inwiefern sind Blogger Meinungsmacher und tragen zum Agenda-Setting bei – gerade auch mit Blick auf Marken?

Von Matt: Das mit dem Themen setzen über Blogs habe ich ja mit den Klowänden vorgemacht. Natürlich funktioniert das, wenn man ein überraschendes Statement zu einem brisanten Thema liefert. Allerdings muss man sich bewusst machen, dass sich dafür provokante Aussagen besser eignen. Kritik und Häme verbreiten sich nun mal schneller als Loblieder. Das schränkt die Möglichkeit ein, ein positives Marken-Statement über Blogs verbreiten zu lassen.

Off the record: Gibt es Blogs, die Sie ernst nehmen?

Von Matt: Ich nehme nicht nur den Blog selbst ernst, sondern auch ihre extrem aufmerksame, aufnahmebereite und hochexplosive Zielgruppen. Wenn dort was zündet, dann richtig. Sowohl positiv als auch negativ.

Off the record: Wie müssen Blogs gestrickt sein, damit man sie auch als Werbemedium ernst nehmen kann?

Von Matt:Am Ende des Tages genauso wie ein klassisches Medium: Sie müssen für Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit stehen. Und natürlich von mehr als dreißig Personen regelmässig gelesen werden.

Off the record: Welches Potenzial haben Blogs womöglich künftig für die Werbung?

Von Matt: Blogger sind die glaubwürdigeren Verkäufer. Sie geniessen in der Internet-Community das, was man gemeinhin “Street Credibility” nennt, weil es Menschen sind, die für das gerade stehen, worüber sie berichten und was sie empfehlen. Damit bieten sie schon mal eine sehr gute Basis für Online-Werbung. Umgekehrt kann aber zuviel Werbung genau ihre Glaubwürdigkeit relativieren.

Off the record: Was macht Werbung dort riskant?

Von Matt: Wir definieren eine gute Werbeidee als ein Trojanisches Pferd: von aussen so attraktiv verpackt, dass der Verbraucher sie in sein Herz lässt, doch innen so kompetitiv, dass es dieses Herz auch erobern kann. In einem Blog laufen diese Trojanischen Pferde aber Gefahr, nicht als schöne Ideen wahrgenommen, sondern als künstliche Marketingkonstrukte entlarvt zu werden. Ein aktuelles Beispiel: Fünf Leute werben derzeit mit Kommentaren in den deutschen Top-50-Blogs für ihre Blogs. Und dort werben sie dann für einen neuen Calvin-Klein-Duft. Die Reaktion der Online-Medien ist für diese Markteinführung verheerend.

Off the record: Lässt sich mit und in Blogs überhaupt kreativ werben?

Von Matt: Die Top-50-Blogs sind entscheidende Meinungsbildner. Sie sind die Recherche- und Themenquellen von Journalisten aus den “First-Level”-Medien. Nur durch Blogrummel um Beispiel konnte es Grup Tekkan in 14 Tagen vom Einstellen eines Amateur-Videos zum Verkauf der ersten Maxi-CD schaffen. Natürlich ist da viel Platz für Kreativität, wobei die Unabhängigkeit dieser Medienform unantastbar ist und das wiederum für die kommerzielle Nutzung eine Barriere darstellt.

Off the record: Wie kann man sich denn Kreativität in Blogs vorstellen?

Von Matt: Das Zauberwort des modernen Marketings ist die virale Verbreitung geworden. Doch wie mit jedem Zauberwort wird auch mit diesem viel Etikettenschwindel betrieben, so dass dieser Grassroots-Ansatz bei den Werbungtreibenden bald eine riesige Enttäuschung auslösen wird. Was glauben sie, wie Youtube bereits heute zu einem “Massengrab des Marketings” geworden ist, wo abertausende virale Filmchen rumliegen, die kein Mensch gucken will, weil sie einfach nicht ansteckend sein wollen. Virale Filme, das “Massengrab des Marketings”, das könnte doch jetzt endlich mal die “Klowände des Internets” ablösen!

Off the record: Wie sehen das die Werbekunden?

Von Matt: Einerseits liest man, dass die Online-Werbung seit Jahren boomt. Andererseits erschrecke ich immer wieder, wie gering bei vielen Werbungtreibenden der Anteil der Online-Werbung ist. Nach wie vor ist vor allem die Blogosphäre kommunikatives Neuland und wird entsprechend zögerlich betreten.

Off the record: In der Blogosphäre kursiert die Idee interaktiver Werbung auf Blogs. Eine Chance oder ein Hirngespinst?

Von Matt: Jede neue Idee im Internet und auch in der Blogosphäre – und klingt sie noch so hirngespinstig – wird von uns zunächst als Chance gesehen, bis sie das Gegenteil beweist. Immerhin ist Jung von Matt die zweitkreativste Online-Agentur Deutschlands und voller Ehrgeiz, weit vorne zu bleiben.

Off the record: Wenn ein Blog JvM als Kreativagentur für eine Imagekampagne engagieren würde, würden Sie den Job annehmen?

Von Matt: Lieber würde ich endlich meinen eigenen Blog aktivieren: anonyme-anemone.de

Zur Person:

Jean-Remy von Matt ist Mitgründer der Hamburger Werbeagentur Jung von Matt. Der gebürtige Schweizer (Jahrgang 1952) begann seine Karriere bei BMZ in Düsseldorf als Junior-Texter.

Das Interview führte Olaf Kolbrück

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Kommentare zu “ Jean-Remy von Matt bricht sein Schweigen: “Massengräber” und “Klowände” ”

  1. Jochen Hoff am 16. April 2007 um 17:15 Uhr

    Ich schmunzle leise vor mich hin. Da hat einen aber seine von ihm selbst gepredigten Weichspüler in großen Mengen genossen.

    Aber natürlich hat er die Blogszene nicht verstanden. Er glaubt an eine Zentralwirkung der Top-Blogs, ja theoretisch an so etwas wie eine Themenvorgabe und Beeinflussung, auch ohne das laut zu sagen.

    Tatsächlich ist der Weg umgekehrt. Es sind die Regentropfen, die draussen auf das Land fallen und nur von wenigen bemerkt werden, sich aber zu Rinnsalen, Bächen, Flüssen und Strömen sammeln. Natürlich versickert dabei auch viel.

    Vieles geht unter, aber ein mächtiger Kern wird zu einem unaufhaltsamen Strom. Über Sprachgrenzen und letztendlich auch Religion hinweg.

    Es geht nämlich nicht darum Meinung zu machen, sondern seine eigene Meinung in den Strom einzuspeisen. Der Rest passiert von selbst.

  2. tombo am 16. April 2007 um 17:25 Uhr

    “… bricht sein Schweigen…”

    Ich dachte zuerst, das wäre ein Artikel über Günter Grass. War aber dann durchaus angenehmer zu lesen als dessen Blechgetrommel.

  3. Stephan Helbig am 16. April 2007 um 17:35 Uhr

    Schade Herr von Matt. Ich bin die ganze Zeit respektvoll davon ausgegangen, dass “die Klowände des Internets” Deutschlands wohl erfolgreichste Link-Bait-Aktion war. Dies würde auch gut zu Ihrem Bild des Trojanischen Pferdes passen, aber wenn Sie sagen Virales Marketing sei ein Zauberwort, muss ich mich wohl geirrt haben. Oder doch nicht?

  4. Sascha Stoltenow am 16. April 2007 um 17:41 Uhr

    Hmm, haben wir wirklich darauf gewartet, dass Jean-Remy von Matt sein Schweigen bricht? Nicht wirklich. Vor allem hätte ich mir deutlich mehr erwartet, denn nicht YouTube ist – trotz Aliteration – das Massengrab des Marketing, sondern das immer noch vorherrschende mechanistische Marketing ist das Massengrab der Werbeeffizienz. Wer weiter in Kanälen, Causes and Effects und in statischen Positionierungskategorien denkt, wird scheitern – selbst, wenn er auf einem trojanischen Pferd dahergeritten kommt.

    In Zeiten, in denen die “Narrow Search” des Publikums (Ansgar Zerfaßß, http://www.cmgt.uni-leipzig.de) das Broadcasting ergänzt und sogar ersetzt, sollten Marken und Unternehmen sich öffnen und aus der dunklen Bauchhöhle gesprungen kommen, um sich dem Gespräch der Märkte zu stellen.

    Das eigentliche Problem ist dann nicht mehr, dass jemand anonym schreibt, dass sie mit der Pfarrhelferin im Bett liegen, sondern dass sie es tun, während gleichzeitig ihr trojanisches Pferdchen mit Bibelsprüchen beklebt durch die Moralarena gallopiert.

    Zum Schluß noch etwas Nachhilfe in Sachen Darwin: Survival of the fittest bedeutet nicht, dass die Besten überleben, sondern die, die am besten an ihr Lebensumfeld angepasst sind. Dazu gehört auch, entsprechend kreativ zu sein. Vielleicht sollten die Trojaner noch ein bisschen schweigen und stattdessen ihre Pferdchen noch etwas auf den Auen des Web weiden lassen. Dann hören wir hoffentlich bald wieder mehr kraftvolles Wiehern und Schnauben.

  5. Thomas Heidenreich am 16. April 2007 um 17:41 Uhr

    Also lieber Herr von Matt, warum denn so verspannt bei dem Phänomen des “consumer generated content”? Seien wir doch froh, dass Bewegung in das Marketing kommt und nehmen die Herausforderungen an. Was sich durchsetzt entscheidet am Ende doch immer der Markt, da braucht man doch keine künstlichen “Denk-Labels”.

  6. Reinhard Genseleiter am 16. April 2007 um 17:46 Uhr

    Nun, wir haben es hier mit einer neuen Qualität interaktiver Kommunikation zu tun, die sich momentan hervorragend eignet Langeweile zu überbrücken und sich als Mitgestalter zu hypen. Ob die Werbung und Marken davon profitieren ist wohl ncoh nicht erwiesen. Wird aber schnell so sein. Wir werden es noch erleben.

  7. Lars M. Lehmann am 16. April 2007 um 17:57 Uhr

    es freut mich das der Liebe Herr von Matt doch einige gute Dinge gelernt hat.. Bin ja gespannt das die Tage die Blogger-Szene zu berichten hat ;-) Gruß, Lars-Michael Lehmann

  8. Lars M. Lehmann am 16. April 2007 um 18:01 Uhr

    habe noch etwas vergessen die Zeiten der Bloger kommen noch. Dies ist für viele Bereiche auch wirklich eine Chance. Das manche Blog zu einer Klowand mutieren, da hat auch der liebe Herr von Matt recht. Das ist keine Frage. Was mich freut das er die Blogger-Szene ernst nimmt. Das Zeit auch ein 55jähriger noch lernbereit ist. Gruß,lars-michael lehmann

  9. tombo am 16. April 2007 um 18:02 Uhr

    “… wir werden es noch erleben.” Und bis dahin – und danach auch – verdienen sich die JvMs und die anderen Werber weiterhin einen Arsch voll Geld.

    Allen Klowänden und Massengräbern zum Trotz ;) So läuft der Hase nunmal. Immer schön weiter machen …

    Zauberwort “virales Marketing”: “Abrakadabra ist auch ein Zauberwort und wenn ich Jean richtig verstanden habe, dann setzt er beide in planbarer Effizienz ungefähr gleich …

  10. vasco am 16. April 2007 um 18:12 Uhr

    Und man vergesse nicht: die größte Klowand der deutschen Medienlandschaft ist die erfolgreichste Tageszeitung Deutschlands.

  11. Alex am 16. April 2007 um 18:13 Uhr

    Ist das Philosophie bei Jung von Matt, dieses in jedem Interview mit den exakt gleichen Worten vorgetragene Mantra des trojanischen Pferdes? Es ist ja schön, dass es eben dieses gibt, aber muss man es so penetrieren? 10 Euro für den ersten leitenden Angestellten der zweitkreativsten Online-Agentur Deutschlands, der zumindest für ein Interview ohne das trojanische Pferd auskommt.

  12. marcel weiss am 16. April 2007 um 18:56 Uhr

    Na das mit den rechtlichen Bestimmungen bezüglich Impressumspflicht in Deutschland hat der Herr von Matt ja offensichtlich noch nicht so ganz verstanden. Wo die Mär vom anonymen deutschen Blogger herkommt, würde mich schonmal interessieren. Soll ja gestern im Nachtstudio auch behauptet worden sein.
    Dabei ist der anonyme deutsche Blogger eher die Ausnahme und rein technisch schon mal nicht möglich wenn man eine eigene Domain nutzt.

    Toll auch, wie da off-the-record.de angesichts der falsch verbreiteten Sachlage von Herrn von Matt noch mal nachgehakt hat.

  13. Jens Kunath am 16. April 2007 um 19:02 Uhr

    @marcel weiss:

    Ich denke, Herr von Matt hat die Anonymität auf die Kommentare bezogen und nicht auf die Betreiber der Blogs.

  14. marcel weiss am 16. April 2007 um 19:14 Uhr

    Ja, stimmt wohl hauptsächlich. Sorry.
    Ich sollte langsamer lesen.

    (Wobei der Satz von von Matt als falsch bestehen bleibt: “Ganz abgesehen davon, dass auch die Blogs selbst auf Grund ihrer schieren Menge eine gewisse Anonymität darstellen.”)

  15. Koenich Johann am 16. April 2007 um 19:25 Uhr

    gähn. einfach nur gähn.

  16. Gerrit am 16. April 2007 um 19:54 Uhr

    Die Analogie mit Darwin trifft nicht auf die Blogosphäre zu: Denn weit über 90 Prozent der Blogger sind gar nicht darauf fixiert, tausende von Lesern zu gewinnen. Sie schreiben auch für ihre 5 Freunde plus 3 Kollegen. Und Platz ist für alle da, das Internet ist geduldig. Niemand muss sich gegen niemand behaupten. Deswegen wird die allgemeine Qualität nicht ansteigen. Eventuell bezieht sich Herr von Matt aber auch nur auf die Top-50-Blogs. Was ein fataler Fehler sein könnte, denn die wahre Schaffenskraft liegt ja bekanntlich im langen Schwanz, gelle?

  17. Christian Scholz am 16. April 2007 um 21:37 Uhr

    Ist nicht die Chance eines z.B. Corporate Blogs nicht eher, dass man mit seinen Kunden ins Gespräch kommt? Klar doch, dass “Werbeideen” wie die von Calvin Klein nicht wirklich funktionieren und nach hinten losgehen. Das war doch sozusagen ein Trojanisches Pferd.

    Das ist natürlich dem Transparenz- und Glaubwürdigkeitsgedanken in Blogs entgegengesetzt und kann daher wohl nicht funktionieren.

    Marketing über Blogs ist ja auch nicht sooo schwierig. Man muss einfach mal ein bisschen offener werden und auch versuchen, einen Dialog mit dem Kunden zu beginnen. Soviel Kreativität braucht es dazu ja erstmal gar nicht ;-)

  18. kaffekanne am 16. April 2007 um 22:10 Uhr

    Und schon fühlen sich alle Web-hyper auf den Schlips getreten. Wie schrieb doch gerade erst Steve Rubel: There are lots of shades of grey.

  19. Markus Hübner am 16. April 2007 um 22:31 Uhr

    Die interaktive Welt ist nun einmal nicht linear. Alleine die Abkehr vom linearen Kommunikationsmodell versetzt viele klassiche Werbeleute vor neue Aufgaben. Wenn diese Aufgaben allerdings nicht als Chancen sondern Probleme wahrgenommen werden, dann wird viel Potential vergeudet.

  20. N.N. am 16. April 2007 um 22:32 Uhr

    Ein gelungenes Interview! Glückwunsch an “off the record” zu diesem ersten “J.R.”-Interview seit der Entstehung des Skandälchens. Sehr viele interessante Aspekte: Insbesondere die klammheimliche Zustimmung der Journalisten alter Schule zum von-Matt-Zitat haben wir in der “Blogosphäre” ja sowieso alle geahnt. Semi-Dilletantismus führt allerdings immer noch weiter als das vollständige Unvermögen, den Geist der Zeit in seiner Tragweite nicht ganz zu erfassen… ;-) In diesem Sinn, Viele Grüße

    [geändert vom admin auf Wunsch des Nutzers, da der Kommentar "nicht mehr den aktuellen Wertvorstellungen" entspricht]

  21. Grischa am 16. April 2007 um 23:53 Uhr

    Ich habe einige Fakten zu der Reaktion auf seine “Klowand”-Vergleich gar nicht gewusst. Ich finde es gut,dass sich Herr von Matt endlich zu Wort meldet. Die Anonymität finde ich ebenfalls nicht sehr gut, aber dies geschieht eher in kleinen und wenig bedeutenden Blogs, genauso wie es vorher auf den kleinen privaten Tripod und Co Seiten mal war.

  22. f.enzenhofer am 17. April 2007 um 10:27 Uhr

    s.g. von matt

    falls sie diese liste mit “klowände des internets” in 40 sprachen haben, wollen sie die hier oder auf ihrem blog posten? würd mich interessieren

  23. HinRichter am 17. April 2007 um 11:26 Uhr

    Herr von Matt hat in der Tat die Struktur der Blogossphäre nicht verstanden. Leser gewinnt man, indem man schreibt, wie es einem gefällt. Das beste Beispiel für einen Kommerzblog, der sich vom just-for-fun-blogging im eigenen Stil zu einer kleinen Goldader entwickelt hat, ist von MC Winkel: Der Herr Winkelsen schreibt so, wie es ihm grad in den Kram passt, auch wenn er sich als Entertainer sieht und auch so handelt. Nun gut, ich lese auch gelegentlich bei ihm, weil er keinen Hehl daraus macht, daß er damit Kohle verdient. Ehrlichkeit zählt. Hätten die Deppen, die diese tolle Calvin Klein – Kampagne gestartet haben, direkt mitgeteilt, daß es ein Werbeblog ist, wäre der Aufschrei im Reiche der Blogs nicht im entferntesten so groß gewesen.
    Was unterschätzt wurde: Der durchschnittliche Blogger ist neugierig und in den meisten Fällen auch intelligent. Diese potentielle Intelligenz zu beleidigen, durch fadenscheinige Kampagnen, kann nur schiefgehen.
    Der Blog in dem ich Mitautor bin, zieht nicht gerade die Menschenmassen an, das soll er auch gar nicht. Was interessiert es mich denn, wie viele Leute meine geistigen Ergüsse zu sich nehmen? Es ist und bleibt ein werbefreier Blog, so fucking what? Trotzdem bin ich oft geschockt, wenn der Bloginhaber mir die Leserzahlen mitteilt. Aber ob ich jetzt für 3 Leute oder 300 Leute schreibe, macht für mich keinen Unterschied.

  24. Don Alphonso am 17. April 2007 um 12:04 Uhr

    Der Mann hat so oder so verschissen, da hilft auch nicht die obige Bremsspur.

  25. M.M. am 17. April 2007 um 14:25 Uhr

    Mich wundert dieser Schwenker überhaupt nicht. Herr von Matt musste inzwischen erkennen, dass Plakatwände längst nicht mehr so attraktiv sind wie Klohwände. Jung von Matt fährt deshalb jetzt eine Blogstrategie und verkauft diese auch ihren Kunden. Und hat bei jeder Präsentation erst noch ein frei Haus geliefertes Lehrstück im Schlepptop mit dabei. So einfach ist das Leben.

  26. lokalreporter am 17. April 2007 um 16:55 Uhr

    ich habe am wochenende die massengräber in sachsenhausen besucht. was sich hier animiert, ist die wucht der imagination des ungeheuerlichen.
    wie also die ansteckungsresistenten filmchen auf youtube zum leben erwecken? — gäb doch eine passable frage für den JvM-copytest ab.

  27. Thomas Federhahn am 17. April 2007 um 17:59 Uhr

    Auch Offline-Agenturen unterliegen dem Prinzip Darwins.
    Das Internet beschleunigt diesen Prozess nur.

  28. Dr. Spack am 17. April 2007 um 18:50 Uhr

    @ alle

    Oh Mann, kann mir einer sagen, wieviele Jahre ich mich noch irgendwie offline mit klassischer Werbung durchzuwurschteln kann und mir den ganzen Kack nicht auch noch beruflich antun muss?

  29. Lars M. Lehmann am 17. April 2007 um 19:02 Uhr

    @Thomas Federhahn

    sie haben recht….

    Besonders wenn die Offliner so auf den hohen Ross sitzen wie der liebe Reamy ;-) .

  30. Setarkos am 18. April 2007 um 03:57 Uhr

    Von Matt hat sich fundiert mit den Möglichkeiten der Blogosphäre beschäftigt. Drum konnte er sich auch was leisten. —> Sobald sich die Blogszene mit “dem mächtigsten Steuerungsinstrument gesellschaftlichen Verhaltens” beschäftigt, wird’s spannend, nicht nur in der Werbung … Mit wenigen “Kopfgriffen” kann nämlich jeder “Ohnmächtige” die Rechtsgewalt manipulieren und gewaltige Spielräume kontrollieren! Damit kann auch der kleine Mann bei seinem Alltagsgeschäft ;-) so viel bewegen, daß der Politbühne nur noch ein bißchen Schießbudenzauber bleibt.

  31. Jens Scholz am 18. April 2007 um 09:04 Uhr

    Lustig finde ich ja, wie er sich selbst die Geschichte schönredet. Wie ein Kindergartenkind, das vonder Schaukel fällt und sagt “Das war Absicht!”. Pustekuchen, ich weiß, von wem ich den Text bekommen habe und auch dem ging es darum, diese unglaubliche Arroganz dieses Schriebs ans Licht zu bringen.
    Auch lustig: Er behält die Geschichte der Rundmail bei. Das hatte ich zum Schutz des Informanten so geschrieben, eigentlich ist das Ding nämlich im Jung von Matt Intranet in der dort wöchentlich erscheinenden Kolumne von JRvM erschienen (die fast alle so unmöglich sind, da gabs noch viel peinlichere Geschichten).
    Am wichtigsten an diesen Interview: Er hat noch immer überhaupt keinen Schimmer von Weblogs. Die als anonyme Hetzer zu bezeichnen ist ja faktisch schon völlig daneben, und er widerspricht sich ja auch prompt selbst, wenn er etwas später Bloggern ihre besondere “credibility” anerkennt.
    Insoweit finde ich es beruhigend, immer noch von den sogenannten Profis unterschätzt und falsch eingeordnet zu werden. Wenn man einen weiteren dieser ahnungslosen Nullblicker sehen möchte, braucht man sich nur die nachtstudiosendung von sonntag anschauen (http://www.zdf.de/ZDFmediathek.....-5,00.html). Dieselbe Argumentation, dieselbe Arroganz.

  32. M* am 18. April 2007 um 09:41 Uhr

    Klowände des Internets – es gibt doch viel schlimmeres. :)
    Und manchmal stimmt das doch…
    Und wie ein guter Werbemensch macht er das Beste draus und man sieht, er hat sich mit dem Phänomen BLOG auseinander gesetzt. Die ganze Sache endet(e) als kostenlose und weltweite Promo für Jung von Matt.

  33. Sisignora am 19. April 2007 um 14:14 Uhr

    Jean Remy von Matt will seinen “Blog-Ruhmesplatz” offensichtlich mit allen Mitteln verteidigen.

    http://reklamehimmel.typepad.com/
    reklamehimmel/2007/03/deutsche_blog_r.html

    Ich würde mir wünschen, lieber Herr von Matt, dass Sie es einfach mal genauso machen wie Herr Kreutz. Nix passwortgeschützter Eigenblog, in dem wohl tatsächlich nichts drinsteht außer einer Zählmaschine, sondern loslegen. Bernd Kreutz hat’sja auch mal für 100 Tage versucht, und siehe da – jede Menge Fans.

  34. Jannes am 19. April 2007 um 19:48 Uhr

    [...]Immerhin ist Jung von Matt die zweitkreativste Online-Agentur Deutschlands und voller Ehrgeiz, weit vorne zu bleiben. [...]

    Schwache Leistung, den mit den ausschließlich ge”fake”ten Awardprojekten, hätte man mehr erwartet.

  35. armin blaess am 20. April 2007 um 01:20 Uhr

    ..blogWelt -ganz einfach Spitze !
    ..der Matt ist an diesem Tag vielleicht mit dem falschen blogBein aufgestanden – kann passieren …….,…………!
    dem off-the-record-team & allen blog(g)’ern weiterhin alles Gute & viel Erfolg !
    google brainstormsSource
    viele liebe Gruesse !

  36. Clap am 25. April 2007 um 12:49 Uhr

    Und wer hat die ersten Bilder von von Matt’s Blog?!

  37. Äon26 am 25. April 2007 um 14:46 Uhr

    Von Matt reitet ja schon seit Jahren auf dem Trojanischen Pferd herum. Das Tarnen und Täuschen wird dabei zum Leitprinzip erhoben – die wirklichen Ziele aber bleiben im Dunkel. Das Schicksal von Troja jedenfalls war mit dieser Kriegslist besiegelt: Die Stadt wurde zerstört – und ihre Bewohner das Opfer zahlreicher Freveltaten. Bleibt die Frage, was von Matt seiner finanzstarken Kundschaft mit diesem Gleichnis mitteilen will.

  38. Tobiwabohu am 25. April 2007 um 15:15 Uhr

    Matt? …Matt? …noch nie gehört!

  39. armin blaess am 25. April 2007 um 16:15 Uhr

    ..also ich war schon von Klowaenden umgeben -
    die ich nicht einmal mit meinem allerschoensten Traum
    beschreiben kann !
    ..des einen Klowand – der anderen dies… oder jenes… -
    und der wieder anderen blog(ges)anderstArt great……..!
    Warum sind z.B. die Gummibaerchen so vielfarbig ? -
    richtig – heute dieses oder jenes – uebermorgen mal keins -
    und wer ueberhaupt keine Gummibaerchen mag -
    wird ganz sicher anderstweitig suess fuendig werden !
    viele :) off-the-recordGummibaerchen gruesse

  40. wow gold am 23. Mai 2007 um 10:50 Uhr

    Sehr gutes Feature, vielen Dank dafür ;-)

  41. Lars-Michael Lehmann am 9. Juni 2007 um 11:53 Uhr

    aber nun Blog JvM doch:
    http://www.blog.jvm-neckar.de

  42. proxy site am 31. Oktober 2007 um 16:37 Uhr

    Ich würde mir wünschen, lieber Herr von Matt, dass Sie es einfach mal genauso machen wie Herr Kreutz. Nix passwortgeschützter Eigenblog, in dem wohl tatsächlich nichts drinsteht außer einer Zählmaschine, sondern loslegen. Bernd Kreutz hat’sja auch mal für 100 Tage versucht, und siehe da – jede Menge Fans.

  43. anonymous proxy am 5. November 2007 um 14:19 Uhr

    Besonders wenn die Offliner so auf den hohen Ross sitzen wie der liebe Reamy ;-) .

  44. automotive repair manual am 10. Januar 2008 um 11:33 Uhr

    Die interaktive Welt ist nun einmal nicht linear. Alleine die Abkehr vom linearen Kommunikationsmodell versetzt viele klassiche Werbeleute vor neue Aufgaben. Wenn diese Aufgaben allerdings nicht als Chancen sondern Probleme wahrgenommen werden, dann wird viel Potential vergeudet.

  45. maple story mesos am 13. März 2008 um 09:28 Uhr

    vorherrschende mechanistische Marketing ist das Massengrab der Werbeeffizienz. Wer weiter in Kanälen, Causes and Effects und in statischen Positionierungskategorien denkt, wird scheitern – selbst

  46. DigitaleWelten am 4. April 2008 um 03:55 Uhr

    Interessant, wie lange schon von trojanischen Pferden gesprochen wird. Jetzt ist der Begriff sogar richtig geschützt!
    Da ist der Matt platt, he? ;)

  47. Golf car am 5. April 2008 um 07:01 Uhr

    Klowände des Internets – es gibt doch viel schlimmeres. :)
    Und manchmal stimmt das doch…
    Und wie ein guter Werbemensch macht er das Beste draus und man sieht, er hat sich mit dem Phänomen BLOG auseinander gesetzt. Die ganze Sache endet(e) als kostenlose und weltweite Promo für Jung von Matt.

  48. Atlanta Real Estate am 17. Mai 2008 um 04:28 Uhr

    das Beste draus und man sieht, er hat sich mit dem Phänomen BLOG auseinander gesetzt.

  49. wow gold am 26. Juni 2008 um 03:42 Uhr

    vorherrschende mechanistische Marketing ist das Massengrab der Werbeeffizienz. Wer weiter in Kanälen, Causes and Effects und in statischen Positionierungskategorien denkt

  50. amy am 22. Juli 2009 um 09:07 Uhr

    Besonders wenn die Offliner so auf den hohen Ross sitzen wie der liebe Reamy

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  51. cheap wow gold am 22. September 2009 um 10:41 Uhr

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