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Dem Web gehen die Gründer aus

18. April 2007
von

“Es ist vorbei, bye, bye Junimond. Es ist vorbei es ist vorbei”. Warum nur kommt mir Rio Reiser in den Sinn, wenn ich über den deutschen Gründeresprit im Web nachdenke. Liegt es an den Twitter-Klonen, was im Brainmapping schnell zu Clowns führt oder daran, dass Jens Kunath sein Geld nicht los wird? Aber der Reihe nach.
Es ist schon beinahe grotesk, wie gegenwärtig Lemmingen gleich auf den Twitterzug aufgesprungen wird, wohl in der Hoffnung mit einem Copycat möglichst schnell vorne dran zu sein und es den Samwer-Brüder (alando/ebay) und deren Kopiererfolgen nachzumachen.
Erst kommt Texteln, dann schlägt Frazr auf und dann erblickt wamadu das Licht der Welt. Allmählich fühlt man sich im Web wie auf einem hessischen Weihnachtsmarkt, wo alle fünf Meter ein Sockenstand steht.

Vielleicht fehlt es aber vor allem an der mangelnden Gründermentalität. Denn die muss mehr aufbieten, als ein schnell zusammengestricktes Programm, dass man dann ins Web pustet. Fast schon verzweifelt muss deshalb Jens Kunath um Hilfe rufen: “Kapital sucht Gründer”:

“Ich kann es kaum glauben. Da wird immer wieder von den genialen Gründern gesprochen, die super Ideen haben nur leider kein Geld zur Verfügung gestellt bekommen. Ich bin seit 3 Monaten intensiv auf der Suche nach genau diesen Gründern, die unternehmerische Fähigkeiten haben und die Portion eigenen Antrieb. Bisher habe ich sehr wenige kennengelernt.”

Was soll da nur aus den Entrepreneuren werden, die unter deutsche-startups.de über aufstrebende Geschäftsideen berichten wollen. Haben die bald nix mehr zu schreiben? Können sie nur noch die Copycats chronologisieren, weil sich keiner aus der Komfortzone traut?

Womöglich ist es eine Frage des Spirits.
Deutsche-Startups-Macher Alexander Hüsing bringt im Wiwo-Blog Gründerraum die Basisqualifilkation schön auf den Punkt:

“Ich habe nichts zu verlieren.”

Aber er kann alles gewinnen, möchte man hinzufügen.

Doch viel Zeit bleibt nicht mehr. Die alten Dickschiffe versperren zunehmend den Hafen: Die locker gemachte Ratgeber-Community Hausgemacht.tv aus der Sat1-Schmiede oder die Plattform Essen-und-trinken.de aus dem Hause G+J Living zeigen, dass die Medienriesen zwar nicht das Web neu erfinden, aber ihre Chance zu nutzen wissen.
Geschichte wiederholt sich.

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Kommentare zu “ Dem Web gehen die Gründer aus ”

  1. ricardo am 18. April 2007 um 10:21 Uhr

    Naja, so ist das, weil die Leute, die wissen wie das Geschäft läuft alle Ideen schon verbraten haben.

    Ich habe mich mit meiner Idee bei Jens gemolden jedoch noch keine Antwort erhalten. Ok habe ich auch erst gestern geschrieben.

    Das Problem ist einfach, die Leute trauen sich nicht. Wer hat schon genug Geld bei Seite sich ein Programmiererteam zu leisten?

    Ideen hätte ich bis zu Genüge, aber an der Umsetzung, da haperts.

  2. Michael am 18. April 2007 um 19:41 Uhr

    ich möchte kein geld von einem sexy dialer haben !!
    der dann auch wieder irgendwas bei mir mit sexy dialern macht
    wenn herr kunath so innovativ ist soll er sich doch selbst was überlegen aber nicht auf irgendwelche züge aufspringen und diese zerstören
    geld macht ideen und potential kaputt die besten videos bei youtube werden auch ohne geld mit viel spass an der sache gemacht und siehe da es reicht

    ich glaube es sollte heißen

    kapital sucht jemanden zum zerstören

    mal ne frage an herrn kuntah warum machen sie nicht diese “tolle” idee von dem familien netzwerk den ihre frau hat oder mal hatte hahahahahahahahahahah

  3. s.matthes am 18. April 2007 um 22:52 Uhr

    Aber viele viele Gespräche mit Gründern machen dann doch Mut: Man hört ja inzwischen auch von Hightech-Startups abseits von Web-zwo-was auch-immer-hype, dass mehr gegründet wird und vor allem mit besseren Konzepten. Das erzählten mir gerade heute Abend mal wieder Experten der Fraunhofer Gesellschaft. Und die sind ja nicht gerade bekannt dafür, Ideen zu kopieren.

  4. Peter Kongel am 19. April 2007 um 17:15 Uhr

    Ich finde es sehr bedenklich wenn plötzlich solche “Geschäftsleute” sich zu Wort melden, bzw. in Blogs auftauchen.

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