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Der “Spiegel” und die Netiquette gegenüber Blog-Quellen

23. April 2007
von

Natürlich haben wir uns bei off-the-record gefreut, als der „Spiegel“ in der Printausgabe auf Seite 95 aus dem Interview mit Jean-Remy von Matt über Youtube und die Massengräber des Marketings zitiert hat. Vielleicht zitiert das Magazin aber auch aus der HORIZONT-Printausgabe vom Donnerstag. So genau erfährt man das leider nicht, weil der „Spiegel“ die Quelle des Zitats nicht nennt. Zumindest in den good old days war es allerdings Gentleman-like, dass Medien bei Zitaten, die nicht selbst recherchiert waren, die Quelle nennen. Bei Journalisten alter Schule gilt das immer noch. Aber vielleicht haben sich die Zeiten geändert? Vielleicht hat der Spiegel es auch im HORIZONT-Blog oder einem anderen Blog gelesen und dann im Wust die Originalquelle verloren. Kann mal passieren, angesichts des medialen Echos. Selbst in einem peruanischen Blog und anderen spanisch geschriebenen Blogs fand von Matt schließlich seinen Widerhall. Diese Blogs hatten aber auch zu off-the-record verlinkt. Doch wenn die höfliche Quellennennung schon unter Printmedien abnimmt, gilt die Blogger-Netiquette beim medialen Transfer vom Blog auf ein Printmagazin womöglich schon mal gar nicht? Mit anderen Worten: Das Gebaren des “Spiegel ” darf einem ein bisschen spanisch vorkommen.

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Kommentare zu “ Der “Spiegel” und die Netiquette gegenüber Blog-Quellen ”

  1. digital:next am 23. April 2007 um 17:18 Uhr

    Ich glaube, dass dies eine generelle Entwicklung im Netz ist. Blogger regen sich darüber auf, dass eine WAZ-Redakteurin abschreibt. Andere Blogger schreiben von Bloggern ab, ohne Quellen zu nennen. Sicherlich gibt es auch Blogger, die Texte aus den klassischen Medien übernehmen.
    Fakt ist, guter Stil ist es nicht. Dennoch scheint sich diese Söldnermentalität immer mehr durchzusetzen. Zum Leidwesen derer, die sich die Mühe machen zu recherchieren, zu schreiben und zu reflektieren.

  2. micha am 23. April 2007 um 17:26 Uhr

    Was soll man dazu sagen. Das war nicht das erste Mal, und wird auch nicht das letzte Mal sein … dabei müsste man doch einfach nur in einem Nebensatz “so Jean-Remy von Matt in einem Interview mit off the record” schreiben.

    Ok, ab und an, bei sehr ausschweifenden Artikeln oder weitläufigen Reportagen kann es schonmal passieren, dass man eine Quelle vergisst oder sie nicht detailiert erwähnt. Daher kann ich jetzt leider nicht sagen, ob das bei Spiegel entschuldbar wäre, da ich den Artikel eben nicht gelesen hab.

    Aber ansich, ist das fehlende Erwähnen einer Quelle (und auch wenn nur in einer Aufzählung am Schluss) schon etwas äußerst unschönes.

  3. björn am 23. April 2007 um 17:37 Uhr

    schätze dahinter steckt in erster linie die angst vor reichweitenverlust, da in manchen online-redaktionen nach wie vor der irrglaube vorherrscht, man würde nutzer (und damit werberelevante page impressions) durch externe links verlieren.

  4. Koenich Johann am 23. April 2007 um 22:41 Uhr

    achtung: nullmeldung!

  5. Martin Oetting am 24. April 2007 um 07:03 Uhr

    Nullmeldung? Weiß nicht. Ich finde schon bemerkenswert, dass der Spiegel aus Blogs abschreibt, ohne die Quelle zu nennen.

  6. björn am 25. April 2007 um 16:14 Uhr

    es ist einfach eine unsitte, die eingestellt gehört.

ivw