Warum es Real nicht hilft, wenn Mandel nur das Image aufpudert
Ich komme aus Wanne-Eickel, dem Herzen des Ruhrpotts. Dort redet man geradeaus und würde
Metros Marketing-Macher Manfred Mandel (sorry für die Alliteration), dort also würde man dem Werbechef, der für die SB-Warenhaus-Kette Real eine neue Imagaekampagne vorbereiten lässt, wohl zurufen: `Mach erst mal deine Arbeit, bevor du dir die Nase puderst`. Denn bei Real fehlt es an mehr, als nur einem schönen Image.
Ein Einkauf bei Real gleicht hin und wieder einer Zeitreise, allen Umbauten zum Trotz. Bei so manchem Blick auf das Mindesthaltsbarkeitsdatum (MHD) eines Produkts stellt sich nämlich die fast schon alltägliche Frage, ob man sich mal wieder im Kalender geirrt hat, weil das abgelaufene MHD schon einige Zeit zurückliegt. Aber immerhin ist das Produkt vorhanden.
Denn selbst bei Standards schafft es die Metro-Tochter mit schöner Regelmäßigkeit, leere Regale zu präsentieren. Probleme in der Disposition? Aber vielleicht wird gerade das Teil der neues Imagekampagne: Es macht nichts, das Marken out-of-Stock sind, weil das Sortiment genug Alternativen bietet.
Wer dann doch nichts kauft, muss indes damit rechnen unter dem Generalverdacht potentieller krimineller Taten zu stehen. Die Schranken an den Ausgängen jenseits der Kassen öffnen sich erst auf Knopfdruck der Mitarbeiter und nach einem höchst misstrauischen Blick, gegen den das Innenminsterium ein Hort gutgläubiger Menschen ist. Kann ja nicht sein, dass man bei dem Riesensortiment nix gefunden hat. Eigentlich fehlen nur noch die Bodyguards am Ausgang mit dem Knopf im Ohr.
Kaum zu glauben, dass Mandel, der zuvor bei Rewe die neue Imagekampagne verantwortete, die wie eine verkopfte Variante des Edeka-Auftritts daherkam, derartige Probleme bis zum Start einer Imagekampagne in den Griff bekommt. Offenbaren sich doch damit tiefersitzende strukturelle Mängel im Vertrieb und am Point of Sale, die mit eine paar schönen Pappen nicht zu lösen sind. Zumal die Kette, nach dem sie Wal-Mart inhaliert hat, noch genügend andere Baustellen beackern muss.
Besser wird das Warenangebot unterdessen auch nicht. Weil Real die Einkaufskonditionen nicht passten, wurden jüngst Marken ausgelistet, melden die Kollegen der Lebensmittelzeitung. Alles natürlich im Interesse des Kunden.
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Recht hast Du, aber wie sagte man doch einst: es passt alles zusammen. Ich sage nur “besorg dir´s doch einfach”. wer diesen claim verbrochen hat, dem gehört unter anbetracht der zielgruppe (70% Frauen, wenn nicht mehr), die kommunikations-lizenz entzogen!
Großes Real-Life Kino. Leider ist es in Hamburg ähnlich, sonst hätte man sagen können: Lieber ne Kanne Loni, als ne Wanne Eickel.