Flop: Unappetitliches aus der Herta-Welt
Dass mit Essen nicht gespielt wird, weiß wirklich jedes Kind — außer anscheinend dem kleinen Jungen im TV-Spot für die Tubenwurst Herta Feiner Streich. Gedankenverloren drückt er mehr und mehr der fleischfarbenen Paste aus der Packung heraus und türmt damit auf seinen Broten Gesichter auf. Dafür erntet er nicht etwa Schelte, sondern ein liebevolles Lächeln seiner Mutter.
„So ein Strolch!“, hört man sie förmlich denken, und eigentlich hat sie ja recht. Denn so unappetitlich wie der Feine Streich aus der Tube herausquillt, liegt die Annahme nicht fern, dass es sich dabei nicht wirklich um etwas Essbares handeln kann — womit erwähnte Benimmregel hinfällig wäre.
Doch ganz so einfach ist es nicht. Im Grunde genommen ist es die ge- beziehungsweise misslungene Kombination aus abstoßendem Produkt und verzogenem Kind, die diesen Spot so unerträglich macht. Wodurch das Ganze nicht besser wird:
Die verantwortliche Agentur Publicis hat nicht nur die Werbung kreiert, sondern war mit der Schwester Publicis Sasserath auch vom Start weg an der Entwicklung der Tubenstreichwurst der Nestlé-Marke beteiligt.
Von Saika Tumpach
Kunde: Nestlé, Frankfurt
Kreation: Publicis, Frankfurt
Produktion: E&P Commercial, München












Liebe Horizont – was ist da denn los? Scheinbar hat bei Euch in der Redaktion niemand Kinder, denn sonst wäre ja klar, wie gerne die Kleinen am “Kochen” beteiligt sein wollen. Mir persönlich gefällt der Spot und auch das Produkt und ich habe es auch schon in meinem Kühlschrank – schade, dass es bei Euch nicht auf Gefallen stößt. Und auch schade, dass der tolle emotionale Spot hier so runtergemacht wird…
Der Spot ist wirklich herzig und kommt sympathisch rüber. Da ist wohl der Autorin das Produkt übel aufgestoßen und hat dafür dann stellvertretend den Spot geprügelt. Essen aus der Tube ist aber auch wirklich nicht das gelbe vom Ei.
Ohne die Geschmacksverirrung dieses Produkts rechtfertigen zu wollen: Der Spot ist durchaus aus dem Leben gegriffen. Kinder machen sowas. Meine Tochter hätte die Schmierwurst wohl an die Wand verarbeitet, da ist die Film-Mama mit ein paar belegten Stullen noch gut weggekommen. Das Kind ist nicht verzogen, diese eher den Kritiker als den Spot kennzeichnende Bemerkung ist somit ebenso überflüssig, wie Wurstersatz aus Zahnpastatuben.
Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Der Spot ist sympathisch und das Kind authentisch.
Grundsätzlich ist mir zwar die Idee des Essens aus der Tube zutiefst zuwider, aber von Fall zu Fall kann diese Art der Verpackung durchaus praktisch sein. Jüngstes Beispiel ist für mich die Kräuterbuttertube von Meggle. Portionierung und hygienische Aufbewahrung sind damit optimal gelöst. Bei feiner Leberwurst kann ich mir das auch vorstellen, wobei ich sie noch nicht probiert habe …
Vielleicht ist es ein bisschen ungenau, dass hier Produkteigenschaft und Spotbewertung durcheinander geraten. Klar ist beides „Geschmackssache“ — aber ob die Qualität unter einer neuen Verpackung leidet und das Produkt deswegen gleich „abstoßend“ sein soll, würde ich mal in Frage stellen.
Der Spot ist so banal wie viele andere auch. Viel schlimmer finde ich den Claim “Mehr als nur Genuss”. Mehr? Nämlich was? Und wieso “nur” Genuss? Ist Genuss nicht eigentlich eine ganze Menge?
Liebe Frau Tumpach,
aus welcher Zeit sind Sie denn? „Mit Essen darf man nicht spielen“, „Lebensmittel aus der Tube sind unappetitlich“. Das sind ja wirklich extrem konservative Ansichten. Natürlich darf Essen auch Spaß machen. Erst recht, wenn es sich um ein Produkt handelt, das sich offensichtlich primär an Kinder wendet. Als Vater von drei Kindern kann ich bestätigen, dass nicht nur Kinder sondern genauso Erwachsene den Vorteil des Produkts sofort erkennen. Herta Feiner Streich macht nicht nur Spaß, sondern ist auch hygienischer und appetitlicher als normale Leberwurst. Denn, sind wir mal ehrlich, so eine Leberwurst im Naturdarm sieht nur beim Metzger wirklich lecker aus. Hat man sie erstmal in Gebrauch, dann liegt der Rest in einer ziemlich unansehnlichen, leicht angetrockneten Haut, die man nicht wirklich am nächsten Tag noch mal auf den Tisch stellen will. Meine Kinder würden dafür sicherlich keine „Schelte“ (das Wort ist übrigens genauso antiquiert wie Ihre Ansichten) bekommen. Wenn Sie dieses Kind für verzogen halten, hoffe ich, dass Sie keine Mutter sind.
Klar, könnnen Kinder mal mit Essen spielen. Die Frage ist nur, ob die Werbung mich deswegen anregt, dass Produkt zu kaufen. Ich finde die Werbung jetzt nicht besonders orignell. Die Werbung vermittelt mir ja eher, wie toll die Tube ist. Aber nicht, dass die Wurst auch schmeckt. Im Gegenteil: Ich denke eher darüber nach, dass so viel Wurst auf dem Brot nicht mein Fall ist. Auch wenn der Junge echt süß ist und es prinzipiell sicher auch an die eigenen Kinder erinnert.
Liebe Frau Dummbach,
mal vorab: ich finde den Spot gut und aus dem Leben gegriffen und Ihre Bewertung unterirdisch und dilettantisch. Also sowas beklopptes hab ich ja lange nicht mehr gelesen! Trotzdem Danke für den Kommentar, hab ja schon lange nix mehr aus der Steinzeit gehört!
Wenn SIE aufgefordert werden, etwas zu bewerten, ist das bei Ihnen scheinbar gleichgesetzt mit einem Impuls zum Meckern. Schön deutsch sowas! Brav.
Sie meckern doch nur an dem Spot rum, um sich wichtig zu machen. Glauben Sie etwa, durch dieses unqualifizierte Genöle ihre fehlende Kompetenz bzgl. Werbung und Kindern irgendwie kompensieren zu können?! …wollen Sie sich bei Ihrem Chef profilieren?! ..steht der auf sowas?! ..oder können Sie sich selbst nicht leiden und projezieren das dann auf ihre Umwelt?! …oder was soll sowas?!
Sie scheinen ja wirklich sonst nichts zu haben im Leben und tun mir irgendwie leid.
max
Ich finde es unglaublich, wie man ein solches Produkt kaufen kann geschweige denn auch noch gegen Kritik verteidigen. Fleisch essen ist das eine, aber zermantschte und bis zur Unkenntlichkeit pürrierte Tiere nebst Konservierungsstoffen, Aromata, Geschmacksverstärkern und Co. in eine Plastiktube zu packen um es sich das dann bei Bedarf auf die Stulle zu würgen…
Aber so gesehen – den Tiermatsch in den tiereigenen Darm zu packen und selbigen mitzufressen ist noch ekliger, wenn man darüber nachdenkt.
Naja, jeder nach seiner Fasson. Mensch isst halt, was er ist, aber Schweinebrei aus der Tube ist definitv nix für mich. ^^