Neulich in der Martinez-Bar… (I)
Da saß ich wieder an der Theke der Martinez-Bar, dem Mittelpunkt des perfekten Cannes-Glücks, und eichte mit einem langen Blick den Spiegel hinter dem Kellner mit den schulterlangen Korkenzieherhaaren. Links neben mir flätze sich gerade Che-Maurice von Heiße & Luft auf den Barhocker, in den wohl schon Titan David Ogilvy gepupst hatte. “Das Werber-Festival ist auch nicht mehr, was es mal war”, sagte Che-Maurice.Er rieb sich über sein Stoppelhaar und sah mich durch eckige Gläser an in der Hoffung, ich würde auf den goldenen Löwen starren, der an einer fetten Goldkette vor seiner Brust baumelte. Ich tat ihm dem Gefallen.
“Die Media-Leute sind in diesem Jahr alle umheimlich schlecht drauf”, sagte er.
“Sehr blass”, nickte ich.
“Kommen seit der Äffare um Ruzicka und Co nicht in die Sonne”, gab er zurück und zupfte sich an der Nasenspitze.
“Verstehe. Low-Profile.” Ich schob die Olive im Glas zur anderen Seite.
“Quatsch. Knast-Training.”
“So schlimm steht es schon?” Die Olive gehorchte nicht und schwamm zurück.
“Schlimmer noch. Die Jungs von den Finanzbehörden lungern jetzt auch hier Cannes herum. Inkognito.” Er kicherte und streichelte mit der Hand seinen Löwen.
“Was? Wie hast Du sie erkannt?”
“Karierte Sakkos.”
Fortsetzung folgt
(Disclaimer: Die Martinez-Bar gibt es wirklich. Sie ist während des Werbefestivals in Cannes DIE Anlaufstelle für Top-Kreative. Alle dort handelnden Personen sind frei erfunden.)



















palim, palim.