Jung von Matt geht niveaulos betteln
Selbst auf die Gefahr hin, sich dem Verdacht fortgesetzten Jean-Remy von Matt-Bashings
auszusetzen: Die Anzeige von Jung von Matt im “Spiegel” für Sixt lässt meine Mundwinkel nach unten hängen. Denn das Motiv mit den beiden Agentur-Granden wirkt nur auf den ersten Blick wie ein Stück gelungener Selbstironie, nachdem man für Sixt lange Zeit Promis durch den Kakao gezogen hatte. Zwar wissen “Spiegel”-Leser mehr, doch wer kennt JR und Holger Jung jenseits der Werbeszene? Doch der Streuverlust allein macht einem das Motiv noch nicht madig. Streuverluste scheinen hier ohnehin niemanden zu kümmern. Den Hinweis auf “Geiz ist geil” auf dem Pappschild versteht nur, wer weiß, dass Jung von Matt soeben den Saturn-Etat verloren hat. Ein Witz für Insider. Die aber erinnern sich daran, das Holger Jung als GWA-Präsident stets für eine gerechte Entlohnung der Agenturen eintritt. Da passt die Copy “…haben wir unsere Werbeleute im Preis gedrückt” einfach nicht ins Bild. Es ist das falsche Signal. Ach, und dann ist da noch der schlechte Geschmack: Mutmaßliche Millionäre, die sich in gestylte Penner-Kluft zwängen – das muss nicht sein.













Nur für Insider? Nur, wenn man die ganze Geschichte verstehen will, was man eben nicht muss.
Werbung nervt die Leute. Sixt betreibt Werber-Bashing. Die normale Reaktion dürfte also sein: “Hä hä hä. Genau. Scheiß Werber.”
Nicht mehr und nicht weniger.
ramses101 hat 100% Recht. Otto Normalo denkt sich echt, Scheiß Werber. Die kriegen eh soviel Kohle. Recht so. Hehe.
Dabei verdienen Werber eh so wenig Kohle.
Als Berufseinsteiger darbt man vor sich hin. Wenn die üblichen Überstunden und Wochenendarbeit dazugerechnet werden, sind die Agenturgehälter im Vergleich zur traditionellen Industrie oder IT-Branche eher abschreckend:
http://www.spiegel.de/unispieg.....96,00.html
Davon ausgenommen, sind natürlich Inhaber oder Geschäftsführer wie die beiden oben. Möchte mal wissen, ob irgendein Prakti für das Sixt-Shooting die Feld-Jacke an Jean-Remy von Matt verleihen musste … die Biker-Boots von Holger Jung sind bestimmt aus seinem eigenen Schuhregal.
Die Konkurrenz von W&V scheint das Motiv zu mögen:
http://www.wuv.de/news/kreation/index.php
So ist das in der Werbung. Wenn man keine Ideen mehr hat, holt man die Fusseln halt aus dem eigenen Bauchnabel. Und ein Auto von Sixt braucht man doch vor allem, wenn einem Auto-nome die eigene Karre anzünden. Ich warte also auf das nächste Motiv, auf dem dann Dieckmann und von Matt reüssieren.
Mit einem billigen Gag treibt hier eine Werbeagentur Eigenwerbung und erklärt dem Volke: Werbung verteuert Produkte und Dienstleistungen. Ergo: Würde Sixt gar keine Werbung machen, wären seine Autos noch billiger! Das ist keine Selbstironie, das ist nackte Dummheit. Ich denke, der Präsident des GWA sollte jetzt seinen Hut nehmen und sich damit in eine Fußgängerzone setzen! Und sollte dieses Sujet auch noch von den ADC-Juroren vernagelt werden, dann ist das für mich der letzte Beweis: Werbeleute nehmen ihre Arbeit gar nicht Ernst, kreationanieren auf Kosten ihrer Auftrageber und sind auch noch mächtig stolz auf ihre Ergüsse.
Ein Branchenwitz mit viel Streuverlusten.
Dennoch lustig und JvM zeigt ENDLICH mal wieder das echte/alte JvM-Gesicht vom Branchen-Rebellen. Auch wenn das Momentum beim JR Sprachlabor größer ist
Vermutlich würden sich 99% der Agenturen freuen, wenn sie überhaupt die Eier hätten ein derartiges Motiv dem Kunden zu verkaufen. Die Gleichen 99% reden hier natürlich schlecht über die Anzeige. Neidisch sind sie.
Wenn ich mir im Gegensatz dazu das McCann-Eigenwerbung-Motiv anschaue (10 Personen auf einem Plakat, wovon jeder einmal einen Preis beim Fäden ziehen gewonnen hat)…
Lieber Johann Koenich -
was willst Du denn mal werden, wenn Du groß bist? Geh bloß nicht in die Wirtschaftswerbung, denn dort gibt es schon genug Leute, die infantil denken!
Notabene: Der Unterschied zwischen Wirtschaftswerbung und Nabelschau ist ähnlich groß wie der zwischen “ManagerMagazin” und “Playboy”. Aber wer bei seinen Kunden als Trojanisches Pferd im Stall steht, der darf auch als Rosstäuscher in der Fußgängerzone sitzen.
@ Spießer
Forder doch nicht immer gleich bei jedem Scheiß, dass der Betreffende seinen Hut nehmen und zurücktreten soll. Wird ja langsam inflationär. Wie willst du dich denn noch steigern, wenn mal ein richtiger Aufreger kommt?
@ alle
So richtig lustig finde ich das Sixt-Motiv auch nicht, weil die Idee an der Werbung sparen=günstigere Produkte nicht neu ist. Und ich finde auch, dass da eine gehörige Portion Eitelkeit mitspielt, die sauer aufstößt. Aber: Jung von Matt schaffen es immer wieder, sich PR-mäßig in Szene zu setzen. Und: Das Motiv fügt sich schon gut in die Sixt-Kampagne, ist ein Hingucker und funktioniert auch, wenn man die beiden nicht kennt.
Lieber Spießer,
mit infantil kannst du doch eigentlich nur dein Alter Ego meinen. Schließlich ist dein kindisches Wesen deine Daseinsberechtigung in der Horizont oder diesem Blog.
Oder ist sie es nicht und habe bis jetzt alles falsch verstanden?
Wo du aber unabdingbar Recht hast: Die Idee ist kein großer Wurf und es wäre ein Schande, würde man sie bei Kreativ-Wettbewerben auszeichnen. Im übrigen kommen die besten Arbeiten für Sixt seit geraumer Zeit aus Düsseldorf…
@ Materazzi: Das hast du schön gesagt!
Du spricht mir aus der Seele.
@Materazzi
Kannst Du überhaupt ermessen, was es bedeutet, wenn der Präsident des GWA mit seiner Selbstprofilierung dem Verbraucher und den Verbraucherverbänden mitteilt, dass Werbung die Produkte und Dienstleistungen verteuert…? Gab es für die Werbeagenturen in der letzten Zeit einen größeren Aufreger…? Wenigstens hast Du erkannt, dass diese Aktion “Scheiß” ist. Und Scheiße sollte man nicht auf der Straße, sprich in der Öffentlichkeit, machen, sondern im stillen Kämmerlein.
Im übrigen: Würden die Herren Jung und von Matt auf dem Hamburger Jungfernstieg die Hosen runterlassen und Scheiß auf der Straße machen, würden sie noch mehr Aufmerksamkeit erzielen. Aaaber: Hat das was mit Kreativität zu tun oder gar mit Wirtschaftswerbung…?
@ Johann Koenich
Zur Info: In der vergangenen Woche habe ich eine Sixt-Anzeige zu meinem Liebling der Woche gemacht. Du siehst: Wenn die Werbung für Sixt machen und nicht für JvM, dann kommt auch Gutes dabei raus. Und: Wenn mich jemand bei meinen Vorträgen fragt, welche Werbekampagne der letzten Zeit mir am besten gefällt, dann ist meine Antwort: Sixt – und danach lange nichts. Um so enttäuschter bin ich natürlich, wenn die Agentur den Bogen überspannt, um sich selbst in Szene zu setzt.
@ Spießer
Muss man das denn so bier-bierernst sehen?
Kein Mensch wird die Aussage der Anzeige wörtlich nehmen. Weil jeder weiß, dass so eine Anzeige in Produktion und Schaltung genau so teuer ist wie jede andere auch. Und jeder weiß auch, dass er, wenn er für ein Produkt bezahlt, die Werbung mitbezahlt.
Es ist also nur ein: Witz.
Der jetzt auch nicht soooo mörderlustig ist. Und auch wenn die Anzeige für Sixt funktioniert, ist die JvM-Eigen-PR natürlich ziemlich penetrant.
Aber ich finde, man kann auch einfach mal ein kleineres Fass aufmachen.
Oder spricht da der Neid aus dir, dass, wenn du dein Geschäft auf dem Jungfernstieg verrichten würdest, das weitaus weniger Menschen interessieren würde als wenn das die Herren Jung von Matt täten?
@ Materazzi
Diskussionen mit Laien über Themen, die nur Fachleute verstehen, sind immer end- und fruchtlos. (Über Werbung und Kosten solltest Du Dich mal von einem Fachmann informieren lassen!) Also belassen wir’s beim momentanen Meinungsaustausch, zumal ich als Laie alles gesagt habe und mich nur ungern wiederhole.
Off topic:
Ist das rechts ein Skyscraper auf off the record?
Premiere: der erste Werbebanner auf dem Werbeblog!
Zum Glück ist es von IP Deutschland und nicht von Yahoo!,
sonst würden einige Blog-Stalinisten hier empört die Sau rauslassen.
Glückwunsch, habt ihr schon so viel Reichweite hier, dass sich für Eure Kunden Online-Werbung lohnt?
@ Spießer
Und worüber genau soll ich mich im Zusammenhang mit Werbung und Kosten von einem Fachmann informieren lassen?
Du meinst, es stimmt nicht, dass eine Anzeige im Spiegel trotzdem bezahlt werden muss, auch wenn es sich der Inhalt (ironisch) um Einsparung von Werbekosten dreht? Oder was? Auf was beziehst du dich?
Ich will ja nicht penetrant wirken, aber das wüsste ich schon gern.
@G
danke der Nachfrage. Du warst im Spam-Ordner gelandet.
Ja es ist ein Skyscraper.
Mit der Reichweite sind wir schon ganz zufrieden. Alles andere muss man abwarten.
@Materazzi
Ich spreche nicht von Schaltkosten. Frag doch mal Holger Jung, was seine Agentur an Sixt verdient! Aber damit sollten wir das Thema nun wirklich beenden. Wie ich hörte, wurde für die Herren Jung und von Matt bereits ein Spendenkonto eingerichtet. Statt hier weiter zu kommentieren, ob der “Scheiß” stinkt oder bloß schlecht duftet, solltest Du lieber spenden! Und bitte für mich gleich mit, da ich die Kontonummer verlegt habe !;-)
Warscheinlich war die Anzeige umsonst. (Media-Deal).
@Johann Koenich
Auf jeden Fall war sie da! Denn Du kennst doch den Unterschied zwischen “umsonst” und “gratis”, oder? (ICH bin auf jeden Fall gratis zur Schule gegangen
)
Ich meine: “…war sie das!”
behind every jokes there is a truth.
wm-arschloch materazzi könnt gut das guerilla im berliner in-italo due forni übernehmen, die haben auch von nichts ahnung!
Ich hab gelacht und finde die Werbung super.
Ich denke, ich bin aus der Normalbürger-Zielgruppe die sie erreichen wollen, die die es witzig finden sollen und es hat geklappt!
Ja, ich sach ma so, nä? — Wer von dem Saturn-Etat wusste, würde hier vielleicht denken, dass die Herren Jung und von Matt ein wenig kleinkariert reagieren bzw. wie ein oder auch zwei eingeschnappte 5 jähirge Mädchen, oder meinetwegen auch einem kleinen Jungen dem man den Lolli weggenommen hat.
Aber, nun gut. Wer davon nix weiss dem sagt die Anzeige auch nix. Da blättert Herr oder Frau Ottonormalverbraucher durch das Magazin und bleibt stehen, fragt sich:”Hä? Zwei Vagabunden machen Werbung für eSixt? Was soll das denn? Und was hat das mit Geiz ist geil zu tun? Apropo, da fällt mir ein ich wollt ja noch zu Saturn!”
Ja, ja auch die tollste Prestige-Agentur begeht mal einen Fauxpas.