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Mediale Blutgrätschen

29. Juni 2007
von Olaf Kolbrück

Warum eigentlich reagieren Blogger auf Seitenhiebe von Kollegen des Gedruckten immer mal wieder wie der Fußballer, der sich nach einem Rempler zu Boden wirft und Foul ruft? Dabei kann man doch doch aus Sätzen der Stern-Feder Hans-Ulrich Jörges (“Loser generated Content”) schlicht die Angst heraushören. Die Angst, nach der Informationshoheit auch noch die Deutungshoheit zu verlieren. Warum also nicht einfach über die kleinen verbalen Blutgrätschen hinweghüpfen und das Tor machen? Sollen doch Jörges und Co weiter ihr Unverständnis über den “Dreck von unten” deutlich machen und Kreisklassen-Fußball bieten. Auf den Zuschauerrängen wird man sich lieber über weitere Tore freuen. Wichtig ist aufm Platz.

Zur Diskussion über Jörges unter anderem hier, hier und hierund hier

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Kommentare zu “ Mediale Blutgrätschen ”

  1. Peter Turi am 29. Juni 2007 um 10:33 Uhr

    Hast Du schon mal gehört, dass man mit besonnenen Kommentaren und mitleidigem Schweigen Klicks und Links kriegt? Die Meister der Erregungs-Erregung wissen schon, wie sie auf kleine Fouls der Gegenseite zu reagieren haben. Es sind u.a. diese vorhersehbaren Backenaufblasereien bei Knüwer und Co., die Kleinbloggersdorf für Profis so unerquicklich machen.

    Ich fand “Loser Generated Content” eine hübsche Provokation, zumal ich bekennender Loser bin. ;-)

  2. Koenich Johann am 29. Juni 2007 um 14:08 Uhr

    Lieber Herr Kohlbrück,

    so ab und an wünsche ich mir ein bisschen mehr Spießertum in Ihren Berichten. Das ist jetzt schon der zweite, der eine Nullmeldung thematisiert.

    Nichts für ungut, aber vielleicht muss man ja nicht jeden Tag etwas schreiben, wenn es nichts zu schreiben gibt :-)

  3. Chat Atkins am 29. Juni 2007 um 18:47 Uhr

    Ich will dir auf deine Eingangsfrage antworten: Weil alle Blogs zusammengenommen gar nicht so viel Murks produzieren können wie die bundesdeutsche Lohnschreiberei, die zu allem Überfluss neuerdings auch noch mit einer Glasperlenkette namens ‘moderner Qualitätsjournalismus’ kokettiert …

  4. Globalisierungsblog am 30. Juni 2007 um 12:27 Uhr

    Sicher ist das Angst, der Stern ist auch nicht so gut, dass er darüber erhaben sein könnte.

  5. Andreas Skowronek am 1. Juli 2007 um 08:31 Uhr

    @ Peter Turi

    Wir sind ja nicht oft einer Meinung.
    Aber was die Aufwertung von Banalitäten (und damit meine ich die Äußerung von Jörges) betrifft, stimme ich voll zu.

    Hier ein Lehrsatz, der auch für Blogger gilt:

    Der geschickte Journalist hat eine Waffe: das Totschweigen – und von dieser Waffe macht er oft genug Gebrauch.
    Kurt Tucholsky, Jurist und Schriftsteller

  6. Waldi am 1. Juli 2007 um 21:34 Uhr

    Nennt man nicht solche Pawlowschen Reflexe in der Blogosphäre kurz ‘Stöckchen’?

  7. lokalreporter am 6. Juli 2007 um 22:46 Uhr

    jörges aufgeregtheit ist nicht inszeniert, sondern zwanghaft -> pitigrilli läßt grüßen!
    vielleicht gibts ja schon bald ein tränenreiches outing, auf sternTV!

ivw