Mediale Blutgrätschen
Warum eigentlich reagieren Blogger auf Seitenhiebe von Kollegen des Gedruckten immer mal wieder wie der Fußballer, der sich nach einem Rempler zu Boden wirft und Foul ruft? Dabei kann man doch doch aus Sätzen der Stern-Feder Hans-Ulrich Jörges (“Loser generated Content”) schlicht die Angst heraushören. Die Angst, nach der Informationshoheit auch noch die Deutungshoheit zu verlieren. Warum also nicht einfach über die kleinen verbalen Blutgrätschen hinweghüpfen und das Tor machen? Sollen doch Jörges und Co weiter ihr Unverständnis über den “Dreck von unten” deutlich machen und Kreisklassen-Fußball bieten. Auf den Zuschauerrängen wird man sich lieber über weitere Tore freuen. Wichtig ist aufm Platz.
Zur Diskussion über Jörges unter anderem hier, hier und hierund hier



















Hast Du schon mal gehört, dass man mit besonnenen Kommentaren und mitleidigem Schweigen Klicks und Links kriegt? Die Meister der Erregungs-Erregung wissen schon, wie sie auf kleine Fouls der Gegenseite zu reagieren haben. Es sind u.a. diese vorhersehbaren Backenaufblasereien bei Knüwer und Co., die Kleinbloggersdorf für Profis so unerquicklich machen.
Ich fand “Loser Generated Content” eine hübsche Provokation, zumal ich bekennender Loser bin.
Lieber Herr Kohlbrück,
so ab und an wünsche ich mir ein bisschen mehr Spießertum in Ihren Berichten. Das ist jetzt schon der zweite, der eine Nullmeldung thematisiert.
Nichts für ungut, aber vielleicht muss man ja nicht jeden Tag etwas schreiben, wenn es nichts zu schreiben gibt
Ich will dir auf deine Eingangsfrage antworten: Weil alle Blogs zusammengenommen gar nicht so viel Murks produzieren können wie die bundesdeutsche Lohnschreiberei, die zu allem Überfluss neuerdings auch noch mit einer Glasperlenkette namens ‘moderner Qualitätsjournalismus’ kokettiert …
Sicher ist das Angst, der Stern ist auch nicht so gut, dass er darüber erhaben sein könnte.
@ Peter Turi
Wir sind ja nicht oft einer Meinung.
Aber was die Aufwertung von Banalitäten (und damit meine ich die Äußerung von Jörges) betrifft, stimme ich voll zu.
Hier ein Lehrsatz, der auch für Blogger gilt:
Der geschickte Journalist hat eine Waffe: das Totschweigen – und von dieser Waffe macht er oft genug Gebrauch.
Kurt Tucholsky, Jurist und Schriftsteller
Nennt man nicht solche Pawlowschen Reflexe in der Blogosphäre kurz ‘Stöckchen’?
jörges aufgeregtheit ist nicht inszeniert, sondern zwanghaft -> pitigrilli läßt grüßen!
vielleicht gibts ja schon bald ein tränenreiches outing, auf sternTV!