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Saubere Werbung für Atomkraftwerke

6. Juli 2007
von

Man kann über Atomenergie natürlich geteilter Meinung sein, aber ganz leidenschaftslos betrachtet bringt die Bildsprache der Interessensgruppe Deutsches Atomforum e. V. auf der Seite Klimaschuetzer.de die Botschaft ziemlich exakt auf den Punkt. Die Message “Kernenergie schützt das Klima” ist einfach, visuell verständlich und gibt sich vordergründig völlig undogmatisch.

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Kommentare zu “ Saubere Werbung für Atomkraftwerke ”

  1. florian am 6. Juli 2007 um 14:43 Uhr

    warum ist der beitrag nicht in “flop der woche”?
    oder ist der beitrag ernstgemeint. ich hoffe wohl nicht.

  2. Olafkolbrück am 6. Juli 2007 um 14:53 Uhr

    @florian
    Der Beitrag ist ernst gemeint.

  3. florian am 6. Juli 2007 um 14:59 Uhr

    dann ist das beispiel brunsbüttel wohl eher das falsche. zur information ist dieses kraftwerk aufgrund eines trafobrandes stillgelegt und nach weiteren informationen gab es auch auswirkungen auf den reaktor. somit produzierte es ungewollt durch den brand in der letzten woche co2, dafür aber keinen strom mehr:)

    deswegen ist die überschrift “klimaschützer der woche” mehr als ironisch. und die bildsprache kann den schafen maximal die brandstiftung unterstellen, ein gutes beispiel ist es aktuell aber sicher nicht mehr.

  4. Al am 6. Juli 2007 um 15:07 Uhr

    In Wirklichkeit kann man über Atomenergie (Krümmel, Brunsbüttel anyone?) ebenso wenig geteilter Meinung sein, wie über die Unverfrorenheit der Kampagne. Siehe dazu auch unter http://www.werbewunderland.de/.....-wahrheit/

  5. Olafkolbrück am 6. Juli 2007 um 15:08 Uhr

    @florian:
    Da hast du recht. War mir nicht in Erinnerung, dass der Brand in Brunsbüttel war. So entbehrt das Motiv in der Tat nicht einer gewissen Komik. Aber die Atomies haben noch bilder mit Gundremmingen, Neckarwestheim und Unterweser.
    http://www.klimaschuetzer.de/k.....mpagne.php
    Vielleicht ist davon ja noch eins in Betrieb?
    Die Grundidee der Kampa finde nichtsdestotrotz ganz clever.

  6. Claus Thaler am 6. Juli 2007 um 16:40 Uhr

    Mal abgesehen vom Brand in Brunsbüttel ist das mit dem nicht vorhanden CO2-Ausstoß doch wohl ein ganz billiger Taschenspielertrick:
    Ich kann auch ein Messer abbilden und schreib drunter “Damit wurde noch nie jemand erschossen.”
    Stimmt auch, aber das Messer bleibt trotzdem eine gefährliche Waffe, wenn man sie falsch einsetzt.

  7. Kay am 6. Juli 2007 um 16:54 Uhr

    was mich am meisten stört ist das diese kampagne unter anderem bei brand eins veröffentlicht wurde. ich finde das gehört nicht in dieses magazin

  8. Miethirn am 6. Juli 2007 um 18:27 Uhr

    diese kampagne ist ein prima beispiel für die chuzpe der werber, die immer das machen, womit man gerade noch so durchkommt, ohne direkt vor den kadi gezerrt zu werden. mein gott, klimaschützer der woche! wie zynisch ist das denn? was nützt ein geschütztes, aber so richtig verstrahltes klima? endlager? hallo?
    vollidioten.
    schön exekutiert allerdings.

  9. Miethirn am 6. Juli 2007 um 18:38 Uhr

    jetzt erst gesehen, das doppelköpfige schaf. haha!

  10. Don Alphonso am 6. Juli 2007 um 19:01 Uhr

    Ich glaub mein Schwein pfeift: Das Uran, mit dem die Chose betrieben wird, kommt sicher von den umliegenden Feldern, wird dort von einer Kommune eingesammelt und anschliessend auf Mauleseln ins AKW gebracht, oder? Und weil man es nicht rund um den Globus mit einem Haufen hochtoxischer Mittel abbauen und reinigen muss, bleiben auch keine stahlenden Halden, Giftmülldeponien und nichts vom Zerfallsprodukt Radon übrig, das Lungenkrebs erzeugt.

    Alles so schön sauber. Ja ne is klar. Supi Kampagne, recht haben sie, die Leute.

  11. Frank Meier am 6. Juli 2007 um 20:18 Uhr

    Kommt mal von Eurer hysterischen Umweltrettungschei… runter. So langsam geht mir dieser Quatsch gehörig auf die Eier. Euer Wohlstandsichmussmichjetztverwirklichengehabe ist nicht mehr zum aushalten. Wieso nur muss andauernd miterleben wie sich jeder Dummi vor den nächsten besten Karren spannen lässt der nun gerade rumsteht. Das kapier ich nicht. Gibt es so wenig Hirn auf dieser Welt????

  12. Sven Larson am 6. Juli 2007 um 20:42 Uhr

    Die Ideologie einer „vom Menschen gemachten Klimakatastrophe“ wurde in den achtziger Jahren geboren, als englische Wissenschaftler bei der damals regierenden Margaret Thatcher vorstellig wurden, um Geld für den Betrieb ihrer teuren Computermodelle zu erbitten. Sie versprachen ein schlüssiges Klimamodell zu erarbeiten und damit die englische Wissenschaft wieder an die Weltspitze zu führen. Als Grundlage für ihr Klimamodell nahmen sie den seit 1954 registrierten Anstieg des CO2-Gehaltes in der Atmosphäre und behaupteten, dieser Anstieg wäre auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen und würde die Menschheit in namenloses Elend stürzen. Es ist auch nicht ein einziger Ansatz zu erkennen, dass die Mitglieder dieser Gruppe die Klimaänderungen der vergangenen Jahrtausende angesehen, geschweige denn nach einem Verständnis gesucht hätten.

    Weltumspannende Klimadiktatur droht

    Im Jahr 1990 stellte das 1988 gegründete IPCC seinen ersten Weltklimabericht vor, der in einhundert Jahren eine Katastrophe prophezeite. Zwar musste das IPCC seine Aussagen in den Folgejahren abmildern, doch hatte das IPCC inzwischen übernationale Macht erlangt, die es auszubauen galt. Das Geld spielte keine Rolle mehr, seit man sich auf die politische Bühne begeben hatte und eine immer größere Zahl von „Wissenschaftlern“ dem IPCC zuarbeiteten. Nochmals und in aller Deutlichkeit: Das IPCC ist entgegen den Statuten eine politische Organisation und keine naturwissenschaftliche.

    Inzwischen hat die „Klimakatastrophe“ auch die letzte Regierung der Erde erreicht. Das „Kyoto-Protokoll“ wurde geboren, die unsinnigste Geldvernichtungsmaschine, die Politiker erfinden konnten. Vor allem die deutschen Regierungen begannen, die Wirtschaft des Landes „ökologisch“ auszurichten, ohne auf die Warnungen jener Naturwissenschaftler zu hören, die der „Klimakatastrophe“ noch nicht erlegen waren. Das Ergebnis der „nachhaltigen ökologischen Ausrichtung“ wird eine stete Verarmung der heute noch reichen Industrieländer mit Deutschland als Vorreiter zur Folge haben. Sie mutierte inzwischen zur schlimmsten Selbstverstümmelung, die sich Menschen ausdenken konnten, weil sie unweigerlich in eine weltumspannende Klimadiktatur münden wird. Wann das Unheil sein Ende findet, vermag niemand zu sagen.

    Wird es irgendwann einmal kälter, werden die gleichen Geister aufstehen und wiederum behaupten, diese neue „Klimakatastrophe“ wäre von Menschen gemacht. Unzählige Forscher werden bereit sein, das durch „wissenschaftliche“ Untersuchungen zu bestätigen.

    Quelle : http://www.faz.net/s/RubC5406E.....ntent.html

  13. Jens Schulz am 6. Juli 2007 um 20:47 Uhr

    Der neue Faschismus ist da.

    Tatort: Ein Supermarkt in Sachsen. Familie Martin erwirbt Lebensmittel für vierzig Euro, von denen sich die fünfköpfige Familie drei Tage lang ernähren möchte. Doch die Martins freuen sich zu früh über den günstigen Einkauf. Denn da kommt Klimakommissarin Kati Ehlert und kontrolliert ihren Wagen. Spargel, Rindfleisch und Milch gefährden das Weltklima, belehrt sie die verdatterte Familie. „Was gleich ins Auge sticht, ist der Spargel“, erläutert Ehlerts Gutachter, „der ist aus Peru, der ist mit dem Flugzeug gekommen.“

    Das fahrlässige Einkaufsverhalten der Martins entspricht einer ­CO2­Emission von unglaublichen 37 Kilo, was die Klimakommissarin mit einem Stapel aus 37 Tüten Mehl deutlich macht. Dennoch kommen die Missetäter noch mal ungeschoren davon, denn es sind ja keine echten Polizisten, die den Einkaufswagen kontrollieren, sondern nur Mitarbeiter der Sendung „exakt“ des Mitteldeutschen Rundfunks. Die Klimakontrolle ist nur eine pädagogische Fernsehfiktion — aber hart an der deutschen Realität im warmen Frühling 2007. Einkaufen, wohnen, reisen: demnächst nur noch unter Klimavorbehalt? Schließlich geht es ums Ganze.

  14. ich noch mal am 6. Juli 2007 um 20:59 Uhr

    Url: http://www.focus.de/politik/ci.....57268.html

    Die Klima-Hysterie
    Die Menschheit steht unmittelbar vor einer Klimakatastrophe. So lautet der Konsens. Doch tut sie das wirklich? Wer nicht in den allgemeinen Alarmismus einstimmt, gerät allzu leicht ins Abseits.
    Michael Miersch

    Eisbären — Sinnbild des Klimawandels
    Tatort: Ein Supermarkt in Sachsen. Familie Martin erwirbt Lebensmittel für vierzig Euro, von denen sich die fünfköpfige Familie drei Tage lang ernähren möchte. Doch die Martins freuen sich zu früh über den günstigen Einkauf. Denn da kommt Klimakommissarin Kati Ehlert und kontrolliert ihren Wagen. Spargel, Rindfleisch und Milch gefährden das Weltklima, belehrt sie die verdatterte Familie. „Was gleich ins Auge sticht, ist der Spargel“, erläutert Ehlerts Gutachter, „der ist aus Peru, der ist mit dem Flugzeug gekommen.“

    Das fahrlässige Einkaufsverhalten der Martins entspricht einer CO2 Emission von unglaublichen 37 Kilo, was die Klimakommissarin mit einem Stapel aus 37 Tüten Mehl deutlich macht. Dennoch kommen die Missetäter noch mal ungeschoren davon, denn es sind ja keine echten Polizisten, die den Einkaufswagen kontrollieren, sondern nur Mitarbeiter der Sendung „exakt“ des Mitteldeutschen Rundfunks. Die Klimakontrolle ist nur eine pädagogische Fernsehfiktion — aber hart an der deutschen Realität im warmen Frühling 2007. Einkaufen, wohnen, reisen: demnächst nur noch unter Klimavorbehalt? Schließlich geht es ums Ganze.

    Die Agitationsmittel von einst

    Der Hamburger Oberbürgermeister bezahlt Schülern den Besuch von Al Gores Doku-Thriller „Eine unbequeme Wahrheit“. Umweltminister Sigmar Gabriel kauft gleich 6000 DVDs und lässt sie kostenlos an Schulen verteilen. An bayerischen Gymnasien führen Aktivisten von „Germanwatch“ ihre Roadshow „Klimaexpedition“ vor — gesponsert von der Münchner Rückversicherung.

    Um die letzten Ungläubigen am emotionalen Schlafittchen zu packen, greift das öffentlich-rechtliche Fernsehen schon mal auf bewährte Agitationsmittel von einst zurück: Kinder als Botschafter der Rettung. Die zwölfjährige Carla Zeller sprach einen „Tagesthemen“-Kommentar und warnte mit kindlichem Ernst, „dass halb Deutschland überschwemmt wird und auf den Feldern nichts mehr wächst…“

    Knut, das Kuscheltier der Apokalypse

    Der Eisbär Knut ist zum Kuscheltier der Apokalypse geworden
    Wirkungsmächtiger noch als die Klimakommissarin und Clara zusammen ist jedoch ein anderer: der kleine Eisbär Knut. Der weiß zwar nicht, was ihm geschieht, aber gerade das macht ihn zum idealen Diener der großen Sache. Knut, als Kuscheltier der Apokalypse zusammen mit Leonardo DiCaprio auf dem Cover der amerikanischen Vanity Fair. Knut demnächst als globaler Klima-Engel in einem Kinderbuch des amerikanischen Harry-Potter-Verlages „Scholastic“, der sich die Rechte am Berliner Eisbären sicherte. Die Macht der Bilder erschlägt jeden Zweifel. Der weiße Bär auf schmelzender Scholle wurde zur globalen Ikone. Dass die Spezies Eisbär in ihrer Entwicklung schon mehrere erdgeschichtliche Warmzeiten unbeschadet überstanden hat, tut da nichts mehr zur Sache. Auch dass ihr Bestand im vergangenen halben Jahrhundert von circa 5000 auf 25 000 wuchs, ist ein lästiges Detail. Die Eisbären sterben aus! Schuld ist die Klimaerwärmung! Basta!

    Große Koalition aus Greenpeace und „Bild“-Zeitung

    Die ganz große Koalition aus Greenpeace und „Bild“-Zeitung hat es so beschlossen, und alle freuen sich: Hurra, wir retten die Welt! Lidl-Supermärkte helfen mit, indem sie dem Greenpeace-Magazin einen Großteil der Auflage zum Festpreis abnehmen (unabhängig davon, wie viele Hefte verkauft werden). Banken und Börsen freuen sich über den Handel mit Emissionsrechten. Rückversicherungen freuen sich auch, denn die gefühlte Zunahme von Unwettern treibt die Preise der Policen hoch. Und sogar die ewig murrenden Bauern freuen sich: Für den Anbau von Biosprit-Pflanzen winken ergiebige Subventionen.

    Es sprudeln auch die Fördergelder für Klimawissenschaftler. Weltweit flossen in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten zweistellige Milliarden-Dollarbeträge in ihr Forschungsgebiet. Gut angelegtes Geld, denken sich Politiker, die gern als Weltretter posieren. Sie überbieten sich gegenseitig mit Klimaschutzbekenntnissen und mehr oder weniger intelligenten Vorschlägen, wie die Erderwärmung zu stoppen sei. Der Soziologe Ulrich Beck bezeichnete die Klimapolitik treffend als „eine Sinnressource für die delegitimierte und von Vertrauensverlust gezeichnete Politik“. Und das Schönste ist, man kann mit dem Klimaschutz alles rechtfertigen, jedes Verbot, jede Steuererhöhung. Ob es was gebracht hat, stellt sich angenehmerweise erst in hundert Jahren heraus.

    Schlimmer geht’s immer

    Um das Publikum im Alarmzustand zu halten, kann es nie schlimm genug kommen. „Fliegt uns die Erde um die Ohren?“, fragte „Bild“ im Januar und verkündete im Februar die Antwort: „Unser Planet stirbt! Jetzt amtlich: Erde immer heißer.“ Kurz darauf dann: „Wir haben noch elf Jahre …“ „Bild“ bildet keine Ausnahme: Hörfunk, Fernsehen und die allermeisten anderen Blätter stimmen die gleiche Tonlage an. Wie einst bei Waldsterben, Nachrüstung, Tschernobyl und BSE steigern sich die professionellen Deuter in einen Untergangsrausch, der jeden Zweifel niederwalzt. Der Erfolg ist überwältigend: Ohne Führer und ohne Staatspartei entstehen Meinungsmehrheiten, die SED-Wahlergebnissen gleichen. Beim Thema Klima macht der Pluralismus Pause.

    Warum düstere Prognosen so gefragt sind

    Dürre, Katatrophen und Trockenheit — Düstere Prognosen haben Konjunktur
    Kaum einer traut sich zu fragen, ob es wirklich seriös ist, das Weltklima für 50 oder 100 Jahre vorherzusagen. Schließlich gelingt dies nicht einmal für die nationale Wirtschaftsentwicklung eines Jahres — obwohl man es dabei mit weitaus weniger Unbekannten zu tun hat. Es ist keine Verschwörung und kein böser Wille, der diese Dampfwalze treibt — eher eine Art Selbstgleichschaltung aus guter Absicht.

    Das Mantra vom Ende der Diskussion

    Doch mit Aufklärung hat es nichts zu tun. Aufklärung würde bedeuten, Zuschauer und Leser in die Lage zu versetzen, selbst abzuwägen und sich ein eigenes Urteil zu bilden. Das Gegenteil geschieht. Moderatoren und Redakteure wiederholen wie ein Mantra den Satz: Es gibt keinen Zweifel mehr, die Diskussion ist beendet. Richtig daran ist: Kein Wissenschaftler bezweifelt, dass die durchschnittliche globale Oberflächentemperatur im 20. Jahrhundert um circa 0,7 Grad Celsius zugenommen hat. Wie groß die Rolle des Kohlendioxids dabei ist, wie stark der Mensch das Klimageschehen beeinflusst und insbesondere wie sicher die Hochrechnungen sind, mit denen die Temperatur der Zukunft vorausgesagt wird, ist nach wie vor wissenschaftlich umstritten. Völlig offen ist auch, ob eine Erwärmung nur Nachteile bringt. Denn in der Vergangenheit waren Warmzeiten stets besonders angenehm für Mensch und Natur. Der warme April in Europa wird zum Desaster erklärt, die äußerst ruhige Hurrikansaison des Herbstes 2006 in Nordamerika war dagegen keine Schlagzeile wert.

    Die Apokalyptiker vom Dienst

    Stets richten sich die Mikrofone auf das gleiche halbe Dutzend Wissenschaftler, von denen man die düstersten Prognosen abrufen kann. Beim Waldsterben war es ebenfalls nur eine Handvoll Experten. Alle anderen wurden als Verharmloser denunziert — damals wie heute. Nicht alle Wissenschaftler sind sich einig. Es sind lediglich alle, die von den deutschen Leitmedien gefragt werden. Und die wissen ihre privilegierte Stellung geschickt zu nutzen, um ihre Kollegen zu denunzieren. „Inzwischen erinnern mich die letzten Zweifler an religiöse Fundamentalisten, mit denen man überhaupt keine Debatte mehr führen kann“, sagt Professor Jochem Marotzke vom Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie.

    Dass unter diesen „Fundamentalisten“ zahlreiche besonnene und hoch geehrte Wissenschaftler sind, die teilweise an den Berichten der UN-Klimabehörde IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) mitgearbeitet haben, dürfte Marotzke bekannt sein. Ist der Leibniz-Preisträger Jan Veizer ein Fundamentalist, Henrik Svensmark vom staatlichen dänischen National Space Center, John Christy von der University of Alabama oder Richard S. Lindzen vom Massachusetts Institute of Technology?

    Zahlreiche angesehene Klimaforscher zweifeln, weil ihre Messdaten nicht mit der offiziellen Theorie übereinstimmen. Der brachiale Stil, mit dem eine wissenschaftliche These kanonisiert und durchgepeitscht werden soll, irritiert inzwischen auch Anhänger der Mehrheitsmeinung. Zum Beispiel Heinrich Miller, Geophysiker am Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven. „Übertreibung führt zu Abstumpfung“, sagt er und fordert „mehr Offenheit in der Debatte“. Sein Kollege Hans von Storch vom GKSS-Forschungszentrum in Geesthacht, der ebenfalls die vorherrschende Theorie teilt, kritisiert: „Wissenschaftler verfallen in einen Eifer, der geradezu an die Ära McCarthy erinnert.“ Bei einer Umfrage unter 530 Klimaforschern in 27 Ländern, die der Soziologe Dennis Bray zusammen mit von Storch durchführte, war jeder Zehnte absolut überzeugt, dass der Klimawandel auf den Menschen zurückzuführen ist, weitere 46 Prozent tendierten zu dieser Meinung. Beim Rest gab es mehr oder weniger starke Zweifel.

    Zweifler sollen verstummen

    Luftverschmutzung zählt zu den größten aktuellen Umweltproblemen
    Doch diese Zweifel sind im panischen Grundrauschen der Öffentlichkeit kaum zu hören. Und einige Klima-Retter möchten sie am liebsten völlig zum Verstummen bringen. Ihnen genügt es nicht, eine komfortable Mehrheit aus Politik, Wirtschaft und Medien hinter sich zu wissen. Der Sieg im Meinungsstreit soll total sein. Dafür wird im Namen der guten Sache schon mal unter die Gürtellinie geboxt. Wer abweicht, den stellt man in die Nähe der Kohle- und Öllobby und heftet ihm das Etikett „Klimaleugner“ an. Dabei gibt es unter den bekannten kritischen Klimaforschern keinen, der die Verschwendung von Ressourcen und das leichtfertige Verfeuern fossiler Brennstoffe richtig findet.

    Auch Jan Veizer, der in Kanada und Deutschland lehrte, und sein Kollege Nir J. Shaviv von der Universität Jerusalem bekamen den Zorn der Linienpolizisten zu spüren, als sie eine Arbeit über den Einfluss der kosmischen Strahlung auf die Erderwärmung in einem Fachblatt veröffentlichten. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimaforschung schickte gemeinsam mit 13 seiner Kollegen ein Pamphlet an die Presse, das die wissenschaftliche Integrität der beiden Forscher in Zweifel zog. Rahmstorf schreibt auch gern Chefredakteure an, wenn in einer Zeitung Kollegen zu Wort kommen, die nicht auf Linie sind. Für ihn und seinen Chef Hans Joachim Schellnhuber ist der Klimawandel die „Feuertaufe für die im Entstehen begriffene Weltgesellschaft“, wie sie in einem Buch darlegen. Beide sind Berater der Bundesregierung.

    Liste dissidenter Wissenschaftler

    Nachdem der britische Sender Channel 4 in der Dokumentation „The Great Global Warming Swindle“ mehrere unbotmäßige Klimaforscher zu Wort kommen ließ, schrieb eine Gruppe von 38 Wissenschaftlern aus dem Mehrheitslager an den Sender. Ihre Forderung: Der Film soll nicht als DVD vertrieben werden, solange nicht einige Passagen bereinigt sind. „Jemand muss hier für das Interesse der Öffentlichkeit eintreten“, begründete der Wortführer die Zensurinitiative. Das populäre grüne Internetmagazin „Grist“ aus den USA ging noch einen Schritt weiter. Dort wurde für Zweifler ein Verfahren „im Stil der Nürnberger Prozesse“ gefordert. Und die Berliner „taz“ berichtete hocherfreut über eine Liste mit 31 Namen dissidenter Wissenschaftler, die unter deutschen Klimaforschern kursiere. Es geht nicht mehr um Erkenntnisgewinn und Falsifizierung, sondern um die moralische Lufthoheit.

    Doch ob die Untergangspropheten wirklich die Moral für sich gepachtet haben, ist fraglich. Ist es wirklich ethisch, die potenziellen Probleme künftiger Generationen über die konkreten Probleme der heute lebenden Menschen zu stellen? Viele in Afrika, Asien und Lateinamerika leiden unter unsäglichen hygienischen Verhältnissen, verschmutztem Wasser und verschmutzter Luft. Dies ist eine der häufigsten Todesursachen von Kindern. Ihnen könnte geholfen werden, hier und heute, mit einfachen technischen Mitteln: Kläranlagen, Elektrifizierung, billige Medikamente. Die Öffentlichkeit hierzulande sorgt sich indes um die Afrikaner als mögliche Klimaopfer in hundert Jahren.

    Klimaschutz ist nicht Umweltschutz

    Und noch ein zweites Dilemma wird langsam deutlich: Klimaschutz, so denken die meisten, sei gleichbedeutend mit Umweltschutz. Ein fataler Irrtum. Wenn alle Mittel in die Klimarettung gepumpt werden, geraten Überfischung, Tropenwaldzerstörung, Luft- und Wasserverschmutzung in Entwicklungsländern aus dem Fokus. Schlimmer noch: Schon heute wird Regenwald gerodet, um Ölpalm- und Zuckerrohrplantagen für Bio-Treibstoffe anzupflanzen. Schon heute demonstrieren Mexikaner gegen hohe Brotpreise, weil der Biospritbedarf des Nordens den Mais verteuert. Die „Klima-über-alles“-Stimmung könnte sich zu einem massiven Umweltproblem auswachsen. Wer rettet die Welt vor den Weltrettern? Knut, hilf!

    Michael Miersch ist Publizist und Dokumentarfilmer. Er schrieb mit Dirk Maxeiner Bücher über Wissenschaft und Politik, zuletzt erschien „Schöner Denken“ (Piper)

  15. Bulo am 6. Juli 2007 um 21:42 Uhr

    Kernkraftwerk Tschernobyl
    CO2-Ausstoß: Null

  16. Chat Atkins am 7. Juli 2007 um 09:19 Uhr

    Wo geheizt wird fallen ein paar Krümmel … ist doch klar.

  17. Koenich Johann am 7. Juli 2007 um 11:00 Uhr

    Bislang dachte ich hier gehts um Werbung….

  18. florian am 7. Juli 2007 um 11:16 Uhr

    das problem der anzeige ist dasselbe, wie wenn dieter bohlen ein statement zur lage im irak abgeben würde. beide medien, bohlen wie die werbung, zählen aus guten gründen nicht zur intellektuellen liga des landes. im gegensatz zu filmschaffenden, zeitungsverlegern oder verlagsmenschen sind werbetreibende per se nicht dazu prädestiniert zu solchen themen stellung zu nehmen (es wird auch schwer wenn die lektüre über horizont, wuv und vielleicht noch der park avenue nicht hinausgeht).

    zu den beiden verlinkten artikel. der cicero-artikel hat stark den beigeschmack, dass sich der schreiber in erster linie über den bild-pöbel hinwegsetzen wollte. wenn man sich das heft ansieht, in dem der artikel publiziert wurde, hatte die ganze ausgabe diesen beigeschmack. gegenkampagnen sind meist genauso mühsam, wie die hauptkampagnen, siehe iphone (meist dienen sie nur, den protagonisten ein besseres gefühl zu geben, aber interessante schlüsse liefern sie keine).

    der faz-artikel ist schon weitaus nüchternen und ergiebiger, auch wenn ich den gezogenen schluss am ende des artikel für grundfalsch halte. die postulierte klimakatastrophe durch co2 ist vielleicht oder sogar sicher ein ammenmärchen, dennoch verleitet sie uns dazu, dass wir unsere energiepolitik überdenken und ändern müssen. rein geopolitisch kann es uns nur recht sein. hier würde kurzfrisitg wieder die atomenergie ins spiel kommen, aber nur so lange, solange man die umweltzerstörung beim uranabbau und der endlichkeit der uranressourcen vergißt.
    und der schluss durch die erhöhte investition in nachhaltige energie würden wir verarmen ist eine ökonomisch wohl sehr schwer argumentierbare. sie setzt auf die these, dass geld verschwinden kann. das ist aber nicht der fall. und mit der hypothese, dass auch die entwicklungsländer zu einem ökonomischen handeln gezwungen werden (siehe g8-gipfel), werden am ende wieder wir davon profitieren, wenn wir die technologie liefern und billig in den entwicklungsländern produzieren lassen. denn die wertschöpfung liegt so weiter bei uns.

  19. Olafkolbrück am 7. Juli 2007 um 15:19 Uhr

    @koenich Johann:
    Danke. Dachte ich auch. Vielleicht kriegt die Diskussion aber nochmal den Dreh. Wenn nicht schreibe ich bei nächster Gelegenheit lieber was darüber was die Wiederzulassung der tridentinischen Liturgie für die Marke katholische Kirche bedeutet.

  20. Volker Koppen am 8. Juli 2007 um 00:03 Uhr

    All Eure Diskussionen drehen sich im Kreis.

    So lange es keine Möglichkeit gibt, Energie in großen Dimensionen unbegrenzt zu speichern, wird alles drumherum Makulatur bleiben. Egal aus welcher Quelle die Energie stammt, sie muss ohne Speicher immer zeitnah und konstant sein. Damit fallen alle Energiequellen raus die von bestimmten nicht beeinflussbaren Zuständen abhängig sind (z.B. Windkraft, Gezeitenkraftwerke). Denn wer will schon morgens auf den Kaffee verzichten nur weil gerade kein Wind ist? Und soll alle Straßenbahnen still stehen weil gerade Ebbe ist? Es bleibt also zur Zeit nichts anderes übrig als auf Energiequellen zu setzen die konstant Strom liefern und beliebig regelbar z.B. bei Belastungsspitzen bleiben.

    Der zweite Punkt jeglicher Überlegungen in Richtung Klimawahn ist der, das zu keiner Zeit Stoffe außerhalb der Erdatmosphäre zugeführt wurde oder wird. All das Öl, Gas oder auch die Kohle sind Stoffe die aus der Erde gewonnen wurden. All diese Stoffe (wenn man in der Schule aufgepasst hat, kann man jetzt folgen) waren vorher einmal Bäume, Sträucher etc.. Soll heißen, das ein verbrennen dieser Stoffe kein zusätzliches CO2 in die Atmosphäre bläst, welches nicht vorher schon da war.

    Der dritte Punkt der Überlegung über die Kampagne der Atomwirtschaft, das sie nüchtern betrachtet recht haben. Aber hier wurde nur das Kernkraftwerk an sich betrachtet, nicht jedoch der Abbau, Transport des Energieträgers. Das ganze drumherum ist sicherlich nicht so groß, wie die Menge die ein Kohlekraftwerk täglich durchpustet, aber es wäre mal eine Rechenaufgabe für die Erbsenzähler und Excel-Quäler hier mal auszurechnen, wie viel CO2-Emmission an einen KW hängen die aus einen Atommeiler kommen.

    Wie dem auch sei, zur Zeit können wir weder auf die Atomkraftwerke noch auf die Kohlekraftwerke verzichten. Zweiter wichtiger Punkt ist der, das auch wenn es Al Gore und Konsorten es gerne hätten, der sogenannte Klimawandel ist der größte Schwindel aller Zeiten. Zu keiner Zeit wurde oder wird das Klima durch den Anteil von CO2 in der Luft beeinflusst. Demzufolge fällt auch das geopolitische Geplänker über Bord, es sei denn man wolle sich von der Welt und deren Handel abkapseln. Die Frage wozu das gut sein soll, habe ich mir bislang nicht beantworten können. Wichtiger ist aber die Frage, was will die Atomwirtschaft mit ihrem Plakat bewirken oder gar aussagen? Nichts, denn sie hängt sich genauso an die allgemeine Hysterie ran, wie es derzeit alle Politiker, Medien und Unternehmen machen. Sie genauso inhaltsleer wie der all andere Mist der tagtäglich auf einen zuströmt. Die einzige Hoffnung die bei alle dem immer besteht, das sich der Sch… selbst im Wege steht und sich, wie jede Mode einfach auslebt.

  21. Roland am 8. Juli 2007 um 11:51 Uhr

    Der Verein hatte eine kleine Beilage in der brandeins. Als ich die Beilage gesehen hab war ich wirklich überrascht. Werbemässig sehr gut in Szene gesetzt meiner Meinung nach. Emotional aufgebaut und gut gestaltet. Es hat zwar nichts daran geändert dass ich für Solar- und Windenergie etc. bin aber wenn man etwas “leichtgläubig” ist trägt solch eine Kampagne bestimmt dazu bei dass einige FÜR Kernenergie sind.

    Die Diskussion hier über Sinn und Zweck von Kernenergie oder Co² oder sonst etwas hat in meinen Augen hier garnichts verloren. 1. weil es eine endlos-Diskussion ist und ich kaum glaube dass in einem Werbe bzw. Marketingblog entsprechende Spezialisten rumgeistern und 2. weil es hier doch nich um das Produkt direkt geht sondern um die Kampagne. Bei BMW 3er Werbung diskutiert doch auch keiner über das neue Navisystem…

  22. Kaffeekanne am 8. Juli 2007 um 14:39 Uhr

    @roland
    Danke für die Rückkehr zur Sache. Ich glaube auch nicht, dass hier jemand eine Live-Earth-Debatte erwartet. Vielleicht fällt das auch noch den Diskutanten im Klimakterium auf. Du triffst den Punkt: “wenn man etwas “leichtgläubig” ist trägt solch eine Kampagne bestimmt dazu bei dass einige FÜR Kernenergie sind.”

  23. Globalisierungsblog am 8. Juli 2007 um 15:33 Uhr

    CO2 ist die eine Sache, Strahlen und im schlimmsten Fall Krebs etc. sind eine andere.
    PEST und CHOLERA…

  24. Bulo am 8. Juli 2007 um 22:49 Uhr

    Die Message “Kernenergie schützt das Klima” ist in der Tat einfach, visuell verständlich und gibt sich vordergründig völlig undogmatisch … ist aber, wie der eine oder andere Diskutant ja bereits durchleuchtet hat, leider falsch! (Außerdem geht es in der Atom-Diskussion ja nicht allein um den Klima-Aspekt. Die Aussage “Drogen schützen das Klima” wäre für sich genommen ebenso richtig oder falsch und würde ebenso am Kern der Sache vorbeipolemisieren.)

    Doch nicht deshalb ist es keine gute Kampagne. Sondern, weil sie genau wegen dieser Vereinfachung uneffizient (!)emotionalisiert, polarisiert und Fronten verhärtet: Die, die schon immer für Kernergie waren, werden – klar – klatschen. Die anderen fühlen sich (das spiegelt die Diskussion ja nun ganz eindeutig wider) um so mehr für dumm verkauft.

    Und eine Kampagne, lieber Roland, ist doch nicht wirklich gut, nur weil ein paar Leichtgläubige den kontraproduktiven Zynismus nicht erkennen und dann vielleicht FÜR Kernenergie sind, oder?! Zumal selbst das fraglich ist. Denn, wie Olaf eingangs schrieb: Man kann über Atomenergie natürlich geteilter Meinung sein. Aber man hat eine! Und meistens eine sehr feste.

    War das zur Sache, Kaffekanne?

  25. Thomas am 9. Juli 2007 um 07:49 Uhr

    Bin per Zufall auf klimaschuetzer.de gelandet und dachte, ich sei bei Greenpeace oder BUND. Nach einigem Recherchieren habe ich herausgefunden, dass momentan sowohl Auto- als auch Energieindustrie in der Werbung fast nur die Klimakarte spielen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Habe einen kleinen Blog-Beitrag dazu verfasst, weil es mir erstmals letztes Jahr gehäuft im Economist auffiel und sich nun so fortsetzt.

  26. Olafkolbrueck am 9. Juli 2007 um 09:40 Uhr

    @bulo
    extrem überzeugende argumentation in absatz 2 und 3

  27. Clap am 9. Juli 2007 um 10:21 Uhr

    ;-)

  28. Der Doc am 16. Dezember 2007 um 13:39 Uhr

    Äußerst brisante Werbung, wenn man sie vor der aktuellen Diskussion um die Korrelation zwischen AKWs und Krebserkrankungen bei Kindern betrachtet.

  29. naturfeund am 26. Januar 2008 um 17:15 Uhr

    die atomenergie ist umweltfreundlich und gesund und forallem kann man bei einem “kleinen Unfall” nicht einmal behaupten das es das es viele opfer gab

    es waren ja nur soooo fiele das man sie nicht einmal noch zählen hat können

    EIN REKORD:
    Die einzige und erste katastrophe bei der man die oper nich mehr zählen hat können
    Bis jetzt — Die atomforschung und energiegewinnung gehd weiter

    (Die armen Schafe)

ivw