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Sorgen um die Mediaagenturen

18. Juli 2007
von

Als hätten Mediaagenturen nicht schon genug Sorgen um Kickbacks, Saisonpreise, Marktabschottungen, Kartellamt und Medienhäuser, die mit Aufkäufen im Mediabereich (Springer, Zanox) die Dreierkette aus Werbungtreibenden, Agenturen und Medien durcheinanderbringen, da erinnert sie Thomas Knüwer auch noch daran, dass es mit bunten Kuchengrafiken, Powerpointfolien und zahlenfressenden Excel-Charts nicht mehr getan ist. Quantitative Argumente allein genügen eben nämlich nicht mehr.

“… deshalb ist das Internet eine gewaltige Chance für Verkäufer, die mehr können als Excel-Tabellen auf den Tisch zu knallen. Sie müssen künftig argumentieren, warum eine Werbung auf Facebook sinnvoll ist, obwohl die Durchklickraten dort mies sind. Warum es sich lohnt eine Online-Video-Serie mit Spots zu versehen. Warum ein Banner in Blog A sinnvoll ist – in Blog B aber nicht. Die Marktforscher von Nielsen Netratings haben es den Außendienstlern gerade erst schwerer gemacht: Sie setzten künftig auf die Verweildauer von Nutzern auf bestimmten Seiten. Doch dass eine längere Verweildauer automatisch gleich mehr Werbeerfolg ist, daran wird selbst der Dümmste nicht glauben wollen.”

Und wofür das alles – die Zeit, der Aufwand, die Manpower – möchte man fragen: Wo doch im digitalen Raum die Transaktionsvolumina meist niedriger sind. Am Ende also für die Mediagenturen weniger herausspringt. Das Wachstum im Online-Werbemarkt ist ein schwacher Trost. Bis 2012 soll es sich laut Forrester in Europa mehr als verdoppeln. Aber: Das sind dann immer noch gerade mal 18 Prozent der gesamten Mediabudgets. Und da sind selbst so “olle Kamellen” wie E-Mail-Werbung mit dabei. Dafür die ganze Mühe, dafür sich nach jedem Stöckchen bücken und womöglich auch noch weniger dafür bekommen, als für den Einkauf der TV-Werbezeiten? Die Partys der Mediaagenturen dürften demnächst etwas geruhsamer abgehen.

Ach, wenn es nur das wäre. Knüwer selbst sieht schwarz:

“Das Internet hat unser Leben schneller gemacht – aber nicht unkomplizierter. Und wenn etwas kompliziert wird, haben Menschen Chancen, die anderen die neue Welt erklären können. So wie richtig gute Anzeigenverkäufer.

Für einen allerdings bleibt in diesem Szenario kein Platz mehr: Mediaagenturen. Wäre ich dort angestellt, würde ich mehr sehr, sehr große Sorgen machen. “

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Kommentare zu “ Sorgen um die Mediaagenturen ”

  1. media-TREFF.de am 23. Juli 2007 um 09:52 Uhr

    [...] das Ende der Seitenaufrufe als Kennzahl ist nicht mehr weit [...]

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