Kommt das Ende der Link-Währung?
Herrje, da ist dieser Blog gerade schon recht ansehnlich bei Technorati verlinkt, da verkündet Steve Rubel, Links und Technorati seien als Masstab für die Bedeutung oder gar den Einfluss eines Blogs nur noch Quark mit Soße (“link authority is dead” ). Nun ist ja das Schielen nach Links und Bedeutung ohnehin für manch einen profilneurotischer Kinderkram, für andere aber eine wichtige Währung. Rubel stellt aber zu Recht fest, das für viele Blogger der Blog längst nicht mehr das allein seligmachende Medium ist und man sein Zeug überall werweißwo publizieren kann. Deshalb müsse ein neuer Maßstab als Index her.
Wolle man also tatsächlich den Einfluss von Bloggern bewerten, müsse man auch andere mediale Kommunikationsformen wie Twitter, Myspace, Facebook und Co dazuzählen. Klingt logisch. Schließlich kommunizieren ja etliche Blogger auch über Twitter, Xing oder Videoplattformen.
Ich verstehe das so: Wollte man also die “Authority” (um mal einen Begriff von Technorati zu übernehmen) von ix bewerten, dann müssten beispielsweise auch die Videos von Felix Schwenzel bei Watchberlin in die Rechnung miteinfließen. Zur Beurteilung von PR-Blogger Klaus Eck müsste man unter anderem berücksichtigen, was er bei Twitter macht. Also alle Freunde, Follower und sonstige Leser andernorts in die Rechnung mit einfließen lassen.
Ähnlich müsste man mit anderen Diensten verfahren. Für all die Aspekte gibt es Punkte, es wird gewichtet und anschließend zusammengerechnet. Am Ende steht eine Art Social Media Index, der hier ausführlich vorgestellt wird.
Nur etwas für die Super-Egos? Ich glaube nicht. Wenn über den Einfluss von Blogs versus klassischen Medien diskutiert wird, und sich die klassichen Medien in den Index integrieren lassen, könnte es ein interessanter Vergleich werden, weil eben auch Myspace, Facebook, Twitter und Co berücksichtigt werden. Sonst wär es kaum mehr als ein neuer Schönheitspreis und – der Verdacht kommt schnell – ein neues Tool mit dem Edelman um die Häuser zieht.
Twittern











Ist doch eine wunderbare Geschäftsidee. Jetzt brauchen wir nur noch einen findigen Unternehmer, der das Ganze in die Hand nimmt und uns den Social Authority Index berechnet.
@sachar … so nach dem Motto, wie viel ist Dein Blog wert … mit einbinden von einem SAI Button, der dem Seitenbetreiber des Social Authority Index wieder ein Backlink beschert, obwohl er ja nichts mehr wert
Na ja – letztendlich geht es immer nur um den ersten Platz
Ja, aber sollte dann nicht auch mit einfließen, auf wie vielen Plattformen derjenige an sich aktiv ist? Also wenn jemand einen hohen SMI erreicht, obwohl er nur ein Blog hat, ist das doch ein viel besserer Typ als würde er die selben Inhalte einfach auf zig Plattformen verstreuen – oder als hätte er überall die gleichen Freunde, die ihn halt auch sonst verlinken/zu den Favoriten hinzufügen/abonnieren. Dabei fällt mir ein: Müsste man dann nicht auch mit einberechnen, wie sehr sich die Beiträge auf den diversen Plattformen voneinander unterscheiden? Je mehr, desto besser – klar. Ein weiterer Maßstab wäre die Postingfrequenz, jeweils ins Verhältnis dazu gesetzt, wie viel Zeit derjenige neben Beruf und Familie eigentlich hat. Dazu die Länge der Beiträge. Die Außentemperatur nicht vergessen, denn wer bei strahlendem Sonnenschein etwas bloggt oder hochlädt, bekommt natürlich ein paar Bonuspunkte. Dann die Frage, ob derjenige damit Geld verdient (und wieviel) oder ob er es aus freien Stücken tut. Eventuell sollte noch die technische Ausstattung und die Gesetzeslage seines Heimatlandes einbezogen werden, um zu ermitteln, gegen welche Schwierigkeiten er anzukämpfen hat, um das Ergebnis zu erreichen. Denkbar wäre auch, sein Lebensalter und die Berufserfahrung hinzuzuziehen sowie in einem Faktor zu berücksichtigen, wie lange derjenige in welchem Social Network ist. Ansonsten stünden ja in ein, zwei Jahren immer dieselben Nasen vorn. Nicht zu vergessen: die Fragestellung, ob derjenige sich mit Themen auseinandersetzt, mit denen er sich sowieso beschäftigt, oder ob er viel Neues entdeckt und kennenlernt, was natürlich eine viel, viel tollere Sache ist. Automatisches Publizieren auf mehreren Plattformen müsste irgendwie rausgerechnet werden. Zudem müsste man erkennen, wenn jemand beispielsweise nur bergeweise Kontakte in XING sammelt, um seinen SMI zu pushen. Knifflig. Mh…
Wie man unzweifelhaft sieht, ist der SMI in der jetzigen Form noch viel zu simpel und durchschaubar. Ich denke, hier kann man dasselbe Ziel mit noch sehr viel mehr Brimborium erreichen.
Dann ist der SMI zwar noch genau so überflüssig und albern wie jetzt, aber man braucht länger, bis man ihn ausgerechnet hat und er sieht dann irgendwie total durchdacht aus. Macht sich gut auf PowerPint-Folien, möchte ich wetten. Hätte außerdem den Vorteil, dass man noch besser verschleiern kann, wie beliebig die Daten herangezogen und gewichtet werden und dass man ohne den ganzen Hokuspokus auch auskäme, dann aber nicht viel Geld für einen Berater bezahlen müsste, der auf solche absurden Ideen kommt.
Ich denke, da gibt es noch viel Spielraum nach oben. Oder unten. Je nach Sichtweise.
Der handyhaltende, vor der Videokamera auf einem Podium und später dann daheim herumkaspernde, zugleich wild chattende, twitternde und bloggende Vielhand-Monkey wäre dann der einflußreichste Web-2.0-Bewohner? Aha!
Ich finde ja, der Klopapierverbrauch muss unbedingt in die Rechnung auch noch mit einfließen.
*toctoctoc*
Einfluss haben. Hat der Vielredner, der auf allen Kanälen zitiert wird, den meisten Einfluss in der Politik, weil er den höchsten Wort- und Luftausstoß hat? Oder geht Einfluss nicht doch noch ein wenig anders.
Wie bei der Un-phrase “den Verbraucher erreichen”. Mit viel Werbefrequenz und Overload (“Kontakten”) körperlich “erreicht”. Aber dennoch den Menschen nicht erreicht.
Habt Erbarmen, nennt hohe Messungen zahlreicher vernetzter Minimedien, derer keiner wirklich bedarf, bitte nicht “Einfluss”.
Sagt irgendwas anderes: “Quatschdichte”, “Babbelreichweite”, oder “Kikerikifaktor”.
vroni, Quantität und Qualität bedingen sich natürlich nicht zwangsläufig. Nur: Wer nicht gehört wird, kann nichts bewegen. Und wer Kluges immer und immer wieder rezitiert, bei dem die scheint die Wahrscheinlichkeit, auch wirklich verstanden zu werden.
Mja, hmhm.
Im Grunde auch meine Rede: Wer nicht bekannt ist, tut sich schwer mit seinen Botschaften. Alte Binse im Marketing.
Der Eindruck, dass Big Blogs Kluges von sich geben, hat sich bei mir in der letzten Zeit jedoch etwas abgeschwächt. Genauso wie der Eindruck, dass Kluges nur wiederholt zu werden braucht und dass gruppenorganisierende Twitterbotschaften der “Stars” (“sitz grad auf dem Klo”) mehr bewegen als die soziale Neugierde…
Aber ich bin schon ruhig. Schönes WE.
Eine weitere richtige Frage wäre doch die nach dem Ende aller Werbewährungen, oder? Nachdem die Preise derart verfallen, dass die selbst nur mühsam als Brutto-Netto-Schere verkleidete Hyperinflation der Werbung den Marketeers nicht mehr dabei behilflich ist, das eigene Denken und Entscheiden zu ersetzen, fühlen die sich selbstverständlich ziemlich unsicher. Damit stehen sie endlich vor der Aufgabe unternehmerisch und nicht verwaltend agieren zu müssen, also nicht mehr länger die Frage zu stellen, wie sie Risiken vermeiden können, sondern welche sie bereit sind einzugehen. Die eigentliche Link-Währung ist dann die Frage danach, welche Idee, die es vorher noch nicht gab, sich hinter einem Link verbirgt. Deren Wert kann von Null bis unbezahlbar reichen. Ein echter Albtraum für die Markenverwalter und ein Eldorado für die Markengestalter. Endlich.
ich glaueb auch dass bei so einem interaktiven medium wie blgs keine skala wirklich greifen kann, hab lange nicht mehr auf t geschaut
gruss r,l
nur meine meinung