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Spreeblick lichtet den Anker: Logo gesucht

31. Juli 2007
von Olaf Kolbrück

So ist das im Web 2.0: Gestern Vor einer Woche noch über Crowdsourcing und Kreation, Pitching-Plattformen und Agenturen diskutiert, da geht es plötzlich ganz ohne Vermittler. Nur mit Crowdsourcing. Spreeblick macht es vor. Der Blog sucht ein neues Logo und fragt seine Leser. Wenn das Schule macht, lässt die Telekom demnächst nicht mehr kostenträchtige Berater ran, sondern fragt den Kunden, wie die Sub-Marken den im nächsten Jahr heißen sollen.

Designer, die angesichts der Spreeblick-Aktion jetzt Dollar-Zeichen vor Augen haben, weil sie ein tolles Spreeblick-Logo schon im Kopf haben, sollten sich mit dem Gedanken von Ruhm und Ehre anfreunden. 400 Euro will Spreeblick für das neue Logo zahlen. Als Pauschale, nicht als Tagessatz. Auch das ist Web 2.0.

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Kommentare zu “ Spreeblick lichtet den Anker: Logo gesucht ”

  1. johnny am 31. Juli 2007 um 20:23 Uhr

    Fairerweise sollte man aber, was das Honorar angeht, auch dazu sagen, dass wir nicht die Telekom sind… :) Und es gibt durchaus Profis, bei denen man ein Logo für dieses Geld bekommt. Ganz so super wenig finde ich das nicht. Kein Spitzengehalt, schon klar, aber schon noch okay. Finde ich.

  2. Olafkolbrueck am 31. Juli 2007 um 21:26 Uhr

    Die Telekom weiß wahrscheinlich nicht gar nicht wie sie so kleine Summen im Marketingetat verbuchen sollte. Und so wird es auch eben auch vielen Lesern aus dem Horizont-Nahbereich gehen, die andere Preise gewohnt sind und sich sagen werden:” Wie, nur 400 Euro? Wie, kein Pitch? Kein fremdes Beraterteam involviert? Ohne Kontakter? Keine Pappen? Keine Termine? Keine sechs Präsentationen? Keine Dienstreisen? Wie, 400 Euro? Das rechnet sich ja dann sogar mal.” ;-)

  3. Johnny II am 31. Juli 2007 um 23:04 Uhr

    400 € sind schon unteres Limit, wirklich. Aber wenn es um einen Wettbewerb sind sie deutlich zu wenig. Ihr bekommt schließlich vermutlich zig Entwürfe und für jeden einzelnen müsstet ihr eigentlich 400 € zahlen – mindestens!

  4. vroni am 1. August 2007 um 07:03 Uhr

    Nutzungsrechte möchte ich noch erwähnen als alter Spielverderber. Oder sind die in den 400 auch schon drin :-( , tscha.

    Die Horizontleserschaft wird solche Preise, ob mit oder ohne Nutzung inkluded, merkwürdig finden, es wird aber längst für noch weniger Mäuse gelogelt und gepitschelt. Nicht dass ich das gut finden würde, aber es ist so.

    “Kein fremdes Beraterteam involviert? Ohne Kontakter? Keine Pappen? Keine Termine? Keine sechs Präsentationen? Keine Dienstreisen?”

    Ähm, nicht einmal ganz ohne irgendwelchen Overhead ist das ein vernünftiger Preis.

    Kein Freiberufler kann sich mit solchen Preisen halten, außer er wohnt kostenfrei zur Miete oder betreibt nebenher einen schwungvollen MLM-Handel. In Berlin ist ja alles möglich und es hat genug Designstudenten :-)

  5. Olafkolbrueck am 1. August 2007 um 09:11 Uhr

    @vroni: Es wird sogar für lau “gepitschelt”. Manchmal auch umsonst. ;-)
    Und gerade viele Designstudenten oder just diplomierte werden sich sagen: 400 euro sind besser als im Baumarkt an der kasse zu sitzen. Obendrein werden sie ihre Arbeit, so sie denn angenommen wird, als gute PR eigener Sache sehen. Crowdsourcing wird auf die Preise drücken. Zumindest zeitweilig, bis wieder die alte Weisheit oberhand gewinnt: If you pay peanuts you get monkeys.

  6. Chat Atkins am 1. August 2007 um 11:38 Uhr

    Nana – bitte die Realität nicht ganz aus den Augen verlieren. Bekanntlich gilt: ‘If you pay peanuts, you get the Deutsche Bank’. Und sage jetzt bitte nicht: ‘Sag ich doch!’ …

    *off topic: Wenn bei ‘Kommentar Speichern’ das ‘Speichern’ klein geschrieben würde, stellt mein orthographisches Empfinden vielleicht auch mal das Quengeln ein.*

  7. Olafkolbrueck am 1. August 2007 um 11:43 Uhr

    @Chat Atkins. Danke. Sonst sage ich nix dazu. Könnte grade in diesem Kontext hier gegen mich ausgelegt werden. ;-)

  8. johnny am 1. August 2007 um 19:24 Uhr

    Es geht keineswegs darum, das angebotene Honorar als hoch oder niedrig zu bezeichnen. Es ist eine Geste und ein Angebot.

    Und ja, vielleicht ist es für einen Studenten oder Amateur ein nettes Taschengeld. Vielleicht hat auch ein Profi eine Idee, die sich in zwei Stunden umsetzen lässt. Es wird letztendlich wohl kaum jemand eine Woche daran arbeiten, dem das in Aussicht gestellte Honorar zu niedrig ist, insofern sorge ich mich nicht, denn die Regeln stehen vorher fest. Nicht, wie in dem meisten “Profi-Pitches” die ich erlebt habe, erst hinterher.

    Drückt das die Preise? Wohl kaum, selbst wenn man die Überschätzung von Spreeblicks Reichweite in der Frage akzeptieren würde. Agenturen auf beiden Seiten arbeiten nach anderen Regeln, mit anderem Aufwand, anderen Umsätzen und mit anderen Apparaten, höhere Kosten auf beiden Seiten rechtfertigen also auch höhere Honorare.

    Ich habe übrigens zwei Angebote vorliegen von professionellen und auch gut beschäftigten Gestaltern, die den Aufwand mit nicht wesentlich mehr kalkuliert haben. Den Eindruck zu erwecken, man bekäme von einem Profi kein Logo für einige hundert Euro, wage ich zu bezweifeln.

    Mit Web 2.0 hat das alles übrigens nicht die Bohne zu tun. Sonst wäre es eine “Competition” und der “Winner” bekäme einen iPod. Nano, natürlich.

  9. simone am 16. Juni 2009 um 22:06 Uhr

    johnny:”Ich habe übrigens zwei Angebote vorliegen von professionellen und auch gut beschäftigten Gestaltern, die den Aufwand mit nicht wesentlich mehr kalkuliert haben.”


    nur vergessen sie dabei, dass bei diesen crowdsourcing-wettbewerben dann nur ein einziger das relativ bescheidene honorar erhält und der rest der vielen teilnehmer für lau arbeiten muß. für die gilt dann der alte spruch:” außer spesen nichts gewesen. ”
    aber wen wundert’s, dass diese neue form des lohndumpings ausgerechnet aus amerika kommt. :-(

ivw