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StudiVZ provoziert viral an der Ekelgrenze (Update)

2. August 2007
von Olaf Kolbrück

(Der folgende Beitrag über eine Viral-Kampagne von StudiVZ wurde gestern nachmittag aus dem Blog entfernt. Nun steht er wieder drin. Textlich unverändert. Der Beitrag gestern zeigte zudem den Spot „Fat kids are harder to kidnap“ und „Vegetarians eat my food’s food“. Der „Fat Kids“-Spots ist weiter zu sehen.Von „Vegetarians“ git es jetzt nur Standbilder. Beide Spots hatte ich bei Youtube reingestellt. Dort stehen sie nun gleichfalls nicht mehr. Grund: Zumindest beim „Vegetarians“-Spot tauchten Zweifel auf, ob wir uns angesichts des Inhalts und mit Blick auf die AGB nicht (juristischen) Ärger einhandeln könnten. Also wurde erstmal „reiner Tisch“ gemacht und eine Nacht über das weitere Vorgehen geschlafen – mit dem jetzt publizierten Ergebnis. Den “Fat Kids“-Viral habe ich nun bei Sevenload reingestellt. Warum dort? Zum einen gab es die absurde Vermutung, wir würden durch das Einstellen von zweien der drei Spots bezahltes Seeding für die Agentur betreiben. Die Tatsache, dass ich den intenational ausgerichteten Spot nun auf eine deutsche Plattform stelle, soll diesen Vorwurf symbolisch entkräften. Zum anderen soll es erbosten Lesern und dem Werberat das “Beschwerdemanagement” erleichtern. Nach einem ausführlichen Blick durch die Kommentare auch auf anderen Blogs scheinen viele dieser Seeding-Theorie anzuhängen. Vielleicht entkräftet es die Vorwürfe, wenn ich gar keinen Spot einbinde.

StudiVZ streut derzeit drei virale Spots durchs Web, die aus meiner Sicht vor allem eines sind: Unsittlich, ekelerregend, abstoßend. Das muss man aber nicht so empfinden. In jedem Fall dürften die Spots eine kontroverse Debatte erzeugen und damit eine große Aufmerksamkeit erzielen. Doch heiligt der Zweck alle Mittel? Schießt sich die Marke mit den kalkulierten Schocks der Virals nicht selbst ins Knie? Worum geht es? In einem Video tritt ein Trio an, dass Vegetarier hasst. Im Stil einer Clockwork-Orange-Guerilla fällt es über Vegetarier her, wirft Molotow-Cocktails und verfüttert menschliche Extremitäten an Schweine. Spot Nummer 2 demonstriert, dass dicke Kinder schwerer zu entführen sind. Dort werden mit einer verkleideten Erwachsenen derbe Späße vorgeführt. Der dritte Spot widmet sich dem Fäkaliensegment.
studi-2.jpgstudi-3.jpgstudi-4.jpgstudi-5.jpg

Ziel der Spots: International neue Nutzer erreichen und sie zu einer speziellen Videocontest-Site führen.
Doch geht diese Schock-Werbung nicht zu weit? Selbst für die Zielgruppe der 18- bis 28-Jährigen? Wir erinnern uns: Auch die Schock-Werbung von Benetton hatte hohe Aufmerksamkeit, stieß die Marke aber ins Abseits.

Verkalkte Denke? Bei StudiVZ wiegt man sich in Sicherheit. Das Spiel mit der Provokation ist Teil der Kultur der Community-Mitglieder: Heavy Metal statt Kuschelrock. Die Kampagne greift nur die Realität auf und verdichtet sie.

Die Abbinder weisen jeweils darauf hin, dass es entsprechende Gruppen wie „Beautiful girls dont poo“, „Fat kids are harder to kidnap“ oder solche mit Vegetarier-Gegnern gibt. Die deutsche Gruppe „Dicke Kinder sind schwerer zu kidnappen“ wird bei StudiVZ mit über 38.000 Mitgliedern ausgewiesen. „Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg“ hat über 120.000 Mitglieder.
Es sind keine gefakten Gruppen. Studenten-Ulk mag sein. Aber ob all die Nutzer auch noch lachen, wenn im Spot „Vegetarians are eating my food’s food“ künstlerisch verbrämt Gewaltorgien gefeiert werden?

Die Antwort lautet vermutlich: Ja. Sie werden ihren Spaß haben an der Provokation, am Unangepassten, am Verzicht auf jede Political Correctness, den Aimaq Rapp Stolle Interactive da inszeniert hat.
Denn wer sich einmal durch die Gruppen bei StudiVZ klickt, stellt schnell fest, dass das Netzwerk von drei Dingen beherrscht wird, Fun, Fun, Fun. Auch bodenloser, niveauloser, schmutziger und grenzwertiger Spaß hat da seinen Platz. Im Klartext: Die Spots passen zur Marke und ihren Gruppen. Der Ernst des Lebens beginnt noch früh genug. Die Seriosität überlässt man deshalb gerne anderen. Wem das nicht passt, der kann ja draußen bleiben. Auch aus StudiVZ. Und so erreicht die virale Kampagne ein zweites wichtiges Ziel: Abgrenzung.
Ob man beim Eigner Holtzbrinck auch so viel Spaß versteht, nachdem StudiVZ angesichts halbseidener Herrengruppen bereits Sexismus-Vorwürfe abfangen musste, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

(Hinweis: Eine ausführlichen Bericht vom Kollegen Mehrdad Amirkhizi zur Kampagne gibt es auch am Donnerstag in der Printausgabe von HORIZONT)

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Kommentare zu “ StudiVZ provoziert viral an der Ekelgrenze (Update) ”

  1. Franziskus am 2. August 2007 um 09:49 Uhr

    Wie heißt es bei den AGB von StudiVZ? …beleidigende, herabsetzende oder rassistische Äußerungen laufen dem Sinn des Dienstes von StudiVZ zuwider…. Sollte das nicht nur Blabla sein, müsste den Verantwortlichen, die solche Werbung veranlassen, ihr eigenes Tun auch ganz schön zuwider sein.

  2. Chat Atkins am 2. August 2007 um 09:59 Uhr

    Das größte Problem besteht darin, dass diese Figuren mit dem zugemüllten Humorverständnis später mal Führungspositionen einnehmen werden, obwohl ihnen dazu jede Eignung fehlt.

  3. Nils am 2. August 2007 um 10:37 Uhr

    @Chat Atkins: Wenn du von den StudiVZ Usern sprichst (bin mir da gerade nicht ganz sicher) kann ich dir nur eines sagen. Du hast da den Schuss nicht gehört.

    Erstens: Ein Kunde/ Nutzer kann nicht für das Handeln eines Unternehmens verantwortlich gemacht werden.
    Zweitens: Erst auf die Aktion kann die Reaktion folgen, da ist Zeit ein guter Ratgeber.
    Drittens: Von Aktionen der Marketingabteilung auf die Intelligenz der User zu schließen…

    Sollte ich dich falsch verstanden haben, habe ich nichts gesagt.

  4. Christian am 2. August 2007 um 10:43 Uhr

    Ich halte die Seedingtheorie schon deshalb nicht für sonderlich wahrscheinlich, weil Holtzbrinck (dem StudiVZ gehört) und der Deutsche Fachverlag (der Horizont publiziert) doch Konkurrenzverlage sind.
    Mal abgesehen davon würde ich es für selten dämlich halten, wenn der Horizont durch solche Praktiken seinen Ruf in der Branche auf’s Spiel setzen würde. So viel Kohle kann man für’s Seeding gar nicht bekommen. Im Übrigen ist die Horizont-Zielgruppe für StudiVZ eh zu alt.
    Falls die Seeding-Theorie stimmt, möchte ich hier gerne erwähnen, dass Sie sich in Fragen von Krisen-PR gerne an mich wenden können:-).
    Und noch was: Angesichts der Entwicklung dieser Geschichte in der Blogosphäre und beruhend auf meiner Erfahrung als regelmäßiger Marienhof-Kucker möchte ich erwähnen, dass ich die Begriffe Blogonovela oder auch “Minutely Soap” (hab ich den jetzt erfunden?) für sehr angemessen halte. Bei diesen ganzen Verschwörungstheorien. Das ist ja wie bei Töppers & Co…

  5. Patrick Breitenbach am 2. August 2007 um 10:46 Uhr

    @Nils: Ein Kunde kann nicht für das Handeln für das Unternehmen verantwortlich gemacht werden – er kann aber trotzdem Verantwortung übernehmen.

    Wäre ich Kunde eines Unternehmens, welches in so einer Weise kommuniziert (das ist weitaus fataler als werben), kann das Produkt noch so gut sein, ich würde mich verabschieden, zumal es IMMER Alternativen gibt.

  6. Patrick Breitenbach am 2. August 2007 um 10:47 Uhr

    @Christian: Komisch, dass dann hier Werbung von sogenannten Konkurrenzverlagen eingespielt werden. Das Banner links ist von Burda und wenn ich mich nicht täusche leif auf horizont.net mal ein Banner von StudiVZ. Soviel dazu. Aber es liefert auch keinen Beweis FÜR die Seedingtheorie. Im Zeifel erstmal für den Angeklagten.

  7. Patrick Breitenbach am 2. August 2007 um 10:48 Uhr

    Korrektur: Banner rechts meinte ich!

  8. Nils am 2. August 2007 um 11:01 Uhr

    @Patrick: Sehe ich genauso. Daher der Satz “Erst auf die Aktion kann die Reaktion folgen”. Ich habe bereits eine Mail ans StudiVZ geschrieben, in der ich um eine Stellungnahme bitte. Des Weiteren habe ich Sie bezüglich weiterer Aktivitäten in dieser Richtung befragt.
    Die warte ich ab, dann überlege ich mir wie ich reagiere.

    Ich halte nur nichts davon, auf die User einzudreschen. Das ist m.E. zum jetzigen Zeitpunkt unfair.

  9. Patrick Breitenbach am 2. August 2007 um 11:12 Uhr

    J@Nils: Ja ist unfair, weil es auch meistens so läuft. Statt nach ganz oben zu treten, sucht man sich lieber das schwächste Glied in der Kette, in dem Fall der ahnungslose User. Aber vielleicht rüttelt gerade ein Angriff auf die User manche auf, denn sie sind es, die das Ganze stoppen können. Solang sich kein User beschwert kann man noch so viel kritisieren. Haben wir ja in der Vergangenheit wunderbar schon mit Datenlöchern und sonstigem mitbekommen.

  10. Nils am 2. August 2007 um 11:26 Uhr

    Gegen Aufrütteln sag ich auch nichts, und ich verstehe auch deine Meinung und Intention die du beim Werbeblogger vertrittst. Finde ich so in Ordnung (mittlerweile :-) ).

    Doch ich als Student wehre mich gegen Rückschlüsse auf die Intelligenz der Studenten nur weil Sie User sind. Der Stil “Ach, und die sollen unser Land später führen” ist schwachsinnig, und den meine ich bei Chat Atkins erkannt zu haben.

  11. vroni am 2. August 2007 um 12:28 Uhr

    “StudiVZ streut derzeit drei virale Spots durchs Web” (Olaf Kolbrück)

    Falsch. DU streust.

    Begreifst du gar nix mehr, oder hältst du eher deine Leser für grenzdumm?

    Ich kann gar nicht so essen, wie ich kotzen möchte.

  12. Franziskus am 2. August 2007 um 12:38 Uhr

    @vroni:
    Nach Deiner These sollte jeder die Klappe halten, der über irgendetwas berichtet – weil er es automatisch streut.
    Das ist in der Tat mehr als grenzdumm (was immer das sein mag)…

  13. ramses101 am 2. August 2007 um 12:44 Uhr

    Gemach, Freunde der Kommunikation. Zunächst einmal glaube ich nicht, dass Olaf irgendwas gezielt “streut”. Es ist doch nicht ungewöhnlich, dass ein Redakteur eines Fachblattes ab und an etwas per Mail bekommt, von dem der Absender glaubt, es könne ihn interessieren. Und wenn der Redaktuer den Inhalt dieser Mail diskutieren will, muss er ihn ja igendwie zugänglich machen. Und bei Videos ist es nun das einfachste, das Ding eben bei Youtube raufzuhauen und fertig. Hätte ich genau so gemacht.

    Und diese Seltsamlogik à la wenn Du das denkst, dann denkst Du ja auch automatisch blabla bringt schon mal genau gar nichts.

  14. vroni am 2. August 2007 um 13:07 Uhr

    Franziskus

    Nachhilfeunterricht für die kleinen grauen Zellen:
    Zwischen Nachrichten und PR besteht ein fundamentaler Unterschied:

    ‘Zum “Wir haben das doch nur dokumentieren wollen” von Olaf. Habe ich noch nicht ganz begriffen, warum man Sachen “dokumentieren” will, die gar nicht in echt draußen in the wild sind, sondern damit erst hinausgeschickt werden. Dokumentieren kann ich doch nur was, was bereits draußen ist. Und wenn es geht nicht selber initiiert. Da war aber nichts draußen, ihr wart die ersten. Wenn ich aber selber derjenige bin, der etwas erst nach außen bringt und es dann “dokumentieren” will: das ist ganz einfach kein echten Nachrichten, sondern ein Initiieren, künstliches Nachrichten erzeugen, wie man es eher von PR kennt. Mit echten Nachrichten hat das überhaupt nichts zu tun. Das kann man doch hirnmäßig relativ easy begreifen.

    Gebt es zu, so ein Verhalten ist PR und fertig. Dieses Rumgewinde begreift kein Mensch.’

    (Quelle: aus einem Beitrag von mir im Werbeblogger)

  15. anon am 2. August 2007 um 13:07 Uhr

    Erklär mir doch bitte mal jemand was mit “StudiVZ streut ” gemeint ist? Wenn StudiVZ streuen würde, wäre der Film doch irgendwo anders zu sehen. Die einzige Quelle scheint aber bisher off-the-record zu sein.
    @franziskus
    Ist doch gaga Deine Aussage. Ist doch ein gewaltiger Unterschied, ob ich über etwas berichte, oder ob ich das, was ich “Unsittlich, ekelerregend, abstoßend.” finde auch gleich jedem zeige.

    anon

  16. El Magnifico am 2. August 2007 um 13:23 Uhr

    Als StudiVZ-User bin ich absolut schockiert über die Spots. Die beschriebenen Gruppen sind in der virtuellen Realität jedoch nichts als ein harmloser Spaß und haben nichts, aber auch rein gar nichts, mit den viralen Hass-Spots zu tun.

  17. Patrick Breitenbach am 2. August 2007 um 13:24 Uhr

    @El Magnifico: Umso erschreckender oder? Was die so aus euch Usern machen. Würd mir stinken.

  18. anon am 2. August 2007 um 13:25 Uhr

    Übrigens erinnert mich das irgendwie an die Arbeitsweise der Bildzeitung. http://www.bildblog.de/1549/ke.....-ohne-bild

    Übrigens, der folgende Satz tendiert m.E. auch eher Richtung PR als seriöse Berichterstattung:
    “Denn wer sich einmal durch die Gruppen bei StudiVZ klickt, stellt schnell fest, dass das Netzwerk von drei Dingen beherrscht wird, Fun, Fun, Fun. ”

    Anon

  19. Christian am 2. August 2007 um 13:26 Uhr

    @ Patrick: Bei gekaufter Werbung ist es ja auch was anderes. Aber ich würde doch sowas zwielichtiges wie Seeding nicht der Konkurrenz verkaufen. Dann hätte Holtzbrinck ja quasi den Beweis für die Schleichwerbemöglichkeit hier erbracht. Das kann ich mir nicht vorstellen.
    Zudem: Ich habe leider nicht so viel Ahnung vom Seeding. Aber wenn Olaf hätte illegal seeden wollen, dann hätte er das Video doch viel unauffälliger von einem anderen Youtube.Account laden können oder es unter anderem Namen eingestellt. Oder geht das nicht?
    Bis dahin bleibt es dabei: Nicht alles, was ein Blogger entdeckt, ist ein Skandal.

  20. Patrick Breitenbach am 2. August 2007 um 13:31 Uhr

    @Christian: Nur weil Schleichwerbung verboten ist, heisst das nicht, dass es sie nicht auch gibt. Zum speziellen Fall hier kann ich mich nur wiederholen: In dubio pro reo. Doch der Angeklagte schweigt bisher öffentlich. Das lässt viel Raum für Spekulationen. So vielleicht der Versuch einer wertfreien Umschreibung der gegenwärtigen Situation.

  21. Chat Atkins am 2. August 2007 um 13:31 Uhr

    @Nils: Wenn diese genannten Gruppen -zigtausend Mitglieder haben, wo sie notorisch ihren ‘Humor’ untereinander pflegen, dann sind das wohl nicht alles Mitarbeiter des werbeveranstaltenden Unternehmens. Und wenn ich den Namen ’studiVZ’ irgendwie noch ernst nehmen soll, dann ist ein Großteil von diesen Akademikern zu den künftigen ‘Entscheidern’ zu zählen, die künftig in dieser Gesellschaft Verantwortung übernehmen werden. So defaitistisch war das gemeint …

  22. El Magnifico am 2. August 2007 um 13:33 Uhr

    Jeder User ist im StudiVZ in diversen dämlich-lustige Gruppen wie “Ich trinke nur an Tagen die mit G enden – und Mittwochs” … da Bedarf es schon besonderen Phantasie, diese Kalauergruppen in eine völlig ironiefreie Botschaft zuübersetzen. Was kommt als nächstes? Möchte gar nicht wissen, was aus “Gruscheln” gemacht wird…ich gehe kurz kotzen, El Magnifico

  23. anon am 2. August 2007 um 13:48 Uhr

    @olaf
    Zwei Fragen:
    Woher hast Du denn diese Filme ?
    Die Spots wurden ja “gestreut”. Wo sind die noch zu finden?

    Anon

  24. Olafkolbrueck am 2. August 2007 um 13:54 Uhr

    Da der eine oder andere Leser den Verdacht geäußert hat, ich hätte für die Kampagne Seeding betrieben, hier einige Anmerkungen, der Versuch einer Erklärung.
    Vorneweg:
    Angesichts der Produktionszyklen der Printausgabe bekommt Horizont, ebenso wie andere Blätter, hin und wieder Kampagnen-Material (TV oder Online) zeitig genug, damit die Artikel es möglichst zeitgleich mit der Kampagne ins Blatt schaffen. Wahlweise von den Unternehmen oder den Agenturen. Ein völlig normaler Vorgang.
    Nach einem kurzen Gespräch zwischen Tür und Angel mit dem betreuenden Printkollegen bin ich nachlässigerweise davon ausgegangen, dass die Kampagne schon irgendwo platziert ist und schon angelaufen ist. Fakt ist: Ich fand die Spots im Web nicht. Allerdings fehlte mir wegen anderer Termine auch die Zeit für eine ausführliche Suche. Irgendwo werden sie ja schon sein, dachte ich. Falsch gedacht. Scheiße gelaufen. Mein Fehler.
    Da ich die Story aber zu diesem Zeitpunkt bringen wollte, die Spots hatte und auch dokumentieren wollte, habe mich mangels anderer Möglichkeiten schlicht Youtube bedient. (Wir haben derzeit keine andere Möglichkeit der Content-Einbindung von Videos als über ein Portal.) Dabei habe ich schlicht die Story gesehen und mich vom journalistischen Ehrgeiz leiten lassen, die Geschichte als Erster zu präsentieren. Dass ich die Spots damit auch womöglich seeden könnte, darüber habe ich gar nicht weiter groß nachgedacht. Ich fand das in dem Moment nicht so verwerflich zusätzlich (!) zur viralen Verbreitung beizutragen. Ich fand wesentlicher: Wenn man darüber schreibt muss man die Spots auch zeigen. Ich sah das schlicht als journalistisches Muss.
    Inzwischen sehe ich das etwas anders. Ein paar Bilder und mehr beschreibender Text hätten es womöglich auch getan. Nochmal: Hektik, Schludrigkeit, Nachlässigkeit, samt einiger weiterer Holprigkeiten, darf nicht. Ist aber nun mal passiert. Mea Culpa.

  25. anon am 2. August 2007 um 14:11 Uhr

    “journalistisches muss” boahhahaha.

    Da müsste doch irgendjemand anwesend sein, der ebenfalls so ein “Kampagnen-Material” erhalten hat.
    Patrick wie sieht es aus? Ist beim Werbeblogger soetwas eingeschlagen?

  26. Patrick Breitenbach am 2. August 2007 um 14:24 Uhr

    Uns schickt man sowas doch nicht, weil 1) die genau wissen wie wir ticken und wir 2) keine waschechte Presse mit Reichweite und Bumms sind (was nicht is kann ja noch)

    Aber ich kann Olaf auf einer Seite nachvollziehen. Ich hätte den Spot vielleicht auch gepostet, aber eben unter anderen Bedingungen. Ich hätte von vornherein klargemacht woher er stammt, in welchem Kontext ich den sehe. Desweiteren hätte ich ihn wahrscheinlich auf keinen viralen Nährboden wie Youtube & Co. gelegt und ob mir das Trafficaufkommen auf unseren Server das Wert gewesen wäre? Ich weiss nicht. Schwierige Situation. Man ist so oder so die Marionette. Wichtig finde ich, dass Olaf Farbe bekennt und gemerkt hat, dass er sich hat instrumentalisieren lassen. Da sieht man wie schnell das mit der dunklen Seite der Werbemacht funktioniert.

    Letztendlich entscheidet jeder zwischen Story und Geschmack. Wer mit dem Feuer spielt darf sich jedenfalls nicht über die Brandblasen beklagen.

    Ich finde es wichtig, dass der Spot diksutiert wird. Weil es eine weitere Gelegenheit ist, Grenzen zu setzen. Meinugen auszutauschen und Konsequenzen zu ziehen. Solche Anstöße sind auch immer grundlegend für die Zukunft unserer Branche. Klappt das? Kommt das gut an? Bekommt es Aufmerksamkeit usw. Es zeigt auch das derzeitige Bild der Gesellschaft und unserer Kultur.

  27. vroni am 2. August 2007 um 14:43 Uhr

    “…hätte von vornherein klargemacht woher er stammt,”

    Richtig, Quellenangabe.
    Lernt jeder ab 1. Semester.

    Richtig, wirkliche Diskussionskultur erkennen lassen
    Und nicht: mit PR-Worten rumzaubern (fun, fun, fun).
    Und dann träge oder beleidigt auf nixbegreifen umstellen (sind “Bedenkenträger”), spät erst (wenn Gegenwind kräftig genug weht, oder Don ante portas) umschwenken.

    Gefällt mir nicht, hat mir noch nie gefallen.
    hat was mit Stil und Handwerk zu tun, es zu lassen

  28. Wolfgang Miedl am 2. August 2007 um 14:43 Uhr

    Wie gut die Gedankenpolizei schon arbeitet, zeigen einige Postings hier. Es ist nicht die primäre Aufgabe eines Journalisten, aus Rücksicht auf irgendwelche Sensibilitäten Selbstzensur zu betreiben. Insbesondere in diesem Fall kann ich Olafs Begründung gut nachvollziehen und bin schon sehr überrascht, welche abstrusen Vorveruteilungen gesprochen werden über ein aufgebauschtes, angebliches Viraldelikt, ehe sich der Verurteile richtig zu Wort melden kann. Ein Journalist, der seinen Job versteht, ist immer ein Grenzgänger und vor allem ist er stets der Gefahr ausgesetzt, instrumentalisiert zu werden. Aber das ist nun mal das Berufsrisiko, und wenn man das nicht mehr auf sich nehmen möchte, hört man besser auf – auch mit dem Bloggen. Was aber gar nicht geht, ist, sich aufkeimenden Inquisitionstendenzen zu beugen.

  29. vroni am 2. August 2007 um 15:18 Uhr

    Miedl

    Wennst jetzt gnädigerweise sagst, wen du genau mit Gedankenpolizei und Inquisitionstendenzen meinst?

    Als Journalistenversteher weißt ja, dass man sich halbwegs genau als Journi ausdrücken sollte, wen man denn meint und wen man adressiert (Klarheit der Aussagen) und Qulle und bla. Sonst versteht das naturgemäß weniger intelligente Leservolk, ähm… Bahnhof.

    Roten Teppich ausroll und devoten Kotau!

  30. Patrick Breitenbach am 2. August 2007 um 15:39 Uhr

    “Wie gut die Gedankenpolizei schon arbeitet, zeigen einige Postings hier. Es ist nicht die primäre Aufgabe eines Journalisten, aus Rücksicht auf irgendwelche Sensibilitäten Selbstzensur zu betreiben.”

    Ja es ist tatsächlich gut, dass es eine selbstreinigende Funktion gibt. Nur der Diskurs öffnet alle Kanäle der Wahrheiten. Wenn niemand zweifelt leben wir bereits in einem kompletten Überwachungsapparat. Schon einmal so betrachtet?

    Desweiteren zitiere ich gerne aus dem Pressecodex:

    “Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.”

    “Nachrichten und Informationen sind auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden. Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen.

    Veröffentlichte Nachrichten oder Behauptungen, die sich nachträglich als falsch erweisen, hat das Publikationsorgan, das sie gebracht hat, unverzüglich richtig zu stellen.

    Bei der Recherche dürfen keine unlauteren Methoden angewandt werden. Die vereinbarte Vertraulichkeit und das Berufsgeheimnis ist zu wahren.

    Redaktionelle Veröffentlichungen dürfen nicht durch private oder geschäftliche Interessen der Journalisten, Verleger oder Dritter beeinflusst werden. Eine klare Trennung zwischen redaktionellem Text und Werbung ist ebenso notwendig wie die Verweigerung der Annahme von Vorteilen.

    Die Presse achtet das Privatleben, die Intimsphäre sowie das Recht auf informationelle Selbstbestimmung des Menschen.

    Unbegründete Behauptungen und Beschuldigungen, Ehrverletzung, Veröffentlichungen, die das sittliche oder religiöse Empfinden verletzen und eine unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt und Brutalität sind nicht zulässig.

    Niemand darf wegen seines Geschlechts, einer Behinderung oder seiner Zugehörigkeit zu einer ethnischen, religiösen, sozialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden.

    usw. Von daher darf man meiner Ansicht nach auch Journalisten und deren Arbeit ganz gern mal hinterfragen ohne gleich mit Inquisitoren, Gestapo oder Stasi in einen Topf geschmissen zu werden. Soviel zum Thema “Vorverurteilungen”!

  31. Wolfgang Miedl am 2. August 2007 um 15:51 Uhr

    @vroni: Ich dachte, Wikipedia und Google kann heute jeder ohne Anleitung bedienen. Probiers mal mit Stichworten wie “thought police”…

    Dass hier jemand, der – wie er glaubwürdig darstellt – über eine “Werbeaktion” berichtet, so wie er das berufsmäßig jeden Tag tut, und dafür dann zur Sau gemacht wird in einer wirklich schäbigen Art und Weise, weil er ja wissen hätte müssen, dass es sich hierbei um eine ganz verwerfliche Bande handelt, von der man sich, wenn man über sich berichtet, immer gleich auch instrumentalisieren lässt, und er deshalb von vorneherein jede Art von Berichterstattung darüber beser hätte lassen sollen – so etwas weckt bei mir Inqusitions-Assoziationen.

    War der Satz jetzt zu lang? Ich weiß, sehr unjournalistisch – dann rollst halt den Teppich wieder ein.

  32. gis am 2. August 2007 um 15:56 Uhr

    *schnapp* Da hat die PC-Falle wieder zugeschnappt und alle stimmen sie ein in den Chor… Ich kann da nur meinem Vorposter vom Werbeblogger zustimmen: Gedankenpolizei, ick hör’ dir tappsen.

  33. Shiraz am 2. August 2007 um 16:39 Uhr

    Aber die Spots sind doch völlig on brand! Denn ist der Markenkern von StudiVZ nicht schon immer “Scheiße” gewesen?

  34. Roland Kühl-v.Puttkamer am 2. August 2007 um 16:40 Uhr

    Hier wird niemand vorverurteilt. Es wurden Fragen gestellt, die sich hier aus der Art und dem Hintergrund einer Berichterstattung über eine “Viralkampagne!!!” ergeben haben. Es geht auch nicht -bei genauer Betrachtung- darum, dass über Ekel-Kampagnen berichtet wird, auch nicht über den immer möglichen Vorwurf, dass man als Journalist damit etwas tut, was man genau vermeiden will (Buzz für die Kampagne). Es geht um die -mindestens sehr unglückliche- Veröffentlichung der Videos auf der weltweit größten Seeding-Plattform, zeitgleich mit dem Artikel. Aber Olaf hat´s erklärt und für mich gibt es keinen Grund mehr, das alles öffentlich in Zweifel zu ziehen. Wohl aber ziehe ich meine persönlichen Schlüsse aus dem Sachverhalt insgesamt – nur für mich.

  35. vroni am 2. August 2007 um 17:44 Uhr

    @ Miedl

    “…so wie er das berufsmäßig jeden Tag tut, und dafür dann zur Sau gemacht wird in einer wirklich schäbigen Art und Weise,”

    Fragen habe ich schon noch:

    - Was meinst du mit “zur Sau machen”. Belege das, wo das steht, welche Worte waren das.
    - Wer hat “zur Sau gemacht”? (Nach dem Wer habe ich schon mal gefragt, ich wiederhole diese Frage, da bin ich einfach nett-stumpf, sorry) Nenne Roß und Reiter.
    - Was ist “schäbige Art und Weise”.

    Schäbig ist für mich: – Angriffe hintenrum, Rufschädigen etc.

    Definiere, was du als “schäbige Art und Weise erlebt hast.

    Im Augenblick erlebe und lese ich, dass du dich wenig aus der Deckung traust und lediglich vage Angriffe gegen irgendwen startest, die nicht sehr konkret sind.

    _________
    Noch etwas: Wer berufsmäßig berichtet, hat gelernt, vorher zu prüfen. Das hat Olaf leider unterlassen, er hat sich auch dafür entschuldigt, Ist sehr Ok.

    Wer berufsmäßig berichtet, sollte sich aber auch überlegen, ob es in jeder Hinsicht und immer richtig ist, alles abzubilden und zu zeigen. Das Argument, ich kann doch nur über etwas reden, was die anderen auch kennen, und das ich heute oft gehört habe, ist mir zu platt und stimmt auch so nicht. Manchmal gebietet es die journalistische Verantwortung, nicht alles zu zeigen was möglich ist zu zeigen. Diese Entscheidung kann man einem Journalisten nicht abnehmen, ich wünschte mir jedoch oft besonneneres Vorgehen, das nicht dem Diktat der Zeit und dem Diktat, der Schnellste oder der Erste sein zu müssen, wie ein Pudel gehorcht. Olaf hat auch zugegeben, das das mit reingespielt hat, das macht ihn sympathisch.

    Gerade vom Horizont erwarte ich, dass er Agentur-Hervorbringungen durchleuchtet, die an ihn herangetragen werden. Sonst kann man gleich deren PR abdrucken und muss nix mehr denken. Der Name heißt Horizont und nicht Durchlauferhitzer. Vieleicht liest das mal der/ein Verlag auch, der seine Journalisten jeden Tag vor sich hertreibt. Mir ist die Misere des Fremdgesteuertwerdens sehr wohl bekannt und habe – aber nur teilweise – Verständnis:-) Ist schon hart.

  36. Koenich Johann am 3. August 2007 um 10:51 Uhr

    Was geht denn bite hier ab? Kaum ist man einen Tag mal nicht da… :-)

  37. kakoii am 4. August 2007 um 12:27 Uhr

    Viral Marketing at its best.

    Nach der ganzen Geschichte um die mittlerweile nicht mehr hier zu sehenden Spots und dem Hinweis, dass sie sogar nicht mehr auf Youtube sind … habe ich mich nun auf die Suche gemacht wo ich denn die skandalösen Clips finden kannn.

    Wäre ich jetzt Verschwörungstheoretiker, dann würde ich behaupten, dass dieser ganze Thread mit seinem hin und her Teil einer gut durchdachten PR Kampagne ist ;-)

  38. Alexander Trust am 4. August 2007 um 12:36 Uhr

    Ah nee, jetzt ja hier. Gut, gut.

  39. Kartoffelfresser am 4. August 2007 um 18:28 Uhr

    OK, OK, aber wo gibts denn jetzt die coolen Videos? Ist mir doch voll schnurz ob die Teile jetzt irgendwelchen Political-Correctness-Uschis in den Kram passen oder nicht, aber wo kann man die schauen?

  40. Dr. Tea am 5. August 2007 um 09:50 Uhr

    @ Kartoffelfresse(r): Was bitte ist an den Videos cool? Diese niveau- und geschmacklosen Videos unterbieten den MTV-Selbstzerstörer-Schwachsinn um Einiges. Reife Leistung!

  41. Kartoffelfresser am 5. August 2007 um 15:54 Uhr

    @ Dr. (einen im) Tea:

    Tschuldigung, ich meinte nicht cool, sondern GEIL.
    Scherz beiseite:
    Was bei ihrem Vergleich leider vergessen bleibt, ist das bei den MTV-Selbstverstümmelungsvideos ECHTE Menschen ECHTE Qualen erleiden (sowie bei einigen anderen Reality-Formaten auch). Das macht meiner Meinung nach einen grossen Unterschied zu gestellten Filmen, ganz prinzipiell. Trotz allen Ekels werden, nach dem was ich der Diskussion entnehmen kann, in den Spots fuer StudiDingsda keine echten Menschen verletzt, oder?
    Ausserdem hatte ich bis jetzt keine Chance, mir diese Filme anzusehen, kann daher kein Statement ueber den Inhalt abgeben. Ich finde jedoch, als mündiger Bürger habe ich selber das Recht mir diese Dinge anzusehen und mir meine Meinung dazu zu bilden. Sobald irgendjemand das ungefragt fuer mich uebernimmt und mir gleichzeitig das betreffende Material vorenthalten will, fuehle ich mich geschulmeistert, und desch mog i nit.
    Erdapfelgeniesser

  42. Freddy am 5. August 2007 um 23:43 Uhr

    @ Kartoffelfresser

    Wie recht du hast. Schätze auch, Dr. Tea (fflieger) hat die Videos selbst nie gesehen. Aber er findet sie genau so empörungswürdig wie diese Islamisten vor nicht allzulanger Zeit irgendwelche dänischen (schwedischen? schweizer? scheißegal!) Karrikaturen, von denen ihnen ihr Imam erzählt hat.

    Ich kann dazu nur sagen: Ich hab die Videos gesehen. Ich finde sie scheiße. Wer diese Meinung teilen will oder auch nicht, muss sie zwangsläufig selbst sehen.
    Wüsste ich, wo sie jetzt noch zu finden sind, würde ich den Link liebend gern posten. Viel Glück beim Suchen.

  43. Constantin am 6. August 2007 um 01:03 Uhr

    @ Freddy:
    Schade, dass du keinen Link zu den Videos hast. Die würde ich auch liebend gerne sehen.
    Ist schon krass, was manche Leute da für einen Unsinn produzieren.

  44. Jo am 6. August 2007 um 17:51 Uhr

    Ach Herrje, StudiVZ scheint zurzeit ja wirklich DAS angesagte Hass-Objekt zu sein. Ich versteh die ganze Aufregung nicht. Viral-Spots waren schon immer hart an der Grenze – ich erinnere da nur an den VW-Selbstmordattentäter-Spot oder die geköpfte Katze. In aller Munde sind sie trotzdem – oder halt gerade deswegen.

  45. Tim Neugebauer am 7. August 2007 um 15:36 Uhr

    Tja, was soll man da sagen…
    Ich denke die Macht des einzelnen Users wird gemeinhin überbewertet. Was den einen zum Austritt bewegt ist der großen Masse einfach egal, ist für die belanglos, ist vielleicht noch nicht mal darauf aufmerksman geworden. Es ist auch nicht das Produkt was es zu bekämpfen gilt oder über das man empört sein könnte. Es sind gewisse Leute ohne Erfahrung, Kreativität die leider in den falschen Positionen schlechte Arbeit machen. Wer auch immer sowas entstehen lässt hat schlicht vergessen das es über das “viral wirksam” hinaus noch andere Ziele für moderne Werbeformen gibt. Ich finde der Spot schockt nicht mal. Er ist einfach dumm, im Konzept und in der Umsetzung. Und das sagt doch eignetlich alles über die”Entscheider” im Unternehmen aus.

  46. Olli am 8. August 2007 um 10:28 Uhr

    Ich schmeiß mich weg…
    Olaf hätte es auch viel einfacher haben können. Anstatt des langen Textes hätte er einfach schreiben können:
    “Ich hab richtig scheiße gebaut und meine arbeit absolut schlecht gemacht.”
    Damit hätte man diese ganze Sache beenden können.

    Lustig zu sehen ist allerdings wie hier die Entwicklung ist. Erst sind alle User von Studivz, zu denen ich mich im übrigem auch zähle, so schlecht und naiv und dann erkennt ihr das hier einer Mist gebaut hat und versucht ihn dann wieder aus dem Müll raus zu ziehen.

    Im übrigem wenn ich hier schon so Sätze lese wie:
    “…Das größte Problem besteht darin, dass diese Figuren mit dem zugemüllten Humorverständnis später mal Führungspositionen einnehmen werden, obwohl ihnen dazu jede Eignung fehlt.”

    da hauts mich vom Stuhl.
    Wie kommt es denn das so Weltverbesserer meistens Lehrer oder ähnliches werden ?
    Weil man halt für eine “Führungspositon” andere eigenschaften braucht als sich über so ein mist aufzuregen.

    Um das nochmal kurz zu unterstreichen, dieser Link ist in der Gruppe: “Vegetarier essen meinem Essen das essen weg ”
    gepostet, folgende reaktion hatte dieser Post:

    Kennste Wayne ? Wayne Interessierts ?

  47. vroni am 8. August 2007 um 10:40 Uhr

    “Weil man halt für eine “Führungspositon” andere eigenschaften braucht als sich über so ein mist aufzuregen.”

    Welche Eigenschaften sind das? Was muss eine/r drauf haben, der/die führen will?
    (No kidding, es interessiert mich wirklich, wie ein Student aktuell darüber denkt, der vorhat demnächst ins Wirtschaftsleben einzutreten.)

  48. ramses101 am 8. August 2007 um 11:22 Uhr

    Um das nochmal kurz zu unterstreichen, dieser Link ist in der Gruppe: “Vegetarier essen meinem Essen das essen weg ”
    gepostet, folgende reaktion hatte dieser Post:

    Kennste Wayne ? Wayne Interessierts ?

    Nun, irgend jaymanden scheint es doch interessiert zu haben. Der Link ist nämlich verschwunden.

  49. otto am 8. August 2007 um 14:01 Uhr

    um euch aufzuklären, sämtliche Verschwörungstheoerien sind Quatsch. Hier hat eine Agentur versucht, sich PR in Horizont zu verschaffen, ohne den Kunden StudiVZ zu informieren. Über diesen Weg sind die Videos wohl auch letztlich ins Web gekommen. Ob die Clips, über die man denken kann, was man will, letztlich auch vom Kunden das “go” bekommen haben, ist nicht mehr zu klären. Jedenfalls würde StudiVZ solche Videos sicher nicht über ein Fachblatt verbreiten. Und die Tatsache, dass sie so gut wie überall aus dem Web verschwunden sind, deutet nicht darauf hin, dass die betroffenen Clips es jemals ins Web geschafft hätten. Aber andere werden folgen, versprochen.

  50. Chris am 8. August 2007 um 15:09 Uhr

    Otto, Danke. So ist es. Aber unserer hauptberuflichen Profilneurotiker benötigen doch etwas über was sie bloggen können. Anstatt mal scharf nachzudenken, wird lieber losgeredet, gehetzt und Müll geschrieben. Aber das kennen wir ja aus Blogs zu Hauf.

  51. hein knoch am 8. August 2007 um 17:55 Uhr

    soeben auf boocompany.com:
    “Wie ich soeben erfahren habe, wollen Aimaq Rapp Stolle, die kreativen Kreatoren der StudiVZ-Horror Videos, ihre viralen Spots aus dem Netz verbannen. In einer panischen Aktion hetzen sie ihre Anwälte in eine völlig falsche Richtung. Statt auf meine E-Mails zu antworten, haben sich Aimaq Rapp Stolle dazu entschlossen, die Betreiberin der Seiten supercompany.de und lanu.cc anzugreifen, die in keiner Weise für die auf boocompany veröffentlichten Inhalte verantwortlich ist.

    Nach den ersten Information der mit Unsummen unter Druck Gesetzten pochen die Herren auf das Urheberrecht und darauf, dass die Videos verfälscht worden seien.

    Aus Rücksicht auf die zu Unrecht Beschuldigte und um ihr weiteren Ärger zu ersparen, werde ich die Videos zum geforderten Zeitpunkt um 18 Uhr des heutigen Tages entfernen.”

    http://www.boocompany.com/inde...../id/15067/

  52. Olli am 9. August 2007 um 09:15 Uhr

    @ Vroni
    Also wen du mich mit dem Studenten meinst der vorhat demnächst ins Wirtschaftsleben einzutreten dann muß ich dich leider enttäuschen, den Schrit hab ich schon hinter mir.
    Also was man für Eigenschaften braucht, ich würde mal sagen es könnten durchaus einige Überscheidungen geben mit den Eigenschaften die man braucht um sich hier so sehr darüber aufzuregen.
    Mit Sicherheit sind auch die Eigenschaften die man benötig auch davon abhängig in welchen bereich man arbeiten will.
    Auch auf die Gefahr hin das ich mir selbst widerspreche, aber ich fand den Satz einfach sowas von bescheuert das ich da was zu schreiben mußte.
    Man benötig Durchsetzungsvermögen und zwar ein Durchsetzungsvermögen in der Art das man nicht immer schaut was mit den Leuten ist an denen man sich gerade vorbei gekämpft hat, man kann es auch anders Ausdrücken.
    Man muß ein bißchen Arschloch sein.
    Zudem kommt natürlich noch das man was davon versteht was man macht.
    Also jetzt in meinem Fall, ich bin nach meiner Diplomarbeit direkt bei der Firma geblieben bei der ich sie geschrieben hab. Ne recht große Firma mit Weltweit über 300 Standorten. Zur Zeit bin ich stelv. Betriebsleiter und soll im nächsten Jahr die Stelle des Betriebsleiters übernehemen, denn der geht im nächsten Jahr in Rente.
    Wenn sich das jetzt so anhört als will ich hier einen auf dicke Hose machen, dann habt ihr vollkommen recht, denn da bin ich stolz drauf und erzähl es auch gerne *g*

  53. doctea am 9. August 2007 um 09:21 Uhr

    @ Kartoffelfresser: Ich denke, wenn Vegetarier gelyncht und Schweinen zum Fraß vorgeworfen werden, dann ist das mehr als unterste Schublade. Solche hirnrissigen Dinge sollten nicht mal gedacht werden. Sonst fängt die Jugend irgendwann an, diesen Schmarrn zu glauben – das steht dann in einer Reihe mit “Die Kuh ist lila” und “Der Strom kommt aus der Steckdose” oder “Das Schnitzel aus dem Supermarkt”. Nur leider in einer wesentlich schlimmeren Dimension.
    Sehen Sie nicht die Tragweite einer solchen sinnlosen PR-Aktion?
    Mal abgesehen davon: Solche Aktionen bringen studivz zwar Anmeldungen, offensichtlich. Aber das Problem mit der Inaktivität der User wird nicht behoben. Für das Portal an sich wird nämlich meiner Meinung nach viel zu wenig getan. Da hakt es an allen Ecken und Kanten.
    Aber anscheinend wollen die Verantwortlichen lieber mehr aktive User dadurch erreichen, dass sic noch mehr Leute anmelden – wobei die Quote sich dann nicht verändern dürfte.
    Naja, Strategen haben sie nicht in ihrem Laden, oder?

    Beste Grüße
    doctea

  54. Basti am 9. August 2007 um 10:58 Uhr

    Also, ich hab’ die Videos sofort gefunden:

    [Link von admin wegen juristischer Erwägungen gelöscht. Bitte gegenwärtig keine Links zu Videos posten.]

  55. Basti am 9. August 2007 um 11:46 Uhr

    Stimmt, besser ist das. Sorry. Ein Link ist auch gar nicht nötig, weil jeder bei Google Video nach den Ekelvideos suchen kann.

  56. Claus Thaler am 9. August 2007 um 11:48 Uhr

    @admin/Olaf Kolbrück: Mich würde langsam mal wirklich interessieren, was für juristische Bedenken gemeint sind? Fürchtet ihr eine Anzeige von ARS, weil die Spots von denen zurückgezogen wurden? Oder rechnet ihr mit Ärger, wenn ihr die Spots verlinkt, weil euch jemand anzeigen könnte, der sich über die Filmchen ärgert? Dazu habe ich mal eine Verständnisfrage: Ist es nicht so, dass ihr als Medienmagazin solche Dinge dokumentieren könnt? Ich meine, die “taz” wird ja auch nicht angezeigt, wenn sie ein Bekennerschreiben zu einem Anschlag der RAF dokumentiert, oder? (Womit ich jetzt diese Machwerke nicht mit Terrorismus vergleichen möchte)

    Es wäre schön, wenn ihr eure Leser mal aufklären könntet.

    Wenn ihr sagt “Wir wollen den Mist nicht weiter verbreiten”, dann wäre das ein Argument für mich. Aber juristische Bedenken?

  57. vroni am 9. August 2007 um 15:31 Uhr

    @ Olli

    “Man benötigt Durchsetzungsvermögen und zwar ein Durchsetzungsvermögen in der Art das man nicht immer schaut was mit den Leuten ist an denen man sich gerade vorbei gekämpft hat, man kann es auch anders Ausdrücken.
    Man muß ein bißchen Arschloch sein.”

    Olli, ich habe dich deutlich nach FÜHRUNGSEIGENSCHAFTEN gefragt, die man haben muss, wenn man oben ist.
    Nicht nach DURCHSETZUNGSEIGENSCHAFTEN, um überhaupt nach oben zu kommen.

    Ist sich Unterschied.

    Für mich stellt sich jetzt die Frage (nachdem ich deine Antwort in mir wirken ließ), ob du überhaupt in der Lage bist, verbal oder geistig, elementare Dinge auseinander zu halten. Über Führung hast du jedenfalls noch nicht nachgedacht, du weißt gar nicht, was das ist. Ein schöner Betriebsleiter bist du.

  58. HamsterDesTodes am 10. August 2007 um 09:36 Uhr

    @Olli:

    Grammatik und Interpunktion scheint jedenfalls nicht dazuzugehören, wenn ich mir Deine Wall-of-Text so anschaue.

  59. G! am 10. August 2007 um 15:08 Uhr

    @ HamsterDesTodes

    Und die Rechtschreibung geht auch eher in Richtung Orthograffiti.

    “Aaai’m iiilecktät tu lied not tu ried.” Arnold Schwarzenegger

  60. kartoffelfresser am 16. August 2007 um 23:36 Uhr

    @ professor Kaffee

    Also, den Einfluss der Clips auf die Anmeldungen von StudiDidelbum kenne ich nicht, ist mir aber auch herzlich egal. Ich mein’, ist ja nicht meine Firma, ich hab nicht mal nen Account, da ich finde, sich mit Klarnamen im Internet zu bewegen ist sowieso ein Schuß in den Fuß. Aber zur Sache.
    Ueber die Tragweite der Clips bin ich mir anscheinend nicht bewusst. Ich hab die Videos jetzt gesehen, meine Güte! DARÜBER regen sie sich auf? Da gibt es ja wohl jeden Tag im Privatfernsehen schlimmeres zu sehen. Ich dachte bisher, das es nur zwei Gruppen gäbe, die solche Clips ernst nähmen. Zum einen Kinder, zum anderen Leute, die sowieso, wie sagt man so schön “ein ganz tolles Panorama an sich vorbeiziehen haben” und dann wirklich denken, das Kühe lila sind.
    Und übers Thema “Kinder und zweifelhafte Inhalte im I-Net” brauche ich hoffentlich niemandem was zu erzählen.
    Ach, und Denkverbote finde ich generell nicht gut. Das klingt so totalitär. Ich finde, das wichtigste ist, jedem zu ermöglichen, auch solche Dinge zu betrachten und sich selber sein Urteil darueber zu bilden. Der Inhalt ist vielleicht für mancheinen geschmacklos, aber man sieht deutlich, das das Konzept humoristisch ist, fast in Richtung Satire. Das ist in conclusio ja auch der wahre Kern von StudiKaploing und der Zielgruppe/den Usergroupnamen wie “Vegetarier essen meinem…” Ich finde, Spaß, !!!*solange er nicht realen Menschen Schaden zufügt*!!!, ist über persönliches Moralempfinden erhaben. Wenn jemand die Art von Humor nicht mag, brauch er ja nicht zu lachen. Aber aufgrund der eigenen Empfindung anderen den Spass zu verübeln, das hat keinerlei Wert. Und ich glaube nicht, das aufgrund dieser Clips jetzt vermehrt Vegetarier ermordet oder dünne Kinder entführt werden.

    grüsse

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