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Spießer Alfons über werbliche Kreatiefen

17. August 2007
von

Schon seit vielen Jahren ist in der Werbung ein fröhliches Babykochen angesagt. Da war es kinderkochen.jpgdermaleinst der Klamottenhändler Esprit, der ein Baby in den Kochtopf gepackt hat, wozu der Küchenchef genießerisch die Lippen leckt. Das ließ Wettbewerber Benetton nicht ruhen: Abkocher Oliviero Toscani steckte gleich zwei Kleinkinder in den Suppentopf. Und dazwischen war dann noch Publicis Vicom, eine Werbeagentur, wo man zwecks Eigenwerbung vier Babys gekocht hat — wenn Ihr Euch bitte mal die Bilder anschauen wollt!

ikeza.jpgUnd nun kommt Amir Kassaei, genauso hoch dekorierter wie überschätzter Kreativhäuptling von DDB, und setzt ebenfalls ein Baby in den Kochtopf. In einem TV-Spot für Ikea in Österreich. Was der Spießer als Missbrauch eines Kindes bezeichnet. Von Plagiat will Alfons hier gar nicht reden, sondern nur von Dummheit. Aber bei DDB, wo die Chairmen sich totlachen über ein Pupskissen auf dem Chair, dort liegen die Kreativen bestimmt vor dem Ikea-Spot auf den Knien und jubeln ihrem Kreatiefhäuptling zu. Hirnlos.

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Kommentare zu “ Spießer Alfons über werbliche Kreatiefen ”

  1. Patrick Breitenbach am 17. August 2007 um 14:51 Uhr

    Hmm. Also bei den vier Fällen oben sehe ich das vollkommen ein. Das ist irgendwie dämlich und ohne jeden Sinn und Charme.

    Aber im Kontext mit Ikea, Kochtopf und Küche finde ich das Motiv eher niedlich und gemütlich. Quasi als Bad-Ersatz. Ob das nun besonders kreativ ist sei dahingestellt. Ich finde es funktioniert (aber vielleicht nur, weil ich grad selbst so einen kleinen Stöpsel zu Hause habe),was das Emotionale angeht. Außerdem ist das Bild aus dem Kontext des Spots gerissen. Da wäre es günstig diesen auch nochmal zum Vergleich anschauen zu können.

  2. Spießer Alfons am 17. August 2007 um 14:58 Uhr

    Lieber Patrick -

    als Bad-Ersatz? Und dafür gibt man dem Baby noch eine Möhre in die Hand…? Ich denke eher, es ist die alte Seuche: Auffallen um jeden Preis, koste es, was es wolle, notfalls sogar den guten Geschmack!

    Im gesamten Spot steht diese Szene nicht im Vordergrund. Aber mir sträuben sich die Nackenhaare, wenn ich Kinder im Kochtopf sehe!

    Ich hoffe, dass Du Deinen Stöpsel in eine richtige Badewanne setzt, am besten zusammen mit dem Vater statt mit einer Karotte ;) !

  3. Max am 17. August 2007 um 15:25 Uhr

    Hey Spießer,

    vor einigen Jahren sah ich im Central Park einen Typen sitzen mit einem T-Shirt. Es trug die Aufschrift “Eating people is wrong.”. Das fällt mir dazu ein.

    Beste Grüße
    Max

  4. Julia am 17. August 2007 um 17:41 Uhr

    Der etwas schwächelnde Gedankengang dahinter ist wahrscheinlich: Babies sind süß (wobei ich wildfremde Menschen egal welchen Alters nicht automatisch süß finde, aber egal). Babies passen in Kochtöpfe (besser als z.B. in Kühlschränke oder auf Fernseher) und können da auch nicht so schnell wegkrabbeln. Der Kochtopf ist also gleichzeitig ein praktischer Baby-Behälter, eine “charmante” Provokation und ein wiedererkennbarer Haushaltsgegenstand, der mit Essen (hmm, lecker), Fürsorglichkeit (jemand kocht für mich, obwohl, lieber nicht das Baby) und Geborgenheit (Baby passt da so gut rein, s.o.) verbunden wird. Im Grunde ist das baby im Kochtopf nichts anderes als das Kätzchen in Biker-Klamotten oder der Welpe mit Brille auf: totaler Kitsch.

  5. Dumdidum am 18. August 2007 um 01:29 Uhr

    Jetzt aber mal ernsthaft. Der ganze Spot ist so dermassen HypoVereinsbank in schlecht, dass es einfach nicht zu fassen ist. Hypo war neu, inspiriert und mutig – vor 10 Jahren. IKEA Österreich ist einfach nur ein mieser, billiger, schäbiger Rip-Off. Wer auch immer das Ding geschrieben, freigegeben oder produziert hat, sollte sich was schämen. Ob da jetzt ein Kochtopf drin ist oder nicht, finde ich in dem Kontext eher sekundär.

  6. Spießer Alfons am 18. August 2007 um 09:58 Uhr

    @ Dumdidum

    HORIZONT-Leser wissen das – siehe aktuelle Ausgabe, Seite 24! ;)

  7. Miethirn am 20. August 2007 um 22:24 Uhr

    wie sagte doch der grosse W. C. Fields: “Ich mag Kinder. Schön weichgekocht”

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