Bildblog startet TV-Werbung
Bildblog macht TV-Werbung. Gut so. Der Spot mit den TV-Comedians Anke Engelke
(„Ladykracher“) und Christoph-Maria Herbst („Stromberg“) ist vergnüglich und bringt die Botschaft gut auf den Punkt. Claim: “Jede Lüge braucht einen Mutigen, der sie zählt”. Zu sehen sind die Spots ab Ende dieser Woche indes „nur“ auf MTV, Viva und Comedy Central melden der Stern und Horizont. Die von Stefan Niggemeier erhoffte „breite Öffentlichkeit“ ist das noch nicht so ganz. Aber mit vergleichsweise kleiner Brieftasche reicht es eben noch nicht für ARD, RTL und Co.
Trotzdem: Ist dies das richtige Umfeld? Nun könnte man sagen, klar, junge Leute (internetaffine Zielgruppe) frühzeitig über die Umtriebe von „Bild“ aufklären lohnt eher, weil man den Feinripper-Träger aus dem verbotenen, weil „Bild“ verballhornenden „Taz“-Spot „Taz ist nicht für jeden“ (der natürlich noch in den Untiefen des Web schlummert) eh nicht mehr umpolen kann. Und der Feinripper schaut wahrscheinlich eher Sat1.
Dennoch: Junge Leute wären zugleich junge Leser. Gibt es die überhaupt? Warum sollte man die Nicht-Leser vor „Bild“ warnen, zu Bildblog lotsen und so Kollateralschäden riskieren? Schlimme Befürchtung: Vielleicht lesen sie doch ein wenig — und dann eher Bild, der Bilder wegen.
Aber: Musik und Quatsch-Kanal und dazwischen der Bildblog? Wirbt die „Zeit“ etwa auf RTL2? Warum eigentlich nicht – Bildblog und Dudel-Sender? Bei aller Ernsthaftigkeit müht sich der Bildblog schließlich, nicht zu verbissen zu erscheinen. Deshalb ist der Comedy-taugliche Spot so wie er ist und das Sendertrio besser als ein Kulturkanal.
Ohnehin lästert es sich leicht. Besser bei Viva werben als gar nicht. Und vielleicht hilft es dem Bildblog, aber auch anderen journalistisch ausgerichteten Blogs ein Stück weit aus dem Leserkreis der „Was mit Medien“-Loge herauszuwachsen. Also besser bei Viva werben als gar nicht. Und vielleicht hilft es dem Bildblog, aber auch anderen journalistisch ausgerichteten Blogs ein Stück weit aus dem Leserkreis der „Was mit Medien“-Loge herauszuwachsen. Nein, ich werde jetzt nicht über gesellschaftlicher Relevanz platitüdieren.
Lieber ein Detail am Rande: In seinem Buch „Die TV Falle“ verrät Ex-Sat1-Ober —Zampano Roger Schawinski, dass Anke Engelke dereinst vom einem Veriss in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ über ihr Late-Night-Getalke schwer getroffen war. „Bitte aufhören!“ lautete 2004 die Schlagzeile. Der Autor: Stefan Niggemeier.
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Das nennt man dann wohl “crossmedia”
Hoffentlich ziehen noch andere Blogs nach. Finde ich gut so.
Wenn ich nen Spot für lau bekomme, sofort. Schreiben kann ich ihn auch selbst.
Klasse Spot! Lohnt sich anzuschauen.
Der Spot ist abrufbar in der GWA-AdZyklopädie unter:
http://www.adzyklopaedie.com