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Der Tod von Google und andere Leichen

27. August 2007
von

Verleger Christian DuMont Schütte lehnt sich im Interview mit der „FAS“ ganz weit aus dem Fenster und erklärt „In zehn Jahren ist Google tot“. Da kann man natürlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Man kann dem Mann aber auch recht geben. Nur. Alles was nach Google kommen dürfte, wird den alten Medien noch weniger gefallen. Für sie wird es höchstens schlimmer.

Warum nicht damit rechnen, dass Feed-Reader in 5 Jahren so Mainstream sind, wie der Blick auf ein Nachrichtenportal, warum nicht in zehn Jahre ein Google 2.0 im Web erwarten, dass nicht nur die Printnews versammelt, sondern auch alle TV-Nachrichten inhaltlich durchforstet, auf Mausklick findet und direkt zeigt. Statt des Wikipedia-Eintrags über den großen Bellheim auch einen Platz vorstellt, an dem die TV-Serie gerade zum Download angezeigt wird. Kostenlos.

Vor allem dürfen die Verleger von einer Welt nach Google erwarten, dass das Web meine mir wichtigen Nachrichten profilgerecht aufbereitet und diese bei Bedarf passgenau zum Ausdruck ausliefert werden, nach einem speziellen Filter aus unterschiedlichsten Quellen zu einer einzigen vollständigen Nachricht vereint und mir dazu obendrein meine Lieblings-Blogs und Kommentatoren angezeigt werden, die das Thema bewerten. Garniert mit einem thematisch passenden Video des bevorzugten TV-Kanals. Alles zusammen. Immer. Überall. Jederzeit abrufbar, Vergleichbar. Frei konfigurierbar. Morgens Zeitung, nachmittags im Büro Online-News und abends noch dazu bewegte Bilder aus Heute und dann dazu der Tagesthemen-Kommentar – dass nur noch der Takt für Gereontokraten. Der Totengräber für Google wird all das zusammen und gleichzeitig bieten.

Wie auch immer. Die alten Medien sollten endlich aufhören Google und Co als Feind zu betrachten ohne den ihre Welt besser aussähe. Genauso gut könnten die Buchverlage Sturm laufen gegen die Bibliotheken und den Tod der Büchereien herbeiwünschen.
Sie sollten endlich begreifen, dass sie sich über Google und Co auch mit uniquen Inhalten und Schlagzeilen positionieren können und lernen, dass Google auch ein Appetizer sein kann für mehr Inhalte on- und offline, tiefergreifende Geschichten und mehr Deutung, mehr Orientierung und Position. Dafür müssten sie nur einmal in ihre eigenen Blätter schauen. Dort steht immer wieder jede Menge über Mehrwert. Denn gleichgültig, ob Google den Exitus erlebt – auch der Zeitungsleser geht über Leichen.

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Kommentare zu “ Der Tod von Google und andere Leichen ”

  1. Igor am 28. August 2007 um 14:13 Uhr

    hat google einen (oder mehrere) rechenfehler?
    google kann rechnen, das ist bekannt.
    bei 0^0 bzw. 0**0 kommt aber 1 als ergebnis.
    vielleicht wird auch deshalb google sterben. *gg*

    Igor

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