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Wie Real die Markentreue von Katzen untergräbt

27. August 2007
von

Markenhersteller müssen es fürchten, das Horror Vacui. Wenn die Marke im Regal fehlt, greift der Kunde eben zur Alternative — und bleibt womöglich dabei. Bei Real gehört ein Out-of-Stock-Artikel für den Kunden fast schon zum Einkauf dazu. Nicht erst seit die Metro-Tochter mit den Lieferanten um Konditionen pokert und Artikel aus dem Regal wirft. Druck ausüben. An solchen Dingen merkt man, dass Metro-Chef Hans-Joachim Körber offenbar selten einkaufen geht, vor allem aber wohl keine Katzen hat.

Zum Hürdenlauf wird es für den Kunden bei Real, wenn das Markenprodukt im Regal steht, der Preis aber nicht im Warenwirtschaftsystem an der Kasse gespeichert ist. (Ein Nicht-Real-Klassiker: „Du Erna, was kosten die Kondome?“) Das geht mit Katzenfutter von Nestle (Gourmet von Purina) fast genauso. Nur nicht so lustig.

Real nutzt die Lücke im Computer offenbar um zu zeigen, wie groß der Markt ist. Und der ist sehr groß riesig. Was also tun, wenn der Artikelpreis im System fehlt? Griff zum Telefon an der Kasse, langes Warten, Schulterzucken, langes Warten, erneutes Scannen des Artikel, Schulterzucken. Kunden an den Infopoint verweisen, damit er noch mal die langen Wege kennenlernt. Dort Schlangen von Kunden mit anderen Problemen. Langes Warten, Schulterzucken bei dem Mann, der plötzlich an Kafkas Torhüter erinnert.

Griff zum Telefon, langes Warten, Schulterzucken. Dann endlich findet sich eine „Erna“, die am Regal nachsieht, langes Warten, die Gänge sind schließlich lang und früher ging man noch für ganz andere Dinge meilenweit. Trotzdem darüber nachdenken, ob es nicht sinnvoll wäre, sich wie eine Katze zu verhalten und einfach irgendwo seine Krallen reinzuschlagen. Schließlich zahlen dürfen.
Kann passieren. Einmal. Nach dem dritten Mal aber bewahrheitet sich der Satz: The consumer is a cat. Was das bedeutet, wissen Katzenbesitzer. Im Handel hält man sich zu Hause dagegen wohl eher Hunde und überträgt deren dackeltreuen Blicke auf das Kundenverhalten.

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Kommentare zu “ Wie Real die Markentreue von Katzen untergräbt ”

  1. mark793 am 27. August 2007 um 17:13 Uhr

    Zum Teil werden die Lücken im Warenwirtschaftssystem schlicht und einfach mit Sonderpreisaktionen und so Sachen, die nicht eingepflegt worden sind, zu tun haben. Dass real Zeit und Nerv investieren würde, um Lieferanten auf diese Weise im Konditionenfight mürbe zu machen, würde mich ehrlich gesagt wundern. Wie ist das eigentlich am SB-Checkout – wird da Alarm geschlagen, wenn ein Artikel nicht gefunden wird – oder darf man den dann unbepreist mitnehmen? Hat jemand Erfahrungen damit gemacht?

  2. Olafkolbrueck am 28. August 2007 um 10:40 Uhr

    An der SB-Kasse läuft es ähnlich. Die SB-Kasse piept verzweifelt. Und dort wacht ja auch in der Regel eine Torhüterin über die ordnungsgemäße Ziehung der Einkaufstüten.

ivw