Die Arroganz der Bürokratie – oder wenn Agenturen für die Kaffeekasse spenden
Man kann es unter dumm gelaufen abhaken, man kann aus der fehlgeleiteten Mail aus Rheinland-Pfalz aber auch die Arroganz der Bürokratie herauslesen, für die Dienstleister wohl modernen Wegelagerern gleichen. Im rheinland-pfälzischen Wirtschafts- und Verkehrsministeriums mokiert man sich nämlich angesichts der Ausschreibung für das Dachmarkenkonzept der Nahverkehrsinitiative Rheinland-Pfalz-Takt über einen weiteren Interessenten, der die obendrein kostenpflichtigen Unterlagen (25 Euro) angefordert hat:
“Noch ein Wettbewerbsteilnehmer. Ich habe schon überlegt, ob ich ihm sagen soll, dass er nicht mehr die Schnitte einer Chance hat, aber habe mich dann doch für die 25 Euro entschieden. Was machen wir eigentlich mit dem Geld? Da sind jetzt mehr als 1000 Euro reingekommen. Dafür könnten wir zum Beispiel so eine schöne Edel-Kaffeekochanlage auch bei uns im Flur installieren. Dann musst du nicht täglich in die Kantine.”
So ein Mitarbeiter des Ministeriums in der fehlgeleiteten Mail, die offenbar an einen Kollegen gehen sollte, parallel aber auch an einige der über 40 teilnehmenden Agenturen gelangt ist.
Vielleicht aber steckt auch keine Arroganz dahinter – und die betreuende Agentur ist längst ausgeguckt, die Ausschreibung nur ein Muster ohne Wert?
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Nun, so wenn denn dieser Vorgang wirklich stattgefunden hat, ist er natürlich wasser auf die Mühlen der Kritiker öffentlicher Ausschreibungen.
Leider fehlt oftmals wirklich die Transparenz bei Ausschreibungen und ich finde es ein wenig beängstigend, wenn denn die Bananenrepublik wirklich schon so weit fortgeschritten wäre…
Wieso? Die Transparenz ist doch wunderbar hergestellt. Durch die Mail weiß jetzt jeder Wettbewerber, wer sich noch beteiligt hat. Ist auch nicht ganz regelkonform. Aber man hält es im Ministerium laut Zeitungberichten nicht für nötig, die Ausschreibung zu wiederholen.
Leider wird es ja vermutlich keinen kompletten Boykott geben. Denn zumindest die intern ausgeguckte Agentur wird sicher nicht zurückziehen. Man würde solchen Leuten aber wünschen, ihren Kram selber machen zu müssen.
Haha – kostenpflichtige Ausschreibungsunterlagen, ja?
Ich hoffe, ich habe da was falsch verstanden.
Himmel, hilf!