Spießer Alfons: Ein unbändiges Verlangen
Mitunter verspürt der Spießer das unbändige Verlangen, den Dumpfbacken, die solche Reklamepropaganda veröffentlichen — siehe Abbildung! — kräftig in den Arsch zu treten!
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Soweit ich weiß, reden wir hier über einen einmaliger viraler Gag, der ausschließlich in einer sehr sehr sehr engen Zielgruppe (perrsönliche Email von Klaus Funk an Freunde/Kunden/Bekannte) verstreut wurde.
Ob der Verfasser dabei zerstreut war? Keine Ahnung.
Ich jedenfalls finde es sehr lustig und habe darüber gelacht.
@Spießer: Weißt du mehr?
Ich weiß nur, dass Hans-Martin Schleyer nach so einem Foto kaltblütig ermordet worden ist.
Ganz schön spießig. Wenn das nur Freunde, Kunden, Bekannten gedacht war…who cares?
Sehe ich genauso. Absolut geschmacklos. Beim Arschtreten bin ich dabei.
@ Beginner – natürlich Freunde, Bekannte und – Kunden! An wen denn sonst?! Leute, die sowas machen oder witzig finden, denen fehlt was im Oberstübchen. Weißt Du, was Moral ist…?
Na ja, es macht schon nen Unterschied, ob das ein privater Scherz für einen Insiderkreis ist oder für die breite Öffentlichkeit bestimmt war.
Der unsägliche Raab hat vor einiger Zeit das gleiche Motiv in seiner Sendung verwendet, der Aufschrei war da, aber nicht gerade heftig, wenn ich mich recht entsinne.
“Ich weiß nur, dass Hans-Martin Schleyer nach so einem Foto kaltblütig ermordet worden ist.”
–> Und deshalb darf sich zwar die Titanic im Namen der BILD-Zeitung für Herrn Ohnesorgs Dahinscheiden bedanken (https://www.titanic-magazin.de/shop/index.php?action=showdetails&from=list&pageNr=1&productId=3f6f1086c0347&sid=robot), Aufmerksamkeit erregen und neue Leser gewinnen, ein Tonstudio darf aber auf keinen Fall mit einer solch’ böse gemeinten Persiflage Kunden fangen.
Ich halte nichts von Moral. Bloß, was sucht dieser Mann mit der Brille auf dem Bild? Ansonsten wärs ja ganz lustig.
@ Andreas – auch, wenn man beides für Satire halten kann.
Titanic ist(!) ein Satire-Mag und die Bild, naja keine Ahnung genau, was die soll.
Das titanicsche Ohnsong-Bild-Plakat ist ein Motiv in der wunderbaren Titanic-Reihe “Anzeigenparodien”. Insofern nix Werbung.
ich stehe vermutlich auf der leitung — aber, was genau soll jetzt lustig sein an dem motiv? hastings ist so scheisse, daß man leute entführen, und sie mit waffengewalt zu einer positiven aussage über den verein zwingen muss? ich bitte euch.
Die Geisel ist Klaus Funk. Seines Zeichens Inhaber von Studio Funk. Und ist so, wenn man das sagen darf, der Hauptkonkurrent von und Hastings und Matthias Lührsen, der im Hintergrund die Waffe hält.
@ Miethirn: Sind ja nicht einfach “Leute”, die hier entführt werden. Sondern Klaus Funk. Da er offenbar der Erfinder der Anzeige war… hat er sich somit selbst entführen lassen. Kann man nun unterhaltsam finden, wenn man mag. Muss man nicht.
Im Übrigen erinnert mich das Ding doch sehr an eine der ja immer wieder gaaaaanz ganz tollen BILD-Anzeigen von JvM:
http://www.werbewunderland.de/.....-and-ugly/
Auf jeden Fall weiß ich jetzt, was ein “Funkloch” ist: ein Vakuum im Kopf.
die Anzeige ist mir egal, aber geile Lampe! verkauft die mir bitte!
echt lustig, danke für den beitrag
haha! ach so! klaus funk als vertreter des schweinesystems bzw militärisch-industriellen komplexes, und lührsen als agent der antiimperialistischen stadtguerilla. das macht allerdings sinn.
@ Koenich Johann
” Soweit ich weiß, reden wir hier über einen einmaliger viraler Gag, der ausschließlich in einer sehr sehr sehr engen Zielgruppe (perrsönliche Email von Klaus Funk an Freunde/Kunden/Bekannte) verstreut wurde.”
Lieber Johann,
ich tippe mal als wirklich gewünschten Empfänger auf die ADC Jury … ist ja schließlich bald wieder goldener Oktober.
Man kann es auch übertreiben. Gezielt an Menschen verschickt, die die abgebildeten Personen spontan erkennen, finde ich das witzig. Was ist daran unmoralisch oder gar arschtrittwürdig?
finde die anzeige auch recht amüsant. habe da auch keien moralischen bedenken. dann dürfte man ja auch keine werbung mit bankräubern oder ähnlichem machen, denn bei banküberfällen sterben nicht wenige menschen. an den haaren herbeigezogener aufschrei..
@ Michael Zander
Stimmt: Wer keine Moral hat, für den ist das unerhört witzig. (Wenn Hans-Martin Schleyer oder eine andere Geisel im Irak oder sonstwo Ihr Vater oder Sohn wäre, würde Sie vermutlich brüllen vor Lachen.)
@ al
Siehe oben! Ja, heutzutage hat kaum jemand mehr moralische Bedenken, weil die Leute oft handeln, bevor sie denken. Und Werbung mit Bankräubern etc. habe ich auch schon aufgespießt, weil ich das genauso abscheulich finde.
Moral hin, Moral her – das eigentlich Interessante ist doch, das sich DIE 2 angeblichen Hauptkonkurrenten hier einem gemeinsamen Projekt gewidmet haben. Eigentlich ja unmöglich… Es geht doch wahrscheinlich weniger darum, wer hier für wen wirbt, sondern eher um die Tatsache, daß man sich durchaus gegeseitig respektiert. Das dies auf einem ungewöhnlichen Weg passiert, mag manchen Leuten nicht passen. Die Leute, die die Anzeige gemacht haben, sind nicht für das Schicksal von Herrn Schleyer verantwortlich. Er war wohl historisch auch kaum bedeutend als das man voraus setzen müßte, jeder müßte seine Geschichte kennen.
@ Erik Hefeldt
Ich empfinde Ihren Kommentar als genauso unangenehm wie die Propaganda der beiden Selbstdarsteller.
Bitte, Herr Erik????
Nicht historisch bedeutend????
Was ist denn das für ein Schmarrn!!!
Ich war zwar damals erst 2 Monate alt, weiß aber inzwischen, dass die Entführung Schleyers als Beginn des “Deutschen Herbstes” gilt.
Und er wurde ja aus einem guten Grund entführt: Weil er bedeutend war zu dieser Zeit!!!
Die RAF hätte doch nicht irgendeinen x-beliebigen niederen Friedhofsgärtner enführt.
Allein das Foto von ihm ging und geht heute immer noch als Symbol um die Welt und war der Agentur der BILD stark genug, selbst für die BILD-Zielgruppe als sofort erkennbares Motiv zu dienen.
Und da faseln Sie von “kaum bedeutend”.
Ich kann’s nicht fassen…
@ Pixel, danke! Aber ich denke, wir müssen diesen Erik nicht per Sie anreden – der dürfte keine 12 Jahre alt sein. Denn ab 13 kann man eigentlich nicht so töricht denken.
Chapeaux!
Hut ab an die Herren Funk und Lührsen. Sie haben ihr Ziel erreicht.
Zwei Aufmerksamkeitserreger in einem Bild. Zum einen, die ‘ärgsten’ Konkurrenten Klaus Funk und Mathias Lührsen auf einem gemeinsamen Werbefoto. Zum anderen die offensichtliche Anlehnung des Bildes an die Hanns-Martin-Schleyer Entführung.
Wem der erste Punkt nichts sagt, den kriegt der zweite. Cross-Marketing mit doppeltem Boden.
Während “Spießer Alfons” sich bezüglich seiner Meinung noch hinter dem ersten Teil seiner Wortmarke verstecken kann, müssen sich die anderen hier Vertretenen an die Erkenntnis gewöhnen, dass sie genau dem aufgesessen sind, auf das die kreativen Herren Funk und Lührsen aus waren.
Ich möchte sehr deutlich machen, dass es mir nicht darum geht, hier irgendwem Engstirnigkeit oder Moralisieren vorzuwerfen. Ich halte die moralischen Bedenken für gerechtfertigt. Sie müssen bei jeder Gratwanderung einer Guerilla-Mareting-Aktion abgewägt werden. Ich bin mir ebenfalls sicher, dass dies bei der Konzeption dieses Bildes geschehen ist.
Ich möchte die These in den Raum stellen, dass ‘Spießer Alfons’ sich beim Veröffentlichen dieses Bildes sehr darüber klar war, was die Herren erreichen wollten und er dieses Anliegen bewusst mit der Verbreitung des Bildes unterstützt hat. Sollte dies nicht der Fall sein, muss er sich dem Vorwurf stellen, die Medien, die er nutzt, nur unzureichend durchdrungen zu haben und sich seiner Rolle als Kolumnist in einer Werbefachzeitschrift /-plattform nicht bewusst zu sein.
Gruß
Ein interessierter Leser
PS: Das Bezweifeln der historischen Bedeutung von Hanns-Martin Schleyer in Frage zu stellen, halte ich in diesem Zusammenhang für ebenso unverzeilich, wie meine Vorredner. Hier gehe ich mit ‘Alfons’ d’accord.
@ Aesculap
Du meinst ersthaft, dass ein Journalist, der über Unmoral berichtet, damit gleichzeitig unmoralisch handelt…?
Nein, mitnichten.
Dies ist keine Frage der Moral. Auch wenn das wieder einen Aufschrei mit sich bringt. Es ist eine Frage der medialen Verbreitung.
Dieses Foto ist ein Marketingmittel, welches es genau darauf anlegt, dass es vom medialen Diskurs aufgegriffen und zum Thema wird. Das ist virales Marketing.
Es gibt nur einen Weg dagegen zu handeln: Dass der Diskurs sich verweigert. Das ist abstrakt, zugegeben, aber jede (nochmals: berechtigte!) Diskussion über die Moral, spielt den Machern in die Hände.
Ein Win-Win-Situation für Hastings und Studio Funk.
Das einzige, worauf ich den Augenmerk lenken wollte, wiederum zugegeben, sehr überspitzt, ist, sich der eigenen Rolle in diesem Spiel bewusst zu sein.
Ich persönlich finde das Erscheinen des Bildes, zudem noch fast pünktlich zum 30. Jahrestag des ‘Heißen Herbst’, für nicht unproblematisch, habe allerdings dennoch schallend gelacht, als ich ds Bild erstmals sah.
@ Aesculab
Ich teile Deine Meinung nicht. Zum Nachdenken für Dich: Hättest Du genauso schallend gelacht, wenn Funk dort mit einem Judenstern hinter Stacheldraht gesessen hätte und der andere Typ mit Hakenkreuz und Maschinengewehr hinter ihm gestanden hätte? Deiner Argumentation zufolge müsstest Du das tun, denn das wäre doch virales Marketing nach Deiner Vorstellung.
Und wenn morgen Dein Vater im Irak entführt wird und ein Foto wie das von Schleyer steht in der Presse, und tags darauf wird Dein Vater grausam hingerichtet, und dann wird die Situation durch Funk & Co nachgestellt … würdest Du Dich dann genauso ausschütten vor Lachen…?
Schade, dass du dich nur an diesem einen Satz aufhängst und persönlich wirst, statt zu diskutieren.
Nein, in beiden von dir erwähnten Fällen würde ich nicht lachen. Mein Lachen im vorliegenden Fall hat auch ausschließlich mit der brillanten Idee der zwei Konkurrenten zu tun, sich gemeinsam in einer “Superior/Inferior”-Situation fotografieren zu lassen.
Schleyer-Problematik vorerst ausgeklammert.
Mir ist wichtig zu betonen, dass dies NICHT virales Marketing nach meiner Vorstellung ist, wie du schreibst. Das habe ich auch nicht so geschrieben.
Um das nochmal klar zu machen: Ich finde NICHT, dass Werbung/PR/Marketing alles dürfe, Hauptsache es nutze dem Ziel der Marke bzw. Kommunikationsbotschaft.
Nochmals (stark zusamngefasst) mein Plädoyer: An die eigene Nase fassen! Die Mittel und ihre Umsetzung hinterfragen! Was ist meine Rolle im Spiel? Mache ich grad genau das, was Funk/Lührs von mir wollten? Dabei halte ich tatsächlich eine Moraldiskussion für kontraproduktiv, da sie außer acht lässt, wie man einer solchen (subversiven) Marketingmaßnahme begegnet.
Konkrete Frage: Verstehst du, was ich meine, wenn ich sage, das alles hier (auch meine Beiträge – ich nehm mich hier nicht aus) spielt den Herren in die Hände?
@ Aesculab
Allein Dein Hinweis auf eine “brillante Idee” zeigt mir, dass Du nichts, aber auch gar nichts kapiert hast von der Tragik dieser Darstellung. Wie willst Du hier die “Schleyer-Problematik ausklammern”…??! Das wäre in meinem ersten Beispiel so, würdest Du schreiben: “Funk mit Judenstern ist eine brillante Idee – Hitler mal ausgeklammert.”
Sorry, ich muss die Diskussion leider abbrechen, da ich Deine Gedanken nicht nachvollziehen kann. Recht gebe ich Dir in einem Punkt, nämlich wenn Du anmerkst: “Um das nochmal klar zu machen: Ich finde NICHT, dass Werbung/PR/Marketing alles dürfe, Hauptsache es nutze dem Ziel der Marke bzw. Kommunikationsbotschaft.”
Du hast meine Frage nicht beantwortet.
@ Aesculab
Meinst Du diese Frage: “Verstehst du, was ich meine, wenn ich sage, das alles hier (auch meine Beiträge – ich nehm mich hier nicht aus) spielt den Herren in die Hände?” ?
Ich dachte, diese Frage sollte ein Gag von Dir sein. Ich beantworte sie aber gern, und zwar mit einer Gegenfrage: Meinst Du, dass alle Journalisten, die damals über das scheußliche Verbrechen an Hanns Martin Schleyer geschrieben und das besagte Bild des RAF-Gefangenen abgedruckt haben, damit der Baader-Meinhof-Bande in die Hände gespielt haben…? Und wenn Du meinst, die Presse soll so etwas in Zukunft verschweigen, dann wäre das das Ende des Journalismus.
Merke: Ein Journalist ist kein Werbetexter!
Lieber Spießer,
ich habe soeben nochmal unseren Wortwechsel wieder gefunden.
MIr ist sehr wichtig, nochmals eines ganz konkret deutlich zu machen:
Ich halte das Bild von Funk/Lührs und dessen Schleyer-Bezug ebenso für das geschmacklose Produkt schmutzigen Viralwahns, wie du auch! Es ist ein Paradebeispiel für genau die Haltung in dieser Branche, mit der alles als “spießig” und “unkreativ” oder gar “reaktionär” abgekanzelt wird, dass nicht an Tabus kratzt oder sie bricht, ungeachtet der damit verbundenen Konsequenzen.
Das schlimme ist nur: Es funktioniert. Es funktioniert immer wieder. Mit genau solchen Themen.
Ich gehörte im letzten Jahr zum Empfängerkreis und weiß, wie kindisch sich die Herren über den Erfolg gefreut haben. Und das hat mich angekotzt. Es gibt kein anderes Wort dafür.
Wir gehen in allem konform, lieber Alfons, in allem! Ich halte den Journalismus für eines der höchsten Güter, die wir haben und möchte in keiner Weise mit dem von mir Geschriebenen andeuten, dass jede Berichterstattung dem Berichtsgegenstand in die Hände spielt, wie auch immer dessen Moralität zu bewerten ist.
Mein Plädoyer war einzig dieses:
Mach wir uns nicht zum Handlanger der Deppen!
Lasst uns immer wieder schauen, ob wir grad das tun, was die von uns wollen, weil sie ihre Maßnahmen (sei es im Journalismus oder im Viral-Marketing) genau darauf ausgerichtet haben. Damit meine ich nicht, auf CLOVERFIELD im Kino zu verzichten, nur weil die Kampagne so subversiv war.
Sondern Herrn Funk die Mail mit dem Foto mit dem Betreff “UNVERSCHÄMT” zurückzuschicken. Wenn das alle Empfänger gemacht hätten, hätte er das vermutlich kapiert. Vermutlich.
Also nochmals: Wir sind einer Meinung, arbeiten nur an zwei unterschiedlichen Aspekten. Tun wir das auch weiterhin Deine BILD-Nackenschläge genieße ich nämlich sehr!
Alle Gute
Aesculab
Nein, der beste Weg ist in allen fällen immer noch: ins Web damit. Solange und sooft bis das Google-Karna die Haltung von Herrn Funk klar macht.
Leider hat der Spießer diese Story um Klaus Funk, Inhaber von Studio Funk, einem produktionshaus für audiovisuelles, http://www.studiofunk.de
und geistiger Vater dieser Entführungs-Mail im RAF-Look nicht SEO-tauglich genug geschrieben. Es sei denn man sucht nach Klaus Funk und Geisel. Aber kommt Zeit, kommt Google