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Spießer Alfons: Möchte vielleicht jemand eine ältere Dame kaufen…?

31. August 2007
von

Es gibt Länder, da kann man Frauen kaufen. Und Spießer Alfons weiß vom Hörensagen, dass der Käufer für eine jüngere Frau sehr viel mehr löhnen muss als für eine ältere.
Hierzulande sind Frauen auch käuflich nicht zu verkaufen. Doch Frauen-Zeitschriften kann man kaufen — einzeln und komplett. Die „Frau im Spiegel“ — wie der Spießer hörte — jetzt auch komplett. Es ist eine ältere Dame Zeitschrift, die Probleme auf dem Markt hat, obwohl der Inhalt jede Woche verjüngt wird. Aber der Titel hat kein modernes Image; und die junge Frau weiß, dass ihre Oma schon immer „Frau im Spiegel“ in der Lesemappe gelesen hat. (Ähnlich wie bei der Neuen Revue, die dazu auch noch einen schlechten Ruf ein unpassendes Image hat und nicht das redaktionelle Kunststück von BUNTE fertig gebracht hat, ewig jung und attraktiv zu bleiben.)

Notabene: Der Lebenszyklus von Produkten macht auch bei Zeitschriften nicht halt! Und gegen ein negatives Image anzuwerben, ist eine ähnlich mühselige Arbeit wie die, an der schon der alte Herr Sisyphos gescheitert ist. Deshalb ist es sinnvoller, statt zu versuchen, einen alten Titel aufzupäppeln, lieber ein neues Magazin zu starten und das Geld in eine gute Einführungskampagne zu stecken.

Eine Zeitschrift, die schwach auf der Brust in der Auflage ist, kann natürlich auch mit einem anderen Titel fusionieren. Wozu man wissen muss: Der Wert einer Zeitschrift, die in die Jahre gekommen ist, besteht nicht unbedingt im Wert ihrer Titelmarke. Sondern der Wert sind die Leser, speziell Abonnenten. Und die Anzeigenkunden. Von Lesern und Anzeigenkunden lassen sich einige zu einem anderen Titel rüberziehen, aber längst nicht alle.

Last but not least: Den Wert einer Zeitschrift bestimmt die Redaktion, sprich: der Inhalt des Blattes. Und es gibt Verlage, die haben alles Geld der Welt aber nicht die Köpfe, die ein neues Blatt machen können, das erfolgreich ist am Kiosk.

Wenn Ihr Spießer Alfons fragt: Wer eine Zeitschrift kaufen will, der sollte den Preis bezahlen für die Abonnentenkartei, die er damit bekommt. Anzeigenkunden hingegen sind noch flatterhafter als Leser, die kann man preislich gar nicht einschätzen. Ja, und wer sicher sein will, dass er auf dem Frauenmarkt einen guten Kauf macht, der sollte besser eine Frau kaufen auf dem Schwarzmarkt in Afrika, denn dort verlangt der Vater nur ein paar Ziegen, Schafe oder Kamele.

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ivw