Gerard, Mahalo und die Traboules des Web
Gegen Gerard sind die Google-Suche und das Community-Empfehlungszinnober im Internet nur Gedöns. Dabei ist Gerard „nur“ Concierge im Cours des Loges in Lyon, der Stadt mit einem der größten und schönsten Renaissance-Ensemble. Und inmitten dieses verschachtelten und ehrwürdigen Hotels, in dem einst wohl Händler und Prälaten residierten, wünscht man sich auch vom Web ein Stück weit eine Wiedergeburt oder vielleicht überhaupt erst mal ein erstes Leuchten einer einfachen und stimmigen Orientierung. Doch an einem schönen Tag ist das Internet in den Gassen noch nicht einmal eine Erinnerung.
Denn der kleine Franzose leistet das, was das Web bestenfalls verspricht: Empfehlungstreffer auf den Punkt. Es mag daran liegen das Gerard an der Zimmerbuchung oder am Zustand der Schuhe erkennt, welche Anforderungen der Gast hat — uns so liefert jede Frage nach Kirchen, Küchen oder Traboules einen Tipp, der völlig zufrieden stellt. Und wenn er einen ein paar Tage länger kennt, weiß er sogar um die Marotten und Vorlieben.
Wer dagegen bei Google beispielsweise nach Lyon und Sehenswürdigkeiten sucht, erhält erst einmal eine wahllose Anzahl für ihn selbst völlig ungewichteter Fundstellen. Die erinnern einen dann eher an die Traboules in Lyon, jene Gänge und Passagen, die durch Hausflure und Höfe miteinander verbunden, überall und nirgends hinzuführen scheinen.
Vielleicht aber ist Jason Calacanis, einstiger Mitgründer und CEO von Weblogs, so eine Art Gerard.
Immerhin baut er mit Mahalo einen von Menschenhand eingepflegten Webkatalog auf. Die Ergebnisse von Google werden dabei redaktionell kategorisiert und bewertet. 10.000 Suchbegriffe soll die Datenbank eines Tages umfassen. Und dann findet Mahalo beispielsweise zum Suchbegriff Paris 7 Top-Empfehlungen und sortiert brauchbare Links nach Themengebieten von Wetter über Sport, Kultur oder Blogs. Die Suche nach Pariser Hotels liefert dann beispielsweise entsprechende Links zu ausgewählten Herbergen ohne den ganzen Ballast endloser Links zu Booking-Diensten.
Da mag manch einem wie eine Renaissance der Kataloge und Listen aus dem Web 0.5 erscheinen, hat aber diesmal den Charme der Nutzbarkeit und wird noch dazu mittels des Projekts Greenhouse auch von den Nutzers selbst aufgepeppt. So bietet Mahalo zumindest so etwas wie eine deutlich sichtbare Tür in die Traboules. Denn selbst diese Türen sind in Lyon ohne Gerard nicht immer leicht zu finden.
Mahalo heißt übrigens Danke auf Danke auf Hawaiianisch. Mehr als ein Merci verlangt auch Gerard nicht.












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