Spießer Alfons: Wenn es in der Werbung eklig wird
Es gibt Frauen, die bekommen Panik und Schweißausbrüche, wenn sie eine Spinne sehen. Diese große Angst vor kleinen Tieren ist ein uraltes Phänomen und bezieht sich nicht nur auf Spinnen, sondern auch auf andere Krabbel- und Kriechtiere. Und jeder normale Mensch empfindet es als unangenehm, wenn er eine Spinne zertreten hat, eine Eidechse oder sonst ein anderes Tier, welches hernach zerquetscht an der Sohle vom Schuh klebt. Normale Menschen, wohl gemerkt.
Nicht normale Menschen, also Werbegestalter, empfinden zertretene Viecher auf der Schuhsohle als reizvoll, zeigen sie im Anzeigenbild und sind auch noch stolz darauf, wenn Lürzer’s Archiv es bemerkt hat und abdruckt als besondere kreative Leistung — siehe Abbildung!
Wir sehen dort vier Anzeigen für eine Schuhmarke, die zweierlei gemeinsam haben: Sie stammen erstens von der Werbeagentur Nordpol und sind zweitens eklig. Und die Kampagne ist das typische Resultat, wenn Männer für Frauenprodukte werben und gewollt witzig sein wollen, sprich: auffallen um jeden Preis und koste es die Werbewirkung. Damit kommt Mann zwar bei Lürzer’s gut an und sicherlich auch bei Werbewettbewerben, aber wohl kaum bei der weiblichen Zielgruppe.
Wenig appetitlich ist auch, was die „Hörzu“ dort macht. Die Schokosoße
und das nackte Geflügel bringen zwar Aufmerksamkeit, aber keine Sympathie. Außerdem sind die bildlichen Metaphern derart an den Haaren herbeigezogen, dass sie auf Unverständnis stoßen. Das empfindet jedenfalls Alfons der Spießer. Kreative Werber — beispielsweise die von Nordpol (siehe oben!) — werden das möglicherweise anderes erleben.



















ah, da sprichst du mir aus der seele und weckst alte erinnerungen…
hab dazu mal was geschrieben…
http://blog.magix.net/de/archives/302-Aufgepasst-!-Ekel-!.html