Enttarnt: Der Macher des „Todesstern Stuttgart“
Enttarnt ist vielleicht ein zu großes Wort, das sehr nach Undercover und hochgradig investigativer Recherche klingt — aber dennoch: Der Viralmann, Macher des zweiminütigen Spot „Virales Marketing im Todesstern Stuttgart“, hat mir gegenüber seine Camouflage aufgegeben und seine Identität gelüftet.
Eigentlich war es völlig unkonspirativ: Ein paar freundliche Mails mit dem Viralmann via Youtube, wo der Spot – unter anderem nach Berichten in diesem Blog – inzwischen über eine halbe Million
Mal gesehen wurde, einige vertrauensbildende Sätze, dazu der Vorschlag in der heutigen HORIZONT ein Stück über ihn zu schreiben, weitere Mails und Kontakte – und die Geschichte war im Kasten.
Ja, ist gut, ich komme zum Punkt.
Dominik Kuhn heißt er also, der Viralmann, der in einer „Star-Wars“-Szene Darth Vader und seine Getreuen neu synchronisiert schwäbelnd über TV-Werbung lästern und für virales Marketing plädieren lässt. (Anders als teilweise behauptet hat Jung von Matt mit dem Spot denn auch nichts zu tun.)
Ein Schwabe also und damit qua Geburt ein Multi-Talent. Die Herkunft erklärt auch, warum im ohne Auftraggeber entstandenen „kabarettistischen Akt“ des Reutlingers geschwäbelt wird. So was kann ein Schwabe halt besser als hochdeutsch.
Kann er aber auch und ist im Grunde ein Mensch mit Hang zur Selbstironie und einem liebevoll-kritischen Blick auf die Werbeszene. Denn dort ist der 38-Jährige auch selbst unterwegs. Auch mit eigenem, humorlastigen Webauftritt. 1987 gründete Kuhn Starpatrol Entertainment. Das Reutlinger Unternehmen kreiert und produziert Spots und Audiobeträge für Agenturen und Unternehmen. Daneben entwickelt der 38-Jährige, der auch als Komödiant keine schlechte Figur machen würde, Treatments für Film und TV. Mitte der 90er Jahre baute er die deutsche Niederlassung der Production Factory, eine niederländische Agentur für technische Eventproduktion, auf.
Warum er den Spot gemacht hat?
Eingebung und: „Ein viraler Spot, der virale Werbung verballhornt. Die Zeit war reif dafür, das Prinzip mal ad absurdum zu treiben“, erklärt er. Dennoch glaubt der Kreative an die virale Zukunft. „Virales Marketing ist ein probates Mittel, das in ein bis zwei Jahren seinen festen Platz in jedem Budget haben wird“, prophezeit er. Allerdings müsse nicht gleich jeder eine virale Kampagne lostreten. Jedenfalls nicht jedes „kloine Handwerkerle“.
Falls es jemanden gibt, der den Spot noch nicht gesehen hat:



















Schön, daß der Name endlich raus ist. Mit dem Spot muss man sich nicht verstecken. Repekt!
@Dominik Kuhn: Hat ja jetzt doch nicht sehr lange gedauert mit dem Auftauchen. Hoffe, Herr Lucas lässt ihnen ihre Hosen an
Reschpekt!
Hat er alle Rollen selber gesprochen?
Da war doch ein ganzes Team am Machen, oder täusche ich mich da…
Alles selbst gemacht, soweit ichs richtig verstanden habe. DK hat ja ein Tonstudio und außerdem sind Schwaben Meister der Imitation. Ich kennen einen in der Redaktion, der beinahe jeden Dialekt “drauf” hat und auch einige Promi-Stimmen gut hinbekommt.
Hallo Olaf Kolbrueck,
hätte ich mir ja fast denken können, dass Ihnen das Video keine Ruhe läßt…
Das ist es, was Sie ausmacht. Ich bin begeistert!
Beste Grüße, MD
@DCX1: Das war auch mein erster Gedanke. Herr Lucas ist nicht gerade für Groß- und Freizügigkeit bekannt, wenn es um seine Markenrechte geht.
Fan-Filme werden mittlerweile nicht nur toleriert, sondern sogar von Lucas gefördert. Ist also eher unwahrscheinlich das der Film irgendwelche rechtlichen Konsequenzen hat.
Ehrlich, ich finde dieses Nachvertonen von Filmen auf Schwäbisch so langweilig, langweiliger geht’s nicht.
Ich glaube keiner gibt es sonst zu und jeder sagt “Woah, toll”, obwohl es anderen genau so geht.
Zumindest hoffe ich das, im Namen der Intelligenz.
@Uwe: Ach, du stehst nicht so alleine da, ich fand den Spot auch nicht so dolle. Liegt auch hauptsächlich am Thema, da eine komplette Verfremdung des Star Wars Inhaltes stattgefunden hat, dieses nur noch als Kulisse für einen eher schwachen Spot hergehalten hat. Dazu kommt natürlich meine rein persönliche Abneigung gegen alle Dialekte, also auch das schwäbische.
Es gibt zwei Spots, in denen Szenen aus Star Wars auf Kölsch “synchronisiert” worden sind, die sind deutlich lustiger als dieses virale Marketing.
Danke, Dirk
!
@Heide: Fan-Filme, ja. Aber das hier ist ja nun ein bisschen was anderes. Allerdings denke ich, dass es für “lucassche” Verhältnisse zu klein ist, um die Verklagungsmaschinerie in Gang zu setzen.
@uwe und dirk:
der wirkliche gag war nicht das schwäbeln…
Sondern, Dieter?
@ Uwe: das ist Bullshit-Bingo vom Feinsten!
mehr schwäbisches viral marketing:
http://de.youtube.com/user/reutlingencast
@Dirk
>> komplette Verfremdung des Star Wars Inhaltes
Davon kann gar keine Rede sein. Wer den Originalton dieser Szene kennt dem werden viele Parallelen auffallen, die den neuen Text (vom Schwäbeln mal völlig abgesehen) umso lustiger erscheinen lassen.