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Der nächste Kater kommt bestimmt

2. Oktober 2007
von

Es ist ja eigentlich unhöflich, just in dem Moment, in dem die Party richtig losgeht, an den kommenden Kater zu erinnern. Erst recht, nachdem sich auf der Online-Marketing-Messe OMD alle freudestrahlend in die beginnende Umsatz-Polonäse eingereiht haben. Aber es ist an der Zeit darüber nachzudenken, von wo denn das Geld wieder zuückkommen soll, das all die Business-Angels und Medienhäuser säckeweise für all die flotten Startups, Beteiligungen und Investitionen im Web 2.0 verteilt haben. Zwei Jahre nach der Übernahme des Internet-Telefonanbieter Skype schreibt Ebay 900 Millionen in den Wind – Abschreibungen auf den Firmenwert, um genauer zu sein. Es scheint, dass es wieder Zeit wird, sich an kleine Brötchen zu gewöhnen.
Die Investoren und Web 2.0-Buden indes müssen sich daran gewöhnen, dass die Nutzer alles wollen und zwar umsonst. Erlösmodelle mit Paid-Content, Premium-Angeboten und Subskriptionen können da kaum mehr als ein Zubrot sein.
Deshalb frohlocken ja auch alle derart angesichts des Wachstums der Online-Werbung. Allerdings werden die Online-Spendings nicht schnell genug wachsen, um manch eine schnell zusammengezimmerte Web-Bude aus dem Einnahmen-Koma zu holen.

Obendrein werden werden nicht alle (gefühlt) 47 Twitter-Klone und alle 97 Varianten virtueller Nachbarschafts- und Community-Teestuben von dem Werbekuchen genug abbekommen, um damit den Kassenwart eines Kleingartenvereins zu beeindrucken. Happy Few werden sicherlich (sogar ansehnlich) überleben, manch einer vielleicht auch am Tropf einer strategischen Kooperation mitgeschleppt. Und das gilt durchaus nicht nur für hippe Gründer, sondern auch für diverses digitale Gedöns aus Unternehmen und Verlagen.

Aber selbst die vielversprechenderen Web-Kommunarden müssen damit rechnen und es einkalkulieren, dass die heranrollenden Online-Spendings zunächst einmal und vor allem eher in die Kassen der klassischen, gewachsenen Portale und Website-Anbieter rollen. Markenhersteller verteilen ihre Spendings gerne etwas konservativer – gerade auch in dem für viele noch so unverständlichen Web 2.0-Umfeld. Der Teufel mit seinem Hang zum dicksten Haufen ist zwar kein BWL-Gesetz, aber empirisch nachweisbar. Der Combots-Abschied und die Skype-Flaute deuten spätestens für 2008 jedenfalls das Revival eines alten Tools in die Web 2.0-Welt an: Der Rotstift kehrt zurück.

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Kommentar zu “ Der nächste Kater kommt bestimmt ”

  1. Roland Kühl-v.Puttkamer am 3. Oktober 2007 um 00:30 Uhr

    Die große Frage ist, warum gesundes und generisches Ertragswachstum bei Internet-Business Modellen bei vielen Beteiligten pure “Langeweile” bedeutet. Vielleicht ist das Web immer noch eine inflationäre Spielwiese für gelangweilte Investoren, die so lange funktioniert, bis am Ende keiner mehr da ist, der als nächster investiert, um die jeweiligen Alteigentümer in ihrem Goldrausch zu befriedigen.

ivw