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Blogs sind zum Schnorren da

10. Oktober 2007
von Olaf Kolbrück

1o Thesen hat der Deutscher Fachjournalisten-Verband zum Thema “Weblogs und Journalismus veröffentlicht. Danach sind Blogs aus Sicht des DFJV für Journalisten scheinbar vor allem eines: Gut zum Schnorren. Ein Steinbruch für die klassischen Medien.

Aus These 2: „Blogs können durch eigene Berichterstattung über Medien die interne Blattkritik ergänzen. Zudem können Blogs Berichterstattungsfehler aufdecken und so zur gesteigerten Qualität der Medien beitragen.“

Aus These 4: „Blogs können als Quelle für Insider-Informationen, Ideengeber und generelles Recherchemittel dienen.“

Aus These 5: „Obwohl Blogs vor allem Meinungen widerspiegeln, können Journalisten dort auch Expertenwissen in spezialisierten Fach-Blogs finden.“

Aus These 6: „Damit bieten sie den nötigen Freiraum, um als kreativer Ideengeber für die klassischen Medien dienen zu können.“

These 7: „Durch ihre Subjektivität eröffnen Blogs Journalisten einen ungefilterten Blick in Debatten über aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen. Im Idealfall können Journalisten so auf ein breiteres Meinungsspektrum zurückgreifen und Debatten besser beschreiben.“

These 8: „Journalisten können Blogs als Interaktionsinstrument mit ihren Lesern, Zuhörern und Zuschauern nutzen.“

Zehn schöne Thesen zum Selbstmutmachen und kein Wort darüber, dass man diesen Steinbruch für Ideen, Meinungen und Informationen auch als Quelle nennen darf.

So, wie war das noch mal mit der Irrelevanz von Blogs?

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Kommentare zu “ Blogs sind zum Schnorren da ”

  1. STU am 10. Oktober 2007 um 23:14 Uhr

    Wow, da wird Aufklärungsarbeit für Journalisten getrieben, und Sie begrüßen das nicht, sondern haun noch mal feste druff? Blöd, wenn man den Beissreflex nicht mehr abstellen kann.

  2. Andreas am 11. Oktober 2007 um 14:07 Uhr

    Etwas ähnliches habe ich beim Lesen auch gedacht: Schön, wenn der DFJV Weblogs in den Fokus rückt. Und schade, dass er nicht gleich auf den Quellnachweis hinweist. Aber muss er unbedingt? So, wie auf amerikanischen Feuerzeugen und Kaffeebechern “Vorsicht heiß” steht? Brauche ich eine Kurzfassung der Verkehrsregeln jedes Mal, wenn ich in ein Auto steige? Urheberrecht und Quellangabe sind im Journalismus allgemein bekannt.

    Dieser Verein ist m.E. ohnehin nicht so wichtig wie der Deutsche Journalistenverband. Und der hat das Thema Weblogs schon längst entdeckt. Er hat sogar selbst eines.

    Wann und wo hat der DFJV eigentlich gesagt, dass Weblogs irrelevant sind?

  3. marcel weiß am 11. Oktober 2007 um 18:12 Uhr

    @andreas “Und schade, dass er nicht gleich auf den Quellnachweis hinweist. Aber muss er unbedingt?”

    Anscheinend schon. Man denke an die Netzpolitik.org-Geschichte von vor ein paar Wochen. SZ sprach von “Quellen, die der SZ vorliegen” anstatt auf netzpolitik.org zu verweisen, wie all die anderen Zeitungen. (dass die anderen statt vom blog netzpolitik.org vom internetportal netzpolitik.org sprachen, lassen wir hier mal weg)

    Nee, die Thesen sind schon ein guter Schritt. Aber diesen fahlen Beigeschmack hatte ich beim Lesen auch. Warum nicht eine These, in der steht, dass es durchaus okay ist, Blogs als Quelle zu nennen? Wenn man sie schon nutzt.

ivw