Das Jaiku-Signal: Auf in die hyperlokale mobile Werbung
Auf der Online-Marketing-Messe OMD in Düsseldorf war Mobile Marketing zwar hochgelobt, aber wirkte dennoch wie ein verkanntes Mauerblümchen in grauer Latzhose, bei dem ein kurzer Rock oder zumindest ein passsendes Laura-Ashley-Kleid erst die Attraktivität zum Vorschein bringen würde. Mit dem Kauf von Jaiku, einem Twitter-ähnlichen webbasierten Micro-Blogging Dienst per SMS, zeigt Google, dass das Mauerblümchen eine attraktive Mitgift für die Werbung bieten kann. Google könnte also der Werbung auf dem Handy 2008 zum großen Durchbruch verhelfen.
Dazu passt, dass die Klein-Klein-Kommunikation inzwischen selbst Spötter konvertieren lässt. Mittelfristig dürften Jaiku, Twitter und Co sogar den Communites wie Myspace und Facebbook Anzeigenkunden abspenstig machen, weil die Kommunikation im Microblogging-Netzwerk schneller und direkter funktioniert.
Aber auch jenseits des Gezwitschers wird die wachsende Akzeptanz neue Moden kreieren. Versuche von Burger King in den USA Mobile Advergaming zu etablieren, zeigen dabei ebenso einen Weg auf, wie mobile Beratungsdienstleistungen von Versicherungen.
Richtig durchstarten wird die mobile Werbung aber erst, wenn sie die Chancen des Local Socializing erkennt und umsetzt. Einen vielversprechenden Schritt in Sachen Hyperlokalität meistert ja schon das WAZ-Projekt DerWesten mit einem speziellen Tool. Ein persönlicher Stadtplan mit Nachrichten und Tipps aus der nahen Umgebung. Ein Anfang. Denn Web-Werbung, Nachrichten, Content, Netzwerke werden nicht nur mobil sondern auch lokal. Facebook und Co können mithalten, wenn sie die Optionen der hyperlokalen Nachbarschaft für ihre User leicht nutzbar umsetzen. Denn künftig wollen und werden wir nicht mehr wissen, was jemand gerade tut, sondern wo er gerade ist – und die Werbung wird ihm sagen wollen, was er hier und jetzt tun kann.
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