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Pulp Fiction: Bahlsen hat einen am Keks

14. Oktober 2007
von Olaf Kolbrück

Um Himmels willen: Kann mal bitte jemand die Kreativ-Polizei rufen! Natürlich kann man einen Kultfilm wie Pulp Fiction von Quentin Tarantino für die Werbung zitieren. Aber dann sollten Look und Inhalte auch schon ironisch überhöht werden. Bahlsen bleibt aber bei der Umsetzung spröder als jeder Butterkeks. Die Marke hat offenbar einen am Keks. In etwa auf diesem Niveau ist der Wortwitz des ersten Spots, der die Szene im Auto zitiert, in der es im Original um “Quarterpounder with Cheese” geht. Kreatief wie ein Sangria-Eimer am Ballermann ist dagegen der Nachklapp.

Wo der Witz nicht taugt, hilft vielleicht die Promi-Dichte der Kampagne für den Riegel Pick-up. Jürgen Drews in der Rolle von John Travolta, Roberto Blanco auf dem Sitz von Samual L. Jackson. So kurven die Keks-Philiosphen durch Mallorca. Blanco: “Fünf Jahre Malle und immer noch nicht brauner.”

Gibt es tatsächlich so viele gehirnamputierte Kunden, damit sowas als lustig gelten kann?
Das schlimme aber ist, dass der Spot zumindest angesichts des Themas und der Boulevard-Heroen einen gewissen Buzz erzeugen dürfte. Aber ob er verkauft? Eher nicht. Cool rüber kommen bestenfalls Drews und Blanco, denen man Respekt zollen muss, weil sie vor nichts zurückschrecken. Bahlsen wirkt dagegen eher wie eine alte Tante, die sich in der H&M-Kollektion von Madonna nochmal jung fühlen will.

PS: Betreuende Agentur reiche ich nach.

Danke an Ji-San Shin von Shinipedia, der die Agenturen bereits ermittelt und in den Kommentaren gepostet hat:
Xenion für das Online-Marketing.
Den Klassik-Etat betreut Kolle Rebbe.

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Kommentare zu “ Pulp Fiction: Bahlsen hat einen am Keks ”

  1. ThomasE am 14. Oktober 2007 um 15:00 Uhr

    Es hatte vermutlich einen Grund, warum die beiden einst Sänger und keine Schauspieler geworden sind: Sie können nicht schauspielen.

    Mich jedenfalls hats beim Betrachten des Spots geschaudert.

  2. Freddy am 14. Oktober 2007 um 15:04 Uhr

    Wahninn. Da hilft auch keine Kreativpolizei, sondern nur noch eine Bibelpredigt mit anschließender Erschießung.

    (@ Spießer Alfons: Achtung, das war ein Witz und kein Mordaufruf im Internet).

    Aber Drews und Blanco spielen das echt ganz gut. Ohne den Hinweis vorab hätte ich gar nicht so schnell mitgekriegt, dass die es überhaupt sind.

  3. peter am 14. Oktober 2007 um 16:19 Uhr

    der spot ist echt übel. aber ich hätte nicht gedacht, dass blanco und drews und so cool aussehen können.

  4. Mart am 14. Oktober 2007 um 19:49 Uhr

    och sooo schlecht finde ich den garnicht – zumindest bis zu der Stelle mit dem Keksriegel.

    Etwas off-topic, aber: Ich fand an Pickup immer schon blöd, dass er die Krümeligkeit von Keksen mit der Fleckengefahr von Schokolade verbindet. Worst of both worlds.

  5. Georg am 15. Oktober 2007 um 08:59 Uhr

    ich finden den Spot einfach nur aufgrund der Charaktere interessant. das wording ist grauenhaft. ich muss dazu sagen, dass ich von einem freund auf den Film aufmerksam gemacht wurde, also Buzz dürfte der film schon erzeugen, wobei ich nicht weiß,ob positiv unterfüttert.
    naja…ganz so schlimm ist es auch nicht, nur die eigentliche story kommt viel zu träge rüber…bis ich verstehe worum es geht, bin ich schon eingepennt.

  6. Thomas Knüwer am 15. Oktober 2007 um 09:23 Uhr

    Ganz so daneben finde ich die Filme nicht. Allerdings trifft gerade auf den ersten ein altes journalistisches Prinzip zu: Kürzung verbessert die Qualität.

  7. Klaus am 15. Oktober 2007 um 09:46 Uhr

    Mir hat der Spot Lust auf ein Knoppers gemacht.

  8. G! am 15. Oktober 2007 um 10:36 Uhr

    Die betreuende Agentur ist Xenion aus Hamburg.
    Hier: http://www.xenion.de
    Das Klassik-Etat von PiCK UP! und Leibniz hält ja Kolle Rebbe.

    Jürgen Drews bemüht sich redlich, aber Roberto Blancos Schauspieltalent ist auf Schultheater-Niveau.

    Kurz und knackig ist das Ganze auch nicht. Nur nett.
    Und nett ist die kleine Schwester von Scheiße. Oder Nachbars Hund.

  9. G! am 15. Oktober 2007 um 11:19 Uhr

    Ups, ich nix Deutsch:
    “Den Klassik-Etat …” müsste es heißen.

    Danke für die Erwähnung, Olaf!

  10. Raphael am 15. Oktober 2007 um 11:28 Uhr

    GENIALE Werbung!!!!!!! :o )
    Was wollt ihr denn mehr???
    Der Spot erzeugt eine hohe Aufmerksamkeit in den Medien und bringt das Produkt jung und stark der ZG näher!
    Habe mir mal das Original angeschaut und das Wording ist extrem dicht dran, deswegen kann es so schlecht ja nun nicht sein!!!
    Finde ich klasse, dass Bahlsen so einen Weg geht!

  11. OlafKolbrueck am 15. Oktober 2007 um 11:35 Uhr

    @Raphael:
    Schön, wenn man mit der Arbeit des eigenen Haues zufrieden ist. ;-)
    “Aufmerksamkeit in den Medien” bringt die Aktion ja tatsächlich.

  12. Aaron am 15. Oktober 2007 um 12:35 Uhr

    @Raphael

    Ja, das kann ja nur mit Eigenlob verbunden sein…

    Aufmerksamkeit gibt es natürlich durch die Idee. Filmzitate liegen gerade im Trend. Allerdings hat simyo zum Beispiel das richtig gemacht, was hier falsch läuft.
    Der Dialog ist schnarchig und auch die mit Holzhammer produzierten Gags sind so banal, dass vielleicht ein entfernteres Wording gut getan hätte. Travolta und Jackson könnten nebenbei bemerkt 45 Minuten über abschließbare Briefkästen diskutieren. Drews und Blanco hätte ein spannender Dialog deutlich gut getan.
    Aber Aufmerksamkeit bekommt ihr auch von mir. Habe einem Freund gerade den Link geschickt. Motto: So schlecht, musst du sehen.

  13. Nils am 15. Oktober 2007 um 12:52 Uhr

    Naja, Pulp Fiction ist ja schon voll … *räusper* daneben. Eine Werbung, die darauf basiert kann dann auch nicht gut sein.

    Ist ein bisschen lang, die Werbung, gell? – Wobei… dunkle Schokolade ist schon cool.

  14. Jen am 15. Oktober 2007 um 17:02 Uhr

    @ Nils

    Was? Pulp Fiction voll daneben?! Der ist doch ein Meisterwerk. Das ist aber auch das Problem mit dem Spot hier, wenn man schon eine Ikone der Filngeschichte persifliert, muss das auch richtig gut werden. Und nicht so.

  15. Dominik am 15. Oktober 2007 um 18:11 Uhr

    Ich bin eklärter P.F. Fan und hab gut gelacht bei dem Keks-Filmchen. Die Produkt-Pointe am Schluss versandet leider voll, aber ich stimme Peter zu: dass die beiden Flachzangen (nur meine 100% subjektive Meinung über die Herrschaften) so cool sein können hätte ich nie für möglich gehaltn. Ich sage: geile Idee, zum Großteil gut umgesetzt!

  16. M. am 15. Oktober 2007 um 20:29 Uhr

    gruselig, einfach nur gruselig. kann es schlimmeres geben, als mördermäßig cool sein zu WOLLEN und das dann so ganz genau nicht hin zu bekommen?

    pickup hat ja schon immer eher grenzwertige werbung machen lassen, aber hier hat man sich nun wirklich übertroffen.

  17. Thorsten Wehner am 16. Oktober 2007 um 00:11 Uhr

    Ich glaub’, wenn die Jocob-Sisters mal die Hüften für OB schwingen wird’s lustig. Und abgesehen davon, bin ich auf den dritten Teil gespannt. Wen hat’s auf der Rücksitzbank verspritzt, wenn Drews behauptet, er hätte nicht am Abzug rumgefummelt.

  18. Koenich Johann am 16. Oktober 2007 um 11:46 Uhr

    Seit geraumer Zeit versucht sich die Werbeindustrie und damit alle großen Agenturen, ob kreativ oder nicht, in medienneutralen Lösungen. In nahezu 100% aller Fälle kommt dabei nichts raus: Weder gute verkaufsfördernde Kommunikation noch gute Unterhaltung.

    Es scheint als sind beide überfordert: Kreation (die medienneutrale Ideen entwickeln sollen), Beratung (die das verkaufen soll), Kunde (der es einfordert, aber nicht auf die Sicherheit von GRP´s verzichten möchte).

    Das kommt, wenn Manager Unternehmer spielen wollen und keiner – frei nach dem Titan – einfach Eier hat.

  19. Pepe Wietholz am 16. Oktober 2007 um 14:18 Uhr

    Die Idee ist eigentlich gar nicht so schlecht ist einfach nur langweilig und schlecht umgesetzt passiert ja nichts. Hier wartet jeder auf den Knaller dieser kommt aber nicht. viral ist was anderes. hätten doch lieber bei ihrem klassik etat bleiben oder eine agentur mit ahnung fragen sollen

  20. Florian am 16. Oktober 2007 um 20:13 Uhr

    Ich stimme Pepe teilweise zu, die Idee an sich ist ja nicht so schlecht jedoch hapert es an der Umsetzung. Der FIlm ist ein Kult-Klassiker und die Dialoge nahezu jedem, zumindest Ansatzweise, geläufig. Man wartet ständig auf diesen “wie lässig sind die denn”-Aha-Brüller … vergeblich. Der Spot ist nett gedreht und zumindest das Styling der Schauspieler gut gelungen (was nichts damit zu tun hat das die schauspielerische Leistung – gerade von Blanco – mehr gewollt als gekonnt rüber kommt). Zudem ist der Spot einfach zu laaaaannnng(weilig). Hätte die Agentur mehr “Kreativsarkastiker” und “Schwarzen-Humor-Versteher” unter Vertrag hätte der Spot echt eingeschlagen. So nur ein kleines lächeln das jedoch rein von der Erinnerung an diesen herrlichen Film herrührt….

  21. Miethirn am 16. Oktober 2007 um 22:35 Uhr

    hey hey! john travolta war auch absolut tot, bevor er pulp fiction drehte. ein lichtblick! schade, dass das produkt so treudoof-deutsch ist. bisschen wie stützstrümpfe. so schmeckt es auch. dafür können die herren blanco und drews jetzt aber nichts. könnte ruhig noch länger gehen. respekt!

  22. Claudia am 17. Oktober 2007 um 17:34 Uhr

    Ich finde Jürgen Drews garnicht schlecht als schauspieler. aber der spot weckt am anfang erwartungen, die er bis zum ende nicht erfüllen kann.leider.

  23. Pepe Wietholz am 18. Oktober 2007 um 17:55 Uhr

    @claudia: jürgen drews ist wirklich nicht so schlecht da gebe ich dir recht.

    etwas ähnliches gab es allerdings schon 2005 von MC Donalds finde ich auch nicht super aber besser. Also wieder mal alles nur geklaut

    http://www.youtube.com/watch?v=fAii_ayUbME

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