Rilke und die Nachwehen des Urlaubs
Wenn man wie ich ein paar Tage in der Schweiz verbracht hat, wirkt das Web plötzlich wieder geradezu unhöflich eilig. In der Schweiz wird man entschleunigt. Die Geschäfte schließen mittags, am Wochenende sind um 16 Uhr mehrheitlich die Läden dicht, auf dem Vierwaldstätter-See dümpeln die Boote im Nebeln und weiter oben scchmilzt der Rhone-Gletscher vor sich hin. Plötzlich kommt einem selbst die Zeitung mit den Nachrichten von gestern wieder wie ein hektischen Medium vor. Wieder daheim im Flachland platzt der Feedreader aus allen Nähten und ein wenig fühle ich mich noch wie Rilkes Panther: Als ob es tausend Feeds gebe und hinter tausend Feeds keine Welt.
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dem kann ich nur beipflichten – meine bergsteigertour im sommer war die reise auf einen anderen planeten.
jaaaah die schweizer. immer einer reise in die gute alte zeit
… oh welche unschuld! da kann ich nur grinsen. seit dem frühjahr tobt auf allen schweizer blogs die helvetische volksseele: wir deutschen, ihr feindbild. dem schweizer fernsehen war es eine 45-minütige sendung wert. wer die gesehen hat, kommentare beider seiten, der traut sich kaum mehr in die schweiz. wir seien alle unisono arrogante schaafseckel. urlaub machen? von mir aus! aber dann bitte auch BLICK(volk) oder NZZ(hirn) lesen und die svp-kampagne des herrn blocher verfolgen. heile welt? mit nichten! kein kantonsspital funktioniert mehr ohne deutsche ärzte und krankenschwestern etc.pp.
kleine story am rande: am zoll bei schaffhausen pickt sich der deutsche zöllner ein älteres ehepaar raus. im hohlen spazierstock fanden sie, mühsam eingerollt, 30.000,- euros.
ebenda wurde vor jahren ein nachkömmling derer von opel mit chauffeur rausgefischt. 10mio deutschmarks in papieren an bord.
merke: wir sind zwar ihre arroganten schaafseckel, aber nur den bankern herzlich willkommen.
Hm, ja und…
…wenn die Schweizer dann zu uns kommen, womöglich im Top-Management den Acker bestellen, wirds dann besser?
ich würd es nicht so überbewerten. gewisses maß an antipathie wird in jedem land der erde gegen irgendwelche nachbarstaaten oder “gastarbeiter” gehegt – sydney 2006: australier haben die libanesen nicht mehr lieb und umgekehrt. na und? mal kurz aufgeschrien, das ganze als parole aufgezogen und irgendwie beruhigt sich das wieder. sie wissen, was sie am anderen haben.