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Kleine Wünsche – große Wirkung

20. November 2007
von

Gute, kreative Werbung rund um das Thema Frauen und Haare? Okay, reden wir über etwas anderes. Oder doch? Schauen wir einmal auf eine Wiese, die TBWA, Manchester, für GHD (Anbieter von haarstyling-Zeugs) ausgesucht hat. Da stimmt einfach alles. Die emotionale Ansprache, die Erinnerung an das innere Kind, das Identifikationspotenzial mit den Darstellern, die Differenzierung vom Wettbewerb, der Anspruch auf Problemlösung. Rollt als Viral-Spot schon ein paar Tage durchs Web, passt auf der Insel aber inzwischen wohl auch ins TV.

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Kommentare zu “ Kleine Wünsche – große Wirkung ”

  1. Mart am 20. November 2007 um 18:32 Uhr

    es mag ja ein wenig spiessig (harhar) klingen, aber ich mag keine Werbung in denen Kleinkinder sexualisiert werden. In dem Alter sind Kinder noch nicht hinter dem anderen Geschlecht her – und sie kämen auch nie auf die Idee, ihr Styling so wichtig zu nehmen … Wenn es ihnen nicht von der Umwelt, (zB. über so einen Drecksspot wie den obigen) eingetrichtert wird.

  2. Julia am 20. November 2007 um 22:19 Uhr

    Genau, genau, genau! Was der Spot eigentlich nur aussagt, ist: Wenn Du nicht so geliebt wirst, wie Du es Dir wünschst, muss es an Deinem Äußeren liegen. Und das musst Du ändern.

    Besser wäre es doch gewesen, wenn die Brünette erfolgreich dafür beten würde, dass dem Jungen fürderhin lange blonde Locken auf dem Hintern sprießen, dafür, dass er so oberflächlich ist. Aber vielleicht ist er das auch gar nicht und die Blonde kann nur besser Witze erzählen. Das werden wir wohl nie erfahren.

  3. ramses101 am 21. November 2007 um 09:32 Uhr

    Och Kinners. Kann jetzt bitte noch jemand anmerken, dass man in der Werbung keine religiösen Gefühle verletzen darf? Das fehlt nämlich noch.

  4. Armin am 21. November 2007 um 12:03 Uhr

    Ich finde ja die Diskriminierung von Menschen mit Zahnluecken skandaloes. Deren Gefuehle werden mit diesem Spot ebenfalls verletzt, da die Blonde volle schoene Zaehne hat und die Bruenette nicht. Muss ja auch mal gesagt werden.

  5. M. am 21. November 2007 um 17:18 Uhr

    Und jetzt mal im Ernst, Freunde des schlechten Geschmacks: der Spot ist ziemlich träge und schwer kitschgefährdet. Die Auflösung lässt zu lange auf sich warten und ist dann auch nicht bösartig genug, um diesen Eindruck ausreichend zu relativieren. Überzeugt mich deshalb nicht.

  6. Mart am 21. November 2007 um 18:00 Uhr

    @Ramses: so ein Quatsch wie religiöse Gefühle sind mir scheissegal – was noch fehlt sind: “Gutmensch” und “übertriebene political correctness” … in deinem Text. Denn damit kann man immer noch alles und jeden erschlagen.

    Ich habe eine 6-jährige Tochter, deren Klassenkameradinnen zu einem großen Teil dem Prinzessinnenideal hinterherrennen.
    Jungs verkleiden sich zum Fasching als Drache, Ritter, Feuerwehrmann, Fischstäbchen, Arzt, Gespenst undundund …

    Mädchen verkleiden sich zu ca. 95% als Prinzessin.

    Und jetzt komm mir nicht mit: “Daran ist die Werbung nicht schuld.” Entweder man gibt zu, dass handwerklich korrekt gemachte Werbung einen großen Einfluss auf Menschen haben kann, oder man ist im falschen Job, da man ihm die Daseinsberechtigung abspricht.

  7. ramses101 am 21. November 2007 um 18:21 Uhr

    Gemach. Das Wort Gutmensch wird von mir nicht gebraucht, da ich es absurd finde, ein Konstrukt aus “gut” und “Mensch” herablassend zu gebrauchen. Und das, wo mein Beitrag nicht mal herablassend gemeint war. Ich kann den grundsätzlichen Einwand “ich lehne Werbung ab, in der Kinder sexualisiert werden ab” ja nur voll und ganz unterschreiben. Das findet hier aber doch nicht statt.

    Das Prinzessinenideal kenn ich. Aus meiner Kindheit. Eine Kindheit, in der die erlaubte TV-Stundenzahl noch für die Woche, nicht für den Tag galt. Und was war zu Fasching los? Die Hälfte der Jungs war Cowboys, die andere Indianer (immerhin scheint sich da was getan zu haben). Die Mädchen waren Prinzessinen. Und jetzt komm ich Dir in der Tat mit: Daran ist (und war auch damals) die Werbung nicht schuld.

    Ich lass mich aber auch gerne anhand der entsprechenden Spots vom Gegenteil überzeugen.

  8. Mart am 21. November 2007 um 19:50 Uhr

    Ok, ich hätte präzisieren sollen: Die Werbung versucht, (nebenbei aus purem Sicherheitsdenken und Angst vor Neuem- aber das ist ein anderes Thema) ein Rollendenken aus den 50er Jahren aufrecht zu erhalten.
    Mit anderen Worten: das du den gleichen Quatsch aus deiner Kindheit kennst, ist nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal – auch wenn ich nicht bestreiten will, das die Werbung bei vielen wunderbar funktioniert, schliesslich tut das die Reklame für Ferrero Küsschen und Jacobs Krönung auch.

  9. ramses101 am 22. November 2007 um 09:23 Uhr

    Und ich sehe es eben eher als Persiflage auf dieses Rollendenken. Dass sowas in die Hose gehen kann, will ich ja gar nicht bestreiten – siehe auch Ms “Kitschgefährdung”, die ich wiederum nicht als versehentlich sondern als durchaus gewollt bezeichnen würde. Denn dadurch kommt die eigentliche Pointe (bisserl spät, zugegeben), den lieben Gott nen Wichser zu nennen, einfach überraschender.

ivw