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Klicken nur Langeweiler Onlinewerbung?

3. Dezember 2007
von Olaf Kolbrück

Online-Ads werden wahrscheinlich seltener angeklickt, als ein Atheist in der Bibel blättert. Jedenfalls sagt eine AOL-Studie, dass 99 Prozent keinen Finger dafür rühren. Interessante Frage also, wer die restlichen 1 Prozent sind. Die gleichen Leute die QVC gucken, könnte man meinen.

Eine interessante These dazu gibts hier: Die Klicker sind demnach Provinzler, haben ein niedrigeres Einkommen, geringere Bildung und passen so gar nicht in das Bild der Nutzer, die man mehrheitlich in Communities wie StudiVZ, MySpace und Facebook erwartet. Ergo: Langeweiler klicken und nicht die konsumfreudigen, hedonistischen, spendablen User die man gerne hätte

Kann man also Banner, Layer, etc in Communities und sonstwo in die Tonne treten, wenn man nicht gerade Rheumadecken und Treppenlifte verkaufen will?

Ja, zumindest jene Werbeformen, die derzeit zu sehen sind. So lange die Werbung nicht relevanter, spezifischer und kreativer wird bleibt das auch so. Auch Pay-per-Clicks hilft da nicht weiter, wenn am Ende nur gelangweilte Senioren auf der Landingpage landen.

Nein, denn vielleicht muss man sich auch einmal von dem Klickraten-Gedöns freimachen, dass die Online-Werber selbst herbeigebetet haben. Denn Online-Werbung, wie das schöne Grün der Pin-Group beim VDZ , wird ja wahrgenommen. Und damit wird immerhin Markenwahrnehmung erzielt und mit Werbung wie von Bayer bei Spiegel Online auch Breitenwirkung erzeugt. Warum soll das nicht reichen? Man müsste sich halt von ein paar schönen Argumenten im Wettbewerb mit den Old-School-Medien verabschieden. So what?

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Kommentare zu “ Klicken nur Langeweiler Onlinewerbung? ”

  1. Phil am 3. Dezember 2007 um 16:53 Uhr

    Ok, ok das wir neue Werbeformen für das WWW brauchen wissen wir schon länger. Und das diese ansprechen müssen auch.

    Also wäre die Ideale Werbung auf jeden einzelnen User personifiziert. Nur dann kommen wieder die Datenschützler auf den Plan und mekern wieder über die Sammelwut der Werble
    r etc… Wobei wir diese Werbung doch nur erstellen damit der User dann das Ideale vorgestellt bekommt.

    Das was Bayer da macht wird lange in den USA, Asien praktiziert! Interesse wecken durch Wissensdurst. Sollte doch in Deutschland nicht so schwer sein ;) Und erst recht für Communitie, die ja Daten wie die wilden Sammeln könnten.

    In diesem Sinne,
    der beste Werbler ist noch immer der Mund eines Freundes :)

    Greetz Phil

  2. Frunobulax am 3. Dezember 2007 um 19:32 Uhr

    Und was sind das für Leute, die Onlinewerbung noch wahrnehmen? Vermutlich die, die nicht wissen, wie man sie im Browser abschaltet.

  3. Markus am 4. Dezember 2007 um 08:46 Uhr

    @olaf
    Das bleibt zur Zeit leider Wunschdenken, zumindest im grossen Spiel. Es gibt heute kaum einen Werbekunden im Online-Bereich, für den die Click-Rate nicht ein Gradmesser für den Erfolg der Kampagne ist. Und dahinter natürlich die Conversion Rate, sei es der Kauf, der Abruf oder die Anforderung einer Information. Warum hat Google mit einen Click-basierten Modell mehr als 50 % des Werbemarktes in Deutschland erobert? Und wenn es die richtigen 1 % sind, die ich erreichen möchte, warum nicht? Rechnet sich ja bei den meisten offensichtlich und wird sich erst dann ändern, wenn es sich nicht mehr rechnet. Oder dann, wenn die Online-Agenturen lernen, Konzepte statt Clicks zu verkaufen, ist aber leider mühsamer und weniger margenträchtig.

  4. OlafKolbrueck am 4. Dezember 2007 um 09:48 Uhr

    @Phil. Klar der Tipp von Freunden ist mir auch lieber. Aber wo hat es der her. Am Ende landet man beim Huhn-Ei-Problem.
    @markus Wunschendenken klar, aber ist ja bald Weihnachten. Das Google-Modell funktioniert ja auch, weil schon ein Grundbedarf des Kunden vorhanden ist. Werbung soll aber auch Bedarf wecken. Da scheint mir auch die Konzept-Idee sinnvoll. Denn Marken leben auch davon, dass sie nicht nur das eine Prozent erreichen, sondern auch jene Kunden, die mit der Marke nichts zu tun haben. Jeder Pepsi-Trinker kennt Coca-Cola. Dieses Bewusstsein trägt die Marke mit.

  5. Phil am 4. Dezember 2007 um 13:05 Uhr

    @Olaf

    Nunja nein eigentlich landet man dann dort wirklich beim Ei. Irgendwo ist innerhalb dieser “Werbekette” der Anfang und entweder war es die Empfehlung des Produkts durch einen “real” Test oder eben durch eine Werbung. Wie dem auch sei das Huhn-Ei Problem wird dabei nicht berührt.

    Es ist natürlich auch immer die Frage was ich mit meiner Werbung erreichen will.

    Direkten Umsatz per visit oder einfach präsent sein und im Kopf bleiben.

    Greetz Phil

  6. Matthias am 5. Dezember 2007 um 11:06 Uhr

    Bei diesem Artikel kann ich richtig aufatmen! Die ganze Online-Werbung bzw. die Debatte darum dreht sich mir viel zu vordergründig um das schnelle Geschäft. Sofort klicken und möglichst auch gleich kaufen.

    Vielleicht liegt das aber noch daran, dass weite Teile der Image- und Awareness-Werbung noch überwiegend im Printbereich stattfinden.

    Aber wie Du schon sagst, Werbung funktioniert auch dann, wenn nicht gleich drauf geklickt wird….

ivw