Xing: Debatte um Bewegungsmelder
Auf die Kritik von Cem Basman am vollautomatischen Bewegungsmelder bei Xing habe ich hier ja schon ganz kurz hingewiesen. Nachdem Cem Basman sich erschreckt zeigte über die “neue Funktionalität, mit der man sich alle Änderungen in seinem persönlichen Netzwerk auf der Startseite anzeigen lassen kann” tobt in seinem Blog nun die Debatte.
Und – Chapeau! – auch Xing-Chef Lars Hinrichs meldet sich lang und sachlich zu Wort.
Klar das Hinrichs das Tool lobt, die Freude und positive Resonanz der Nutzer hervorhebt und darauf hinweist, das vorab alle informiert wurden und den transparenten Newsfeed über das eigene Kontaktdasein und die automatische Verteilung von Informationen abschalten können. genau darum aber e geht. Letzlich markiert die Diskussion vor allem den künftigen Umgang mit opt-in- und opt-out-Verfahren. (Auf deutsch: aktive Zustimmung oder spätere Ablehnung einer Nutzung)
Denn es darf bei der Debatte nicht um Nutzen, Relevanz oder wasauchimmer gehen.
Gerade angesichts der Schäubleisierung des Internet kann es nur eine Maxime geben: Immer Opt-in wählen, wenn es um die Verbreitung und offene Darstellung persönlicher Daten geht. Wo immer und wann immer. Und lieber einmal zuviel als einmal zu wenig. Gleichgültig bei welchem Dienst und bei welchem Netzwerk. Nie opt-out.
Denn letztlich wirft opt-out nur ein schiefes Licht auf alle, die mit persönlichen Daten hantieren. Das ist wenig hilfreich. Es dient weder Werbern noch den Werbungtreibenden, die schnell als Datenfischer mit am Pranger stehen können. Coca-Cola, Vorzeigepartner für Facebooks Beacon hat nämlich schon kalte Füße bekommen. Das war erst der Anfang. Die Fluchtreaktion ist letztlich ein Folge der Tatsache, dass Facebook mit opt-out statt mit opt-in gestartet ist. Ein Lehrstück auch für Xing? Zeit für einen Code-of-Conduct?












Seltsam, dass man Facebook und Co immer erst auf die Finger klopfen muss. Vorher lernen sie es offenbar nicht. Als hätte es die Debatten aus der Steinzeit des Web um Werbung per Mail nie gegeben. Erinnert mich irgendwie an Schwarzbauten. Nach dem Motto: So lange sich niemand beklagt machen wir das einfach so.
Oder ist das doch alles wieder nur ein Sturm im Wasserglas und wir akzeptieren es sobald sich die erste Aufregung wieder gelegt hat? Wäre ja nicht das erste Mal….
Danke für den Hinweis. Über die neuen Funktionen wurde ich von Xing nicht unmissverständlich und in vollem Umfang informiert – ich habe sie direkt abgeschaltet.
Lautet etwa die Steigerung: OpenBC, Xing, Stasi 2.0?
Und als nächstest wird Herr Schäuble der CMO….
Ich wurde im Vorfeld nicht von Xing informiert.
Habe eine Nacht darüber geschlafen und dann meinen Premium-Account mit sofortiger Wirkung gekündigt, die normale Mitgliedschaft gleich hinterher.
Kann ich nur weiterempfehlen, ist ein befreiendes Gefühl.
Wer weiß, was denen als nächstes einfällt.
Xing geht inzwischen noch ganz anders zur Sache. Zwar war allseits bekannt, dass sich das Portal nun mit dem Schalten von Werbung (verstärkt) zu refinanzieren versuchen würde. Allerdings ahnte wohl niemand, wozu das im Detail führen würde: Auch auf den Profilen von Premiummitgliedern wird seit kurzem Werbung geschaltet. Für Billigflüge, für Telko-Dienstleister, für Informationen zur weiblichen Verhütung.
Was das ganze noch wesentlich delikater macht: diese Werbebanner können nur eingeloggte Basis-Mitglieder sehen. Die Premiummitglieder selbst NICHT. Und wissen deshalb nicht einmal, ob sie nicht vielleicht mit ihrem Profil gerade Werbung für ihre eigenen Konkurrenten machen.
Hier eine ausufernde Diskussion zu den Details, auf die XING bislang nicht/nicht adäquat reagiert hat (soviel auch zum Thema Krisen-PR) – leider nur für Miglieder einsehbar:
https://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=7015846;offset=0