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Spießer Alfons: Alles Lüge!

5. Dezember 2007
von

Der Spießer hat eine besonders hinterfotzige Reklameannonce entdeckt. Die kommt von Eon, der habgierigen Mutter, deren Tochter „e wie einfach“ beweist, dass es auch bescheidener geht. Das Unternehmen zeigt auf den ersten Seiten der Nachrichtenmagazine in Knallrot an: „Für Sie holen wir den Strom aus dem Meer“ — siehe die Abbildung! Und wenn der flüchtige Anzeigenleser das liest, dann denkt er: Das ist aber toll von Eon! Denn die sorgen schon heute für eine umweltfreundliche Zukunft und zeigen den Erdöl-Scheichs und Gas-Zaren, wo der Barthel den Most holt, sprich, der Deutsche seine Energie!

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So steuert man das eigene Image. Studiert der Anzeigenleser jedoch das Kleingedruckte, dann wird er knallrot vor Zorn: Alles Lüge!

Eon holt den Strom gar nicht aus dem Meer, sondern der Konzern beabsichtigt lediglich, ein Gezeitenkraftwerk zu bauen! Und diese Absichtserklärung ist so verbindlich wie das obligatorische Versprechen auf einer Party: Wir sehen uns!

Zu vergleichen ist das damit, als würde Alfons groß anzeigen: „Der Spießer verschenkt eine Million Euro an Bedürftige.“ Und auf Nachfrage erklärt Alfons dann: „Der Spießer sucht dafür nach Wegen. Und er weiß schon heute, wo er die Million bekommen kann, weshalb er jede Woche einen Lottoschein ausfüllt.“

Ist das witzig? Wohl kaum. Darum empfiehlt Spießer Alfons: Erst Eier legen und dann gackern, nicht umgekehrt! Dass die Sandmännchen-Reklame, mit der Eon uns Puderzucker in die Augen streuen möchte, unehrlich ist, das ist ja wohl eindeutig.
Und wenn das erlaubt wäre, dann könnte ein anderer Energie-Lieferant morgen kommen und anzeigen, er würde für uns den Strom durch ein umweltfreundliches Perpetuum mobile erzeugen … sobald das fertig ist.

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Kommentare zu “ Spießer Alfons: Alles Lüge! ”

  1. Bonscho am 5. Dezember 2007 um 12:46 Uhr

    Laut der Aussage eines Professors der Meeresbiologie aus Kiel sind die geplanten Gezeiten-Kraftwerke von Eon in erster Linie Meerestier-Schredder. X für U!

  2. Yeti am 5. Dezember 2007 um 15:37 Uhr

    Haste Recht… aber ist glaub ich net das erste Mal, das Eon sowas macht..
    Die kündigen gern an… sind doch gaaaanz toll und grün die Jungs…

    Strom ist grün, net gelb… naja… wers glaubt.

    Sollte man aus seinen Stromkosten streichen lassen, diese unsinnigen Werbekosten.

    Gut gefunden und geschrieben!

  3. Koenich Johann am 5. Dezember 2007 um 16:20 Uhr

    E-OFF statt E-ON!

  4. Spießer Alfons am 6. Dezember 2007 um 06:26 Uhr

    @ Koenich Johann

    Und das ist so E wie Einfach ;)

  5. Morn am 6. Dezember 2007 um 11:57 Uhr

    @ Spießer Alfons

    Alfons, Hilfe!
    Vor lauter Gezeitenkraftwerken, die in Utopia Strom produzieren, geht mir der Saft aus für die wirklich wichtigen Dinge.
    Zum Beispiel für die tolle BMW-Buchstaben-Rätselkampagne in deiner aktuellen Kolumne. Was wollen mir die bayerischen Motorenwerke mit “Nße-Mlxetl” sagen?
    Sag es mir bitte, ich kann nicht mehr pennen und überlege aus Verzweiflung und für neue Energie zu EON zu wechseln. Das muss verhindert werden!

  6. G! am 6. Dezember 2007 um 13:19 Uhr

    @ Morn

    Die Gemeinde “Neiße-Malxetal” in Brandenburg?
    http://de.wikipedia.org/wiki/Nei%C3%9Fe-Malxetal

  7. Morn am 6. Dezember 2007 um 14:01 Uhr

    @ G!
    Merci!
    Das wird es sein. Die HL macht Sinn und passt zum Motiv.
    Ich kann wieder pennen und bei den Stadtwerken bleiben!
    :-)

  8. Daniel Backhaus am 6. Dezember 2007 um 14:49 Uhr

    Hinzu kommt, dass es bereits wissenschaftliche Erhebungen gibt, das derartige Gezeitenkraftwerke energietechnisch eine Nullnummer sind. Also alles nur kundenfängerischer Populismus.

  9. Miethirn am 6. Dezember 2007 um 15:56 Uhr

    @daniel backhaus: wie das? gibt es da eine quellenangabe?
    @spiesser: hm, wer lesen kann, kann seine schlüsse ziehen. oder hältst du die leser für doof?
    zitat aus der projektdarstellung: “Der Wunschstandort ist bereits gefunden und die Antragstellung abgeschlossen. Bereits 2008 soll eine Test-Turbine in Betrieb genommen werden, zwei Jahre später soll die Anlage ans Netz gehen.” für mich klingt das nicht nach dem sankt-nimmerleins-tag. ich will hier zugute halten, dass schon der aufbruch in die richtige richtung lobenswert ist.
    allenfalls kann man bequengeln, dass e-on hier nur investor ist, aber, hey, so ist unsere welt.

  10. Daniel Backhaus am 6. Dezember 2007 um 16:03 Uhr

    Hallo. Die Quelle ist mein Dad, der lange im Bereich der “Energiegewinnung” gearbeitet hat. Es gibt noch weitere Quellen, die sind aber alle nicht online abrufbar, sorry.

  11. Miethirn am 6. Dezember 2007 um 16:10 Uhr

    haha, wenn er im bereich “”Energiegewinnung” “bescheid” “weiss”, dann ist ja alles “klar”! na komm, irgendwas wird doch im netz stehen von dieser weisheit.

  12. Daniel Backhaus am 6. Dezember 2007 um 16:22 Uhr

    Über Wasserkraft findet man ne Menge. Aber darum geht es bei dem Thema nicht. Einen ersten Einblick kannst Du vielleicht bei Wikipedia unter http://de.wikipedia.org/wiki/Gezeitenkraftwerk finden. Wenn man dort intensiv – und vor allem zwischen den Zeilen – liest, erkannt man schon wo der Hase lang läuft.

  13. Spießer Alfons am 6. Dezember 2007 um 20:42 Uhr

    @ Miethirn,
    vermietest Du Dein Hirn an e.on – ich meine, rein zufällig…?

  14. Miethirn am 7. Dezember 2007 um 08:49 Uhr

    @spiesser: nope.

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