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Spießer Alfons: Aus dem Minenfeld der Werbung

5. Dezember 2007
von

Da liegt ein Torso auf der Straße, ein abgetrennter Arm eines Menschen. Und in der Hand eine DVD: „Death Proof“. Damit wirbt der Hersteller für den Film auf der Scheibe. Zum Glück — für uns — nur in Holland.

Arm dran, und zwar geistig, sind Menschen, die solche Werbung machen. Vermutlich sind sie mit gewalttätigen Gamespielen aufgewachsen und finden ihr Werk absolut cool. Zum Kotzen findet es Alfons der Spießer.

deathproof.jpg

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Kommentare zu “ Spießer Alfons: Aus dem Minenfeld der Werbung ”

  1. STU am 5. Dezember 2007 um 14:06 Uhr

    Was sind denn Gamespiele?

  2. Dominik am 5. Dezember 2007 um 14:18 Uhr

    Es ist zwar morbide, aber ich finde die Idee cool, geil und fett, obwohl ich nicht mit Gewaltgames aufgewachsen bin. (Und eigentlich seit ein paar Jahren aus obigen Adkjektiven herausgewachsen sein sollte.)

    Ich würde dem Spießer zustimmen, wenn das Motiv einen Menschen zeigen würde der gerade zusammengetreten oder abgemeuchelt wird, awährend er die Filmkassette noch hochhält -aber so find ichs nicht schlimm, nur Geschmackssache.

  3. al am 5. Dezember 2007 um 14:22 Uhr

    Spielepiele :D

    ein Torso ist übrigens ein Oberkörper.

    Finde das recht lustig. Würde mich freuen, so etwas “zu finden”.

    Ja, ich bin mit Killerspielepielen aufgewachsen.

    Mach dich mal locker, die Welt hat sich in den letzten 40 Jahren verändert. Und nicht nur zum schlechteren.

    Ich glaube, Menschen die sich so etwas ausdenken sind sehr harmlos. Da sind Moralapostel oft gefährlicher…

  4. Tom am 5. Dezember 2007 um 14:22 Uhr

    Na ja. Da es sich bei dem Film „Death Proof“ um einen Zombie-/Gore-Film handelt, ist die Art der Werbung wohl schon einigermaßen “treffend”. Und solange jemand in der Nähe ist, der darauf aufpasst, dass sich nicht unbedingt Kinder/Schwangere/Herzkranke dem Anblick aussetzen müssen, wäre auch eigentlich nicht viel dagegen einzuwenden. Aber, wie schon Eingangs gesagt: Na ja. Bzw. gibt auch bessere Ideen…

  5. Frank am 5. Dezember 2007 um 14:33 Uhr

    Das ist Werbung für einen Tarantino Film! Da fragt man nicht nach Sinn oder Moral.

  6. STU am 5. Dezember 2007 um 15:14 Uhr

    Naja das Problem ist halt, dass man die Entscheidung, sich so einen Film anzuschauen, bewusst fällt, während man bei dieser Werbung etwas ausgesetzt wird, was man vielleicht nicht sehen wollte. Ich kann verstehen, dass das Zartbesaiteten auf den Magen schlägt. Man hätte das Ding ja auch in die “Ab 18″-Ecke einer Videothek stellen können.

  7. der_tom am 5. Dezember 2007 um 15:27 Uhr

    Daran sind nur diese Killerspiele schuld von denen ich in der BILD gelesen habe, da hilft nur noch mehr unqualifizierte Hetze in den ÖR

  8. Yeti am 5. Dezember 2007 um 15:34 Uhr

    Ich finds auch gelungen! Wer den Film kennt, wird den Bezug erkennen!
    Ist echt ne einfach gute Idee, wie schon von Frank gesagt…

    Bleib locker, tut mal gut.
    Notfalls einfach Moslem werden und Fundamentalist, dann fällt das Verteufeln auch leichter…

    Ich mag die Idee, ist mal was anderes, net langweilig und evtl… spießig?!…

  9. Spießer Alfons am 5. Dezember 2007 um 16:02 Uhr

    @ Stu @ al

    Also: Gamespiele sind ein Torso, sprich: Tippfehler. Es sollte Gameboyspiele heißen. Und ein Torso ist eine unvollständig erhaltene Statue (ich wollte das Wort “Leichenteil” umschreiben).

    An alle, die diese “Werbung” cool finden: Ich wette, Ihr habt keine kleinen Kinder. Wenn Ihr nämlich erleben könntet, wie die nach so einem Anblick nächtliche Albträume bekommen, dann wüsstet Ihr auch, warum ich so eine Aktion scheißlich finde! Warum wohl sind in einer Videothek bestimmte DVDs in einem Extra-Raum, na…?!

  10. al am 5. Dezember 2007 um 16:34 Uhr

    Einen Torso (pl. Torsos oder Torsi; ital. von lat. tursus von griech. thyrsos; Bedeutung jeweils: Strunk, Stumpf) nennt man unter anderem einen menschlichen Körper, bei dem Arme, Beine sowie der Kopf nicht vorhanden sind.

    Also meine Kinder fürchten sich mehr vor dem Zappelphilipp und dieser Hexe, die gerne kleine Kinder frisst…

    Gameboys gibt es schon lange nicht mehr ;-)

    Das lag doch nur für das Foto auf der Straße und war doch gar keine “echte” Werbung…

  11. OlafKolbrück am 5. Dezember 2007 um 16:44 Uhr

    Also gerade als Katholik wird man ja noch verteufeln dürfen, gerade dann.

  12. Andreas am 5. Dezember 2007 um 17:16 Uhr

    Da ist jemand völlig professionell ans Thema herangegangen und kam dabei auf diese sehr passende Lösung. So weit so gut. Wäre er weiterhin professionell gewesen, hätte er sie schlicht verworfen, weil:

    Die Idee passt 100%ig auf das zu umwerbende Medium. Man kann aber eben nicht sehen, wer herzkrank ist, oder wem bei dem Anblick Kriegserinnerungen hochkommen. Und ausschließen, dass Kinder es sehen, kann man auch nicht. Ergo: nicht umsetzbar.
    -
    Ihr findet’s sicher richtig geil, wenn Euch in 2 Jahren einer mit Schmackes in die Fr***e haut und dann sagt “Stirb langsam 5, jetzt im Kino!”. Weil: geile Umsetzung, passt voll zu Bruce Willis, alda.

    *kopfschüttel*

  13. Spießer Alfons am 5. Dezember 2007 um 17:32 Uhr

    @ al

    Neeeiiiin, natürlich war das keine “echte” Werbung. Das lag da einfach nur so rum, damit die Leute drüber stolpern sollen. (Wer stolpert denn heute noch über echte Werbung!) Und damit Leute wie Du es fotografieren und an die Wand des Kinderzimmers hängen können.

    Also gut, ich nehme “Torso” zurück und schreibe für Dich Leichenteil. Und wenn Du Deinen Kindern mehr davon zeigen möchtest: Es gibt da Bilder aus Minenfeldern, wo auch die Leichenteile von Kindern zu bewundern sind. Viel Spaß dabei!

  14. al am 5. Dezember 2007 um 17:51 Uhr

    Wie können Bilder aus Minenfeldern bestehen?!

    Das war doch eine einmalige Awardidee ihr Spießer,

    Was meint ihr was so ein Arm kostet…?!

    Ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass die diese Dinger in Fußgängerzoonen gelegt haben….

    Und in der Jury sitzen vielleicht Kindsköpfe, aber keine die das schockt!

    Ich finde die Idee übrigens nicht sonderlich brillant, aber sich darüber so aufzuregen (Leichenteile, Kinder, Minenfelder) finde ich wahnsinnig lustig ! Und du warst mal in der Kreation??? Unglaublich.

  15. Spießer Alfons am 5. Dezember 2007 um 18:06 Uhr

    @ al

    Klar, die Bilder können auch nicht aus Bosnien sein, denn wie können Bilder aus Bosnien bestehen. Du bist wirklich sehr witzig, ha, ha, ha.

    Nein, das “Ding” hat natürlich nicht in der Fußgängerzone gelegen. Das Foto wurde auf dem Pausenhof der Werbeagentur geschossen.

    Ich war in der Kreation. Aber Du vermutlich noch nicht in Krisengebieten. Danke Gott dafür, Du Scherzvogel!

  16. Dierk am 5. Dezember 2007 um 18:36 Uhr

    Der unselige Begriff ‘Guerilla-Werbung’ bekommt mit dem Teil die ihm zustehende Manifestation. Manche Menschen scheinen zu glauben, Werbung dürfe alles – vor allem das, was anderen Branchen/Medien nicht erlaubt ist.

    Der Zombie-Film ist übrigens nicht Death Proof, sondern Robert Rodriguez’ Planet Terror.

  17. al am 5. Dezember 2007 um 18:58 Uhr

    “Es gibt da Bilder aus Minenfeldern, wo auch die Leichenteile von Kindern zu bewundern sind.” Dein Satz. Ich sag da nichts mehr zu.

    “da, aus Minenfeldern, wo” nanana

    Tatsächlich war ich sogar schon mal in einem Krisengebiet, ich komme aus Kroatien.

  18. al am 5. Dezember 2007 um 18:59 Uhr

    Ich habe gerade gelesen, du warst Werbeleiter?! Warst du auch Kreativer?

    Jetzt friedlich grüßend, al.

  19. Spießer Alfons am 5. Dezember 2007 um 19:13 Uhr

    @ al

    Es gibt da (zum Beispiel in Zeitungen, Zeitschriften, Archiven) Bilder aus Minenfeldern, wo (nämlich auf den Minenfeldern) Leichenteile zu sehen sind. (Deutsch ist eine schwere Sprache, nicht wahr?!)

    Ich habe in über 30 Jahren Hunderte von erfolgreichen Kampagnen kreiert, viele davon nachzublättern in den Jahrbüchern der deutschen Werbung. Agenturen habe ich nur auf dem Mediasektor beschäftigt. Insofern verstehe ich ein bisschen was von Werbung, auch wenn ich ein Spießer bin ;)

ivw