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Spießer Alfons: Mit den Dritten kaut man besser

6. Dezember 2007
von

Kampfstimmung zwischen den öffentlich-rechtlichen Sendern und privaten Anbietern und Verlagen. Man streitet sich darüber, wie weit ARD und ZDF im Internet agieren dürfen.

ZDF-Intendant Markus Schächter hat sich nun aktuell geäußert. Heute begibt er sich auf gegnerisches Terrain, nämlich in DIE ZEIT, und verteidigt die internetten Aktivitäten der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Der Intendant: „Auf den Märkten der Verleger treten wir auch im Netz nicht an — keine Werbung, kein Sponsoring, Anzeigen oder ähnliches.“ Vielmehr seien es eher die bösen Verlage, die sich mit multimedialen Angeboten „auf fremdes Terrain“ bewegen. So der Häuptling vom Zweiten, der glaubt, mit seinem Programm besser zu sehen.

Der liebe Alfons dagegen denkt wieder mal ganz spießig. Und stellt dem Herrn Intendanten die Gretchenfrage: Wie halten Euer Hochwürden es mit der Bezahlung, sprich: Woher nehmen Sie das Geld, um die Aktivitäten jenseits vom TV-Programm zu finanzieren? Während private Kommunikationsanbieter die Kohle aus dem eigenen Keller holen und versuchen müssen, ihr Geld via Werbung wieder zurück zu bekommen, bedienen Sie sich der Kundengelder, die Sie per Zwangsinkasso von den Rundfunk- und Fernsehteilnehmern kassieren. Da brauchen Sie sich natürlich weder um Werbung (nebenbei: Sponsoring und Anzeigen sind auch Werbung!) zu kümmern noch um das verehrte Publikum. Wenn Sie also anmerken, Sie würden nicht in das Werbegeschäft der Verleger einbrechen, dann ist das genauso arrogant wie süffisant formuliert. Notabene: Sogar ein Einbrecher muss nicht einbrechen, wenn er sich selbst bedienen darf. Mit der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) im Rücken sprechen Sie von „Qualitätssicherung von Kommunikation in der Mediendemokratie“. Klar, wenn die AOK die Qualitätssicherung meiner dritten Zähne voll und ganz übernimmt, dann kann ich damit auch besser beißen — demokritisch gesehen.

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Kommentar zu “ Spießer Alfons: Mit den Dritten kaut man besser ”

  1. madmind am 23. Dezember 2007 um 12:17 Uhr

    Interessant an der Anmerking des werten Intendanten ist auch die Auffassung, dass der Markt anscheinend nur aus Werbung zu bestehen scheint.
    Auch wenn dieser Satz irgendwie schon stimmen mag: was ist für den Intendanten dann der Markt? Sie treten zwar nicht mit Werbung an, aber mit Inhalten. Gebührenfinanziert.
    Wenn für diesen aber nur die Werbung zählt und nicht die Inhalte, dann verstehe ich langsam, warum die ÖR kein gutes Programm mehr senden.Obwohl sie ja sich nicht um die Werbung kümmern müssten…aber es trotzdem zu machen scheinen…
    Ich glaube ich verstehe langsam, warum die Intendanten und Vertreter der ÖR auch in Diskussionsrunden nur noch ihre auswendig gelernten Sätzchen runterspulen: sie verstehen das System selber nicht mehr! Oder schlimmer…

ivw