“SZ”: Keine Zähne und La Paloma pfeifen
Kann mal jemand bitte die Schwafel-Wellen bei der Süddeutschen Zeitung eindämmen. Jenen, die über das Web schreiben und dabei auf eine Weise La Paloma pfeifen, das man den Eindruck gewinnt, sie hätten keine Zähne mehr im Mund oder noch keine Haare am Sack, eine Pause gönnen. Denn ich mag beim Lesen der “SZ” inzwischen nur noch an Francois Villon und seinen Wunsch denken, Lumpenpack mit einem Hammer aufs Maul zu schlagen.
Ein Bernd Graff, Doktor gar, zieht da in einem Artikel herauf, herab und quer und krumm, seine Leser an der Nase rum und zeigt, dass er außer Polemik nichts vom Web versteht. Kann er haben.
Der Titel “Die neue Idiotae des Web 0.0″ ist breitgetretener Quark und macht seiner Überschrift alle Ehre. Das ist alles so sehr aus den üblichen Versatzstücken und Vorurteilsclustern der Ahnungslosen, der Pfründebewahrer und Bilderstrecken-Klick-Huren zurechtgeschwurbelt, dass sich Christian Jakubetz gleich dreimal erregt und festhält:
“Man weiß jetzt wenigstens wieder, warum man es ganz und gar nicht schade finden muss, dass Journalisten das alleinige Monopol zur Publikation nicht mehr haben. Danke dafür.”
Ich ziehe für mich nun einfach eine Konsequenz aus der geballten Ignoranz in München und entferne nun auch die letzten Feeds zur Wirtschaft aus meinen RSS-Reader. Ich möchte künftig nicht einmal mehr toten Fisch in dem Blatt eingepackt haben.
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Sich körperlich anzustrengen, um solchen Schwachsteckern mit Gewalt einzuhämmern, wie falsch sie liegen, wäre Verschwendung von Energie. Sollen sich solche selbsternannten Lordsiegelbewahrer des Qualitätsjournalismus doch das Weihrauchfass schwenken bis ihnen der Arm abfällt. Mich erinnert das an die 40-Jahrfeier der DDR mit all den hohlen Phrasen von Honni & Genossen…
@olaf: der titel ist: Die neuen Idiotae. Web 0.0
gehts noch ein wenig persönlicher, wirrer und gemeiner? was genau werfen sie dem artikel jetzt vor? bitte ein paar argumente und nicht nur bloggertypische anspielungen, die nur blogger verstehen. warum soll man ihre äusserungen lesen, wenn sie nicht auf dem gleichen spielfeld spielen wollen?
@ olaf
kann mich meinem vorredner nur anschließen.
ich finde deinen artikel so geschmacklos wie keinen anderen, egal ob on- oder offline.
Ein schöner polemischer Rundumschlag. Dennoch: Graff mag ein Ärgernis sein. Eine sachliche Auseinandersetzung wäre vielleicht sinnvoller. Polemik gibt ihm nur Futter. Noch besser ist es ihn einfach zu ignorieren. Meinungen wie diese werden unter dem Staub der Zeit verschwinden.
Es ist ja auch ein Rant. Eine blogtypische Tirade eben. Leben – kein totes Holz. Sachlichkeit wäre bei einem derartigen Schwall ein Stilbruch.
Na, da ist wohl einer getroffen?
Habe den Artikel in der SZ mit Genuss gelesen und sehe ihn hier voll bestätigt.
So leid (?) es mir tut, auch ich kann nicht umhin, einige Wahrheiten im SZ-Artikel zu entdecken. Der in der Print-Fassung übrigens nur den Titel “Web 0.0″ trägt.
Natürlich kann man sich an EURER und an all jener Menschen Stelle, die im Web durchaus Fundiertes, Komplexes und Gehaltvolles publizieren, schwer über die Verallgemeinerungen des Artikels/Autors ärgern, und das zu Recht. Man darf allerdings nicht die Augen davor verschließen, dass das Web in vielen Bereichen in der Tat den Bach runtergeht.
Und dass es manchmal ganz gut tun würde, innezuhalten und nicht mit einer blinden Fortschrittsgläubigkeit erstmal grundsätzlich alles, was online ist, besser zu finden als das, was offline ist…