Gesegnete Weihnachtspost von Jung von Matt
Weihnachtskarten per Post sind natürlich so altbacken, dass sie fast schon wieder retro-in sind. Aber
noch nicht ganz, solange gerade Videogrusskarten hip sind. Aber das ist natürlich alles säkularisierter Pipifax gegen die Weihnachtspost zweier bekannter Selbstdarsteller.
Die kommt schlicht per e-mail (e-mail ist als Retro-Tool auch ganz groß im Kommen), hat es aber in sich und Unterstützung von ganz oben. Denn Holger Jung und Jean-Remy von Matt wären nicht Holger Jung und Jean-Remy von Matt, wenn sie ihrem bewusst kargen Fünfzeiler nicht noch einen ausgefuchsten Mehrwert mit auf den digitalen Weg geben würden.
Himmlische Unterstützung nämlich in Form eines echten Segens von Pfarrer Hans Bensdorp, der die von Jean-Remy getippte Mail nämlich in vollem Ornat mit einem Kreuzzeichen und einem schönen Satz – genau – segnet. Und dann ab mit der Hosianna-Post.
Und damit das ganze auch glaubwürdig wirkt (könnte ja schließlich jeder behaupten), gibt es bei Youtube den filmischen Beweis dazu, in dem das Werber-Duo wirkt, wie zwei Chorknaben, die gerade ihre kreativen Sünden beichten mussten.
Warum den Segen aber ein Österreicher spricht – ich weiß es nicht.



















Ebenso interessant ist die Frage, warum sie in einem Server-Raum sitzen. Haben die im Büro kein E-Mail? Wahrscheinlich liegt der Schreibtisch voll mit Postkarten für all die Kunden, die keine Mail-Adresse haben.
Ja, das habe ich mich auch gefragt, warum sie in den Keller gehen mussten. Hehe. Echt zwei Selbstdarsteller diese Jungs.
Von einem Österreicher bekamen wir ja schon einmal den ganzen Segen ab …
Geistreich und unvorhersehbar, so kennen wir unseren Chat.
“Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt.”
(Johann Tetzel)
In mir assoziiert ständig was – ich kann auch nichts dafür. Und mein Psychiater sagt das auch …
Total gruselig.
Soll das lustig sein?
Der Spot zeigt einmal mehr: Die Werbebranche ist ein durch und durch selbstreferentielles System in dem sich jeder Stern nur um die eigene Sonne dreht, nicht jedoch um die der Zielgruppe. Das wäre nicht so schlimm, wenn hier nicht angebliche Kommunikationsprofis ihre glatte Unkenntnis jeder Grundregel der Kommunikation beweisen würden. Es fragt sich nur, wie lange die Kunden soetwas noch mitmachen.
Christoph,
kommt drauf an, welche Kunden du meinst. Die Konsumenten draußen oder die Zielgruppe 1. Werbeagenturen verschicken ihre Weihnachtskarten in der Regel an ihre Zielgruppe 1, an das kleine Sonnensystem der eigenen Werbekunden.
Meist sind sie birds of the same feathers, sonst wären sie erst gar nicht zu dieser bestimmten Agentur gegangen. Und so gehen durchaus sehr merkwürdige Sachen, die draußen nicht jeder versteht (im großen Sonnensystem) und verstehen muss. Wie in einer Clique.
Erklärbärmodus aus
Vroni, da hast du natürlich 100% recht. Diese spezielle Weihnachtsmaßnahme ist aber trotzdem großer Käse. Es sei denn, ihr Ziel ist verbessertes Einschlafen bei Zielgruppe 1. (Würde ja passen, zur besinnlich-ruhigen Weihnachtszeit und so.)