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Spießer Alfons: Nordelbische Kirche — ein Kreuz mit dem Logo

17. Dezember 2007
von

Die Kirche versteht sich als modernes Dienstleistungsunternehmen. Genauso wie Bahn, Post und Rotes Kreuz. Und was braucht ein modernes Dienstleistungsunternehmen? Logo: ein Logo, und zwar ein modernes.

Die Nordelbische Kirche, regionale Vertretung der christlichen Luther-Fraktion im Norden unseres Landes, hatte bisher ein maritimes Logo: ein Schiff mit einem Kreuz auf dem Segel. Weil die norddeutsche Gemeinde eine Kirche zwischen den Meeren ist. Und dieses Logo sollte nun erneuert werden, sich dem digitalen Zeitalter anpassen. Deshalb beauftragten die Kirchenvertreter eine Werbeagentur mit der Gestaltung, und zwar boy I planning + advertising in Kiel. Und weil diese Agentur ein Pluszeichen in ihrem Firmennamen hat, setzten die Werber noch eine Klammer hinzu und verkauften das +) der Nordelbischen Kirche als neues Logo. Wozu Maria Jepsen, die Medienbischöfin der Nordelbischen Kirche, jubelt: „Durch die gemeinsame Verwendung des neuen Signets wird auch für Außenstehende sichtbar, wie viele Einrichtungen der Nordelbischen Kirche unseren Glauben kompetent und einsatzfroh weitergeben, wo wir als Kirche überall da sind.“
logo.jpg

Heilige Maria! In jedem Rechenbuch, auf jeder Börsenkurstafel, in ungezählten Rankings und Statistiken finden wir Pluszeichen und Klammer. Womit die Nordelbische Kirche überall dabei ist — nicht zuletzt auch als Einnahmestelle für Kirchensteuern.

Dass ein Pluszeichen ein christliches Kreuz ist und eine Klammer ein Segel — klar, wenn einem das so gesagt wird, dann glaubt jedes Schaf das. Schließlich ist man ja ohnehin gläubig, wenn man ein Schäfchen der Nordelbischen Herde ist. Spießer Alfons hingegen zeigt sich in diesem Fall als schwarzes Schaf. Denn irgendwie hat er das Gefühl, dass die Leute von der besagten Werbeagentur sich einen Spaß daraus gemacht haben, die Kirchenvertreter zu verhohnepiepeln. Spießiger Weihnachtswunsch: boy I planning + advertising sollte Buße tun und das Honorar am Heiligen Abend in den Klingelbeutel einer Kieler Kirche werfen!

Und spießig gesagt: Man könnte im Kreuz auch einen symbolischen Stern sehen. Und in der Klammer einen Halbmond. Stern und Halbmond — wenn Ihr wisst, was das bedeutet…?!

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Kommentare zu “ Spießer Alfons: Nordelbische Kirche — ein Kreuz mit dem Logo ”

  1. Lucas von Gwinner am 17. Dezember 2007 um 11:31 Uhr

    Das ist aber ein wahlloses rumgespieße, Signore Alfons.

    Zum einen hat die besagte Werbeagentur gar kein “+” im Namen. Zumindest konnte ich auf deren Website (http://www.its-a-boy.de/) ein solches nicht entdecken. Und zum anderen kann ich die Kritik am neuen Signet nicht so ganz nachvollziehen. Denn das es sich hierbei “;-)” um ein zwinkerndes Gesicht handelt und nicht — zumindest nicht nur — um Semikolon, Bindestrich und Klammer, dürfte heute tatsächlich jedem 10-jährigen Knirps bekannt sein. Diese Emoticons, die explizit versuchen bei der Kommunikation in unserer sachlich-technischen Welt den Ausdruck von Gefühlen zu ermöglichen, sind doch ein wunderbares Zitat für eine Einrichtung wie die Kirche.

    Mein Urteil würde daher ganz anders ausfallen: Das Logo ist radikal einfach, nutzt geradezu genial bestehende Elemente und hat das Zeug zu polarisieren. Was kann man sich von einem Signet mehr wünschen.

    Besten Gruß,
    Lucas von Gwinner

  2. Spießer Alfons am 17. Dezember 2007 um 11:40 Uhr

    @ Lucas

    Ich sage nur: Fielmann. Dort gibt es Brillen. Und wenn Du durch eine solche guckst, dann erkennst Du auf der Homepage der Agentur das + zwischen “planning” und “advertising”. Zum einen.

    Zum anderen: Auch ein Pups ist “genial einfach” und trotzdem noch lange nicht einfach genial, wenn Du weißt, was ich meine.

  3. Lucas von Gwinner am 17. Dezember 2007 um 12:17 Uhr

    Okayokay, bin schon wieder geläutert. Das “+” steht tatsächlich da. Im Seitentitel ist es aber ein “&”. Was nicht wirklich für die Konsequenz dieser Werber spricht. Und das setzt sich leider auch fort:

    Das Zeichen halte ich nach wie vor für genial, die weitere Umsetzung ist bei näherer Betrachtung allerdings ein Trauerspiel (Soeben auch auf meinem Blog http://www.vongwinner.de zerpflückt). Das wäre mal ein wahrlich guter Anlass zu rumspießern gewesen.

  4. Bohne am 17. Dezember 2007 um 14:42 Uhr

    Kreuz und Segel? Ich hatte gedacht, es wäre das neue Verkehrszeichen für: nach Kreuzung = Sackgasse rechts!

    Wie man sich doch täuschen kann! Aber die Kreuzritter der Agentur, das scheinen wahre Raubritter zu sein, wenn sie dafür auch noch Geld verlangt haben!!!

  5. Wolfgang Lünenbürger am 17. Dezember 2007 um 15:57 Uhr

    Mich ärgert an dem + ja vor allem, dass es das christliche Kreuz durch ein paganes ersetzt. Wirklich nicht gelungen. Manueller Trackback: http://luebue.blogspot.com/200.....t-nix.html

  6. Spießer Alfons am 17. Dezember 2007 um 16:14 Uhr

    @ Wolfgang Lünenbürger

    He – Sie bestätigen exakt das, was ich geschrieben habe, und meinen, ich hätte mir das “allzu leicht gemacht”! Das Gegenteil ist richtig: Ich habe mich sehr schwer getan damit, schließlich sollte ich als Christ loyal zu meiner Kirche stehen.

    Frage: Was habe ich anderes geschrieben mit meinem “Aufgespieße” als Sie mir nun bestätigen…? Vielleicht die Sache mit dem Islam…? ;)

  7. Dierk am 17. Dezember 2007 um 18:01 Uhr

    1. Was, genau, war an dem alten Logo nicht in Ordnung, dass die NEK ihren Anteil der Kirchensteuer für ein neues ver[sch]wendet?

    2. Ein Symbol,, dass erklärt werden muss, verfehlt sein Ziel – außer bei Werbern und metapherngeilen Literaturstudenten. Zum mitschreiben: Symbole vereinfachen Verständnis und Begriffsgeschwindigkeit, zumindest sollen sie das.

    Ach ja, ich habe noch nie eine Klammer direkt vor oder nach einem Rechenzeichen gesehen, nicht in der Mathematik, nicht in Logik und Metalogik, nicht in der Physik. Und wirklich kommunikativ sind Satzzeichen an sich auch nicht …

  8. Spießer Alfons am 17. Dezember 2007 um 18:11 Uhr

    @ Dierk

    Die Klammer schließt etwas ein. Also schließt die Kirche — symbolisiert durch das Kreuz — sich selber ein, sprich: ein Plus an neuen Mitgliedern aus.*)

    *) Ist doch gar nicht so schwer zu verstehen, oder…?

  9. Pixel am 17. Dezember 2007 um 18:12 Uhr

    Das ist doch alles eine große Verschwörung, sag ich Euch!

    Denn, Recherchen unter Einsatz von Leib und Leben haben herausgefunden, dass zu den offiziellen Emoticons folgendes gehört:

    +-:-)

    Und dieses zeigt, wie in Internetfachkreisen weithin bekannt, na, genau, den lachenden Papst!

    +) ist also einfach die Abkürzung dafür.

    Das bedeutet, dass unter dem Deckmantel der protestantischen Lehrverbreitung doch katholisches Gedankengut schlummert.

    Ich wette, die besagte Agentur wird über dunkle Kanäle aus dem Vatikan finanziert!
    Und bereitet mit solchen und anderen Signets langsam aber sicher den Weg für das apokalyptische Wiedererstarken des Opius Dei.

    Die evangelische Kirche bestreitet natürlich alles.
    Und der Papst samt Schweizer Garde weiß natürlich auch von nichts!

    Aber davon werde ich mich nicht abschrecken lassen.
    Auch nicht durch diese Herren in dunklen Anzügen mit ihren schwarzen Krawatten und unauffälligen Sonnenbrillen.

    Ich werde weiter recherchieren – bis die Wahrheit ans Licht kommt!

  10. Spießer Alfons am 17. Dezember 2007 um 18:30 Uhr

    @ Pixel

    Das klingt zwar ziemlich verpixelt, aber Du könntest Recht haben. Vielleicht steckt auch die Frau des Papstes dahinter, also die Päpstin. Dann allerdings hätte das Logo wohl so: +B ausgesehen.
    Immer diese Ungewissheit! Mein guter Rat: Sei vorsichtig bei weiteren Recherchen – die Inquisition lauert überall! :(

  11. Sascha Stoltenow am 17. Dezember 2007 um 18:51 Uhr

    Ich finde das Schiff auch besser, wobei die beiden hinteren Segel ein bisschen nach Ku-Klux-Klan aussehen ;-) . Vermutlich ist es so, dass sich dort eine Schicksalsgemeinschaft zwischen zwei Gruppen gebildet hat, die keine Antworten mehr auf relevante Fragen haben: Kirche und Werber. Nachdem sich die strategische Ausrichtung der Evangelen mittlerweile auch nur noch hinter Berater-Geschwurbel versteckt, ist es wahrlich kein Wunder, das diese geistige Leere sich nun auch in einem Logo wiederfindet.

  12. Miethirn am 17. Dezember 2007 um 20:34 Uhr

    erst kürzlich forderte ich an dieser stelle ein entschiedenes vorgehen des spiessers gegen die allenthalben um sich greifende emoticon-pest. nun tut er es, mäht aber zu meinem verdruss eine schön gesehene idee nieder. dabei ist kein schäferhund weit und breit zu sehen.

  13. Spießer Alfons am 17. Dezember 2007 um 21:12 Uhr

    @Â Miethirn

    “Wahrlich, wahrlich, ich sage Euch: Wer das in eine Klammer gesetzte Kreuz als schöne Idee empfindet, der kommt auf den Schäferhund!”

    Prophet Alfons, Kap. 5, Vers 6

  14. G! am 17. Dezember 2007 um 22:29 Uhr

    Christlich, maritim und Emoticon-Logo?

  15. G! am 17. Dezember 2007 um 22:31 Uhr
  16. G! am 17. Dezember 2007 um 22:34 Uhr

    Schön, jetzt wollte ich ‘nen Emoticon-Fisch posten.
    Geht aber nicht. Die vielen Klammern und Symbole zerhacken wohl das Kommentarfeld. Na ja, sorry, der Spaß ist jetzt eh abgesoffen.

  17. Miethirn am 18. Dezember 2007 um 10:55 Uhr

    a propos entschiedenes vorgehen: wann lesen wir hier denn mal eine stilkritik der unsäglichen seitenbacher funkspots?

  18. Vroni am 18. Dezember 2007 um 12:44 Uhr

    Ich bin ja schon froh, wenn hinter einem Logo-Relaunch wenigstens irgend_eine Idee im neuen Logo steckt.
    Das meiste ist relativ sinnfrei, ideenlos, formal nett, oft viel zu vorsichtig, meist zu kompliziert, fast immer belanglos. Am schlimmsten habe ich gelitten bei dem “neuen” Logo der Grünen.

    Wenn ich das alles Revue passieren lasse, ist das Logo dieser Kirche nachgerade revolutionär. Einziger Punkt ist das gleichschenklige Kreuz. Das ist in der Tat pagan (heidnischen Ursprungs).

  19. Spießer Alfons am 18. Dezember 2007 um 13:20 Uhr

    @ Vroni

    Man kann ja schon froh sein, dass dieses heidnische Kreuz keine Haken hat…!

  20. pittepatt am 18. Dezember 2007 um 18:56 Uhr

    “Opius Dei” ist etwas verpixelt, scheint mir. Aber über den Lenin/Marx-Spruch “Religion ist Opium für das Volk” kannste mit Leuten von “Opus Dei” sicher lange streiten.

  21. Wolfgang Lünenbürger am 19. Dezember 2007 um 12:48 Uhr

    @Spießer: hmm, ja, hab mich zu dem “zu leicht” durch den Kommetar verleiten lassen, dem ich zustimme. Beim nochmaligen Lesen sage ich: Ich sehe an anderer Stelle die Hauptprobleme (pagane Symbolik, geschmäcklerische Ästhetik), aber nehme die Bewertung “zu leicht” zurück… :-)

  22. Kopfschmerzen am 23. Dezember 2007 um 09:41 Uhr

    Naja, das Logo mit dem Schiff erinnert ja auch eher an die Kreuzzüge oder die spanische Armada, warum dann nicht ein 90er ‘Emoticon’ für dutzende tausend euro verkaufen …

    k

  23. Peter am 5. Januar 2008 um 17:06 Uhr

    Weiß jemand, was die Agentur für dieses “Design” kassiert hat?

  24. propheteusdecklinochmal am 3. November 2008 um 23:08 Uhr

    Hi there

    Also eigentlich bin ich der Meinung, dass keine derlei aufgespiessten verlagerungsdateien von irgendwelchen Pixelfehlern sich auf eine Seite verirren sollte, welche gar nicht
    existieren dürfte. Das sind verschleissbotschaften, eigentlich und nicht aufschreibmüll.

    Nâbend

    Thomas der er alles blut nicht über sich ergiessen möchten würde. Und jetzt fucked up und schliesst das Teil zu.

    Früher gab es Virus für den Kack, also lasst doch die billigen Sexsites zu machen und verarscht konkret, sonst häng ich da
    mal einen automat rein.

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