Spießer Alfons: e.on mit Scheinheiligenschein
Um sein schlechtes Image aufzubessern, schickt der Teufel immer wieder gern seine Großmutter in Pressekonferenzen. Weshalb man auch von diabolischer Pferdefuß-Retorik — kurz: PR — spricht!
Wie ehrlich ist ein Tankstellenpächter, der seinen Kunden empfiehlt, sie sollen das Auto öfter mal stehen lassen, um Benzin zu sparen?
Wie ehrlich ist ein Schuhmacher, der seinen Kunden empfiehlt, häufiger mit dem Auto zu fahren, um die Schuhe zu schonen?
Wie ehrlich ist ein Fischverkäufer, der seinen Kunden empfiehlt, mehr Fleisch zu essen, damit die Fischbestände keinen Schaden nehmen?
Wie ehrlich ist ein Zahnarzt, der den Kindern erzählt, dass sie weniger Süßes essen, damit die Zähne davon nicht kaputt gehen…?
Wenn Ihr Spießer Alfons fragt: Alle vier hoffen insgeheim, dass ihre Kunden nicht auf den Rat hören, sondern so verfahren wie bisher. Denn würden Autofahrer weniger fahren, wäre das schlecht für die Tankstellen; würden sie mehr fahren, wäre das schlecht für den Schuhmacher. Auch der Fischverkäufer würde über mangelnden Umsatz klagen. Und würden die Zähne der Kinder keine Karies bekommen, wäre es schlecht bestellt um die Zukunft der Zahnärzte, die sich an kranken Zähnen gesunden.
Logisch, oder…?
Wenn e.on hingegen fürs Energiesparen wirbt — siehe Anzeige! — dann ist das ehrlich. Weil e.on dann zwar weniger Strom verkauft — aber alle anderen Anbieter ebenfalls. Und was die dann in Euro weniger umsetzen, schlagen sie auf ihre Preise drauf. Schließlich müssen diejenigen, die weniger Str
om verbrauchen, schon immer mehr zahlen fürs Kilowatt als Großabnehmer. So gesehen klingt die e.on-Werbung wie der Wolf, der Kreide gefressen hat. Weil die Werbeworte genauso einen Pferdefuß haben wie der Beelzebub, der sich hinter seiner Großmutter versteckt. Stimmt’s? Oder hat Alfons Recht…?
In der e.on-Werbung fragt überdies ein Kind den Anzeigenleser, ob es richtig ist, was sein Papa sagt. Und das kleine Mädchen hält sein Sparschwein im Arm — warum eigentlich? Bekommt es vom Papa das Geld, das dieser beim Stromsparen spart, ins Sparschwein gesteckt…?













das ist recht zynisch und einspurig gedacht. meinen sie nicht, verehrter spießer?
zugegeben – eon hat mist gemacht und wiederspricht sich gewaltig. das sieht ein blinder mit ´nem lichtschalter. doch diesen fehler gleich zum schlagstock gegen die pr einzusetzen, ist unprofessionell: ohne die disziplin gäbe es SIE, verehrter spießer, ebenso wenig wie meinen arbeitgeber.
also lieber gang zurück und als weiser mensch wissen, was eon falsch macht/gemacht hat und grinsen.
cheers
@ kinski
Mann, o Mann, was seid Ihr PR-Menschen doch für Sensibelchen! Kaum bringe ich mal etwas Ironie in Eure Profession, schon ist das “unprofessionell”. Junge, ich bin ein Unprofessioneller
Und meine Meinung ist genauso überheblich wie unmaßgeblich. Steht jedenfalls im Vorwort zu meiner HORIZONT-Kolumne.
Wir sind gar nicht sensibel, also ich zumindest nicht. Vor allem aber ist das da oben Werbung und Mist. Das ist nicht immer gleich, aber immer öfter. Bei den Stromern passt es auf jeden Fall hervorragend ins Scheinheiligenbildchen. Nämlich das mit den Kindern und den Tieren, die ja immer gehen. Weshalb sich e.off ja auch fördernd hinter den 35 Millionen Euro Malwettbewerb von “Du bist doof” gestellt hat. Statt der Art Directricen durften da Kinder malen, auf dass potentielle Eltern Lust auf Nachwuchs bekommen. Ist das schon ein wegweisender Stilbruch? Schließlich zeigen uns die Werber in der Regel andere Bilder, wenn wir auf etwas Lust bekommen sollen.
Lieber Spießer, hast zwar vollkommen recht, aber die von Dir aufgezählten Beispiele anderer Branchen/Professionen sagen eigentlich schon was ich sagen will: ein jeder Geschäftstreibender versucht numal so gut wie möglich zu überleben und dabei trotzdem nicht als Gierbeutel dazustehen. Allgemein bekannt und durch alle Branchen hinweg praktiziert, ein alter Hut, also warum überhaupt immer wieder ausschweifende Artikel über E.ON und Co.?
Autoherstersteller predigen Öko und bauen 2,5-Tonner-8-Zylinder-Panzer. Die Kunden wollens so. Werber – ja, die eigene Nase – predigen mehr Kreativität und wenns Durchschnitt wird ist der Kunde Schuld (oder der Berater
. Richard Branson kauft sich durch die Blume die Rechte für den CO2 Ausstoß seiner eigenen Airline unter dem Deckmantel der Investition in Klimaschutz. Diese Liste ist auch bei Kilometer 800.000 noch nicht zu Ende.
Nur mal so. Jetzt ist stille Zeit. Frohe Weihnachten!
Tja, die Werbung. Die einzelne Werbung, die mich gerührt hat war die Antiwerbung der Firma Dove…
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