Spießer Alfons: Zebrafell als Zebrastreifen — zum Schlapplachen!
Etwas Fürchterliches ist passiert, liebe Freunde der Werbung! Ein Zebra wurde überfahren. Mitten in der Stadt.
Am Steuer des Autos saß ein Verkehrsrowdy Kreativer von DDB, der den CrossGolf „ein bisschen wilder“ gefahren hat als es die Verkehrsregeln erlauben. So kam es, wie wir es sehen im Bilde der Reklame: Platt war das Zebra, liegt auf der Straße wie ein Teppich und soll nach dem Willen der Werbegestalter einen Zebrastreifen darstellen — siehe die Annonce!
Was wollen uns die Werber damit sagen…? Wenn jemand den Spießer fragt, dann erklärt Alfons: Dem armen Zebra wurde das Fell über die Ohren gezogen, damit die Anzeige witzig sein Werbewirkung erzielen soll. Zebrafell als Zebra-Streifen — gelle, darauf wäre kein vernünftiger nicht kreativer Mensch gekommen!? Und deshalb werden die einfältigen einfallsreichen Macher ihr tierisches Werk einreichen bei den einschlägigen Werbewettbewerben und Lametta eine Auszeichnung für diesen einmaligen Ausfall Einfall bekommen.
Freilich, wäre es ein Hund gewesen, den die Werber plattgemacht hätten, dann wäre das Geschrei groß gewesen. Aber ein Zebra? Wieso läuft denn ein Zebra frei in der Stadt herum…?!?
Wo das Auto, der CrossGolf, abgeblieben ist, wollt Ihr wissen? Nun, das Fahrzeug wurde natürlich sofort von den Bullen Polizeibeamten sichergestellt, damit der Fahrer nicht auch noch einen Streifenbeamten eine Schildkröte überrollt, um zu demonstrieren, dass der wilde CrossGolf jedem Panzer standhält. Und Amir Kassai der Fahrer des Wagens wurde dazu verdonnert, ein Bußgeld zu zahlen. An den Tierschutzverein.













Alle Jahre wieder: Der Einsendeschluss des ADC naht und man sieht wo man hinschaut Arbeiten, die in den ersten 51 Wochen des Jahres nicht zu sehen waren oder auch wohl kaum mit echten Budgets geschaltet wurden.
Als Verantwortlicher ML bei VW würde ich die Schaltkosten einfach vom Agenturhonorar abziehen.
Aber wer erinnert sich nicht gerne an Mercedes Cabrio-Spot/Sound des Sommers und deren 2x geschalteten Film am 31.12., morgens gegen 6 Uhr auf n-tv…
Das Schöne daran: Man kann auf dem ADC-Zettel gleich “mehrmals geschaltet” ankreuzen
Ist das nicht nett vom Spießer? Kaum ist das Jahr 2 Tage alt, setzen wir die alte Diskussion um Erlkönige, Prototypen, Studien & Co. wieder fort. Diesmal am Zebrastreifen.
Der Unterschied: Sound des Sommers war sensationell, der Zebrastreifen leider – meine subjektive Meinung – nicht.
Frohes Neues!
Was zur Hecke ist der Crossgolf?
Wir lernen (= auf volkswagen.com steht:)
[Denn aus der Anzeige lernen wir nix, außer die Aufforderung zum plattmachen.]
“Vorliebe für das Außergewöhnliche
Der CrossGolf besticht durch die gelungene Mischung aus kompaktem Sport Utility Vehicle (SUV) und Multi Purpose Vehicle (MPV) und schlägt so die Brücke zwischen Geländewagen und Van. Besondere Kennzeichen: die erhöhte Sitzposition sowie das Schlechtwegefahrwerk mit erhöhter Bodenfreiheit.”
Aha, Schlechtwegefahrwerk.
Berechtigte Rückfrage des überfahrenen Zebras: Was hat so ein Pseudo-Angeberbrummer mit bekannt passantenaufgabelnden Stoßstangen in der Stadt zu suchen?
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Selbstredend hat die Anzeige im AD(a)C auch nix zu suchen, da da Aufforderung zur Gewalt und Kreativität nur mittelmäßig. Wurstegal, wie oft das Ding geschaltet wurde.
Disclosure: Mir ist eigentlich der ADC egal. Was in meinen Augen ein widerliches Unding ist, ist die Anzeige von Volkswagen selber.
Disclosure 2:
Alles wird von Staats wegen reglementiert, das Zigarettenrauchen wird verboten, gläsern wird der online-Rechner des Bürgers, aber Gewaltaufforderungen per Werbung – kein Staatshahn kräht danach. Nicht dass ich noch mehr Reglementierung wünsche, aber die leichte Einseitigkeit fällt langsam auf.
@ Koenich.Johann: “Sound des Sommers war sensationell”? Ja, sensationell gut geklaut, ach nee, das heißt ja heutzutage “inspiriert”. Und zwar u.a. hiervon (Saatchi & Saatchi New Directors’ Showcase 2004): http://www.heresanidea.com/hai.....#038;id=17
Gab es außerdem auch in Film für ein britisches Tonstudio (noch wesentlich ähnlicher) und in Print für eine russische (?) Vodka-Marke. Alles ein ganzes Stückchen früher als den Mercedes-Fake-Film, und damals ganz und gar nicht unbekannt in der Branche.
Völlig elitär-dekadente Werbung für die abgehobene Bildungselite mit einem IQ von über 160, mindestens drei abgeschlossenen Auslandsstudien und geisteswissenschaftlich-atomphysikalischem Hintergrund.
Und auch die werden diesen verflixt schwierigen Transfer nicht alle schaffen, da bin ich mir ziemlich sicher!
Da ich zum Glück mit einem überdimensionalen IQ, unzähligen abgeschlossenen Doktortiteln und dazu noch mit allen wichtigsten Werbepreisen der ganzen Welt mehrfach ausgezeichnet bin, aber immer schön bescheiden geblieben bin, quasi auf dem Zebrateppich, werde ich Euch das mal erklären:
Das Fell legt man sich in die Wohnung. In der Regel vor den Kamin.
Damit kennzeichnet das Zebrafell, das in Wahrheit ein gebleichtes Tigerfell ist, die Straße, bzw. die Stadt als das Wohnzimmer des VW-Fahrers.
Und die Zebrastreifen-Schilder warnen städtische Zebras davor, nicht über den Kopf – siehe Dinner for one – des Tigerfells zu stürzen.
Und den VW-Fahrer warnen die Schilder vor stürzenden Zebras, die die Schilder nicht gesehen haben und dann genauso platt daliegen, wie das gebleichte Tigerfell.
So einfach ist das.
Und da es so einfach ist, ist es auch einfach genial.
Und damit – ergo summa summarum – Nagel verdächtig.
Danke für den Applaus. Ich gehe jetzt Zebras plattfahren…
Bemerkenswert finde ich übrigens, dass auch das hintere Schild(also jenes, welches eigentlich dem Gegenverkehr zugewand sein sollte) so da steht, dass die Abbildung zu sehen ist. Wohl ganz gemäss dem Motto «Doppelt hält besser».
@ Nachgefragt
Du hast Recht: doppelt hält besser! Das zweite Schild ist für dumme Autofahrer, die nach dem Überfahren des Zebrafells nicht begriffen haben, dass es ein Zebrastreiben sein soll!