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Laut intonieren: “Sexy”

8. Januar 2008
von

Ich drück es mal so aus: Sexyyyy, sabber, sabber, lechz. Klar, soweit ? – und als MAD-Leser geoutet. Aber nun die Krawatte wieder gerade gerückt und zurück zum Fachlichen. In seinem vorgerückten Alter muss der Spießer naturgemäß über kuschelige Dinge wie Eisbären schreiben. Hier geht es aber zur Abendstunde um Männerthemen: Sex in der Werbung. Wenn auch nicht um so gänzlich unsägliche Dinge wie Bodenspiegel (angesichts kurzberockter weiblicher Gäste) als “witzige” Event-Idee bei einem “FHM”-Event. Brrrrrr.

Hier nun kommt stattdessen die kreative Hochkultur. Aber sowas von. Dafür garantiert das Testimonial Gisele Bundchen, die man wahrscheinlich in Großbuchstaben aussprechen muss, sowie der Super-Duper-Kreative Washington Olivetto (Agenturmenschen, die ihn nicht kennen: Beruf wechseln) .

Jedenfalls hat der eine Prinantzeige für die Sandalen-Linie der Dame entwickelt. Das Motiv, ein kleidsames Nichts an Wasser, sieht in der Tat fotografisch großartig aus.

Nur, und hier kommen wir zum Kern: Sex sells nicht. Dann mal ehrlich, liebe Männer, wer erinnert sich noch nach einer hundertstel Sekunde (länger denken wir, wenn überhaupt, in solchen Momenten nicht) daran, dass es a) um Sandalen geht, b) um eine Schuhmarke geht und c) eben nicht ein Duschkopf von Grohe beworben wird.

Und jetzt komme mit kein Schlaumeier mit Zielgruppe Frauen: Frauen dürften die Dame hassen. Zickenneid und so. Sie können nicht der Adressat der Kampagne sein. Wenn überhaupt kaufen Männer die Sandalen, um ihre Frauen mit einem Hauch von Gisele Bundchen zu “versohlen”.

sexy.jpg

via: scottgoodsonswritings

 

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Kommentare zu “ Laut intonieren: “Sexy” ”

  1. Vroni am 9. Januar 2008 um 01:18 Uhr

    “Frauen dürften die Dame hassen. Zickenneid und so. ”

    Das isteine europäische (und männliche) Haltung.

    Man bedenke, dass das eine Anzeige do Brazil ist. Brasilianische Frauen zeigen gern ihren Körper, lieben knappe Stoffe. Das Anziehen selber hat dort kaum mit Zickenkrieg zu tun. Meine Nachfahrin war grad erst wieder drüben, und als sie sich für die Party fertigmachten und sie sich ein bequem-schlabbriges Teil aussuchte, wurde sie von den brasilianischen Freundinnen als Kauz belacht und man schaffte ihr ein sexy something herbei.

    Andere Länder, andere Sitten.

  2. Spießer Alfons am 9. Januar 2008 um 10:02 Uhr

    Mein lieber Olaf -

    ich darf Dich freundlich darauf hinweisen, dass es in meiner morgigen Kolumne in HORIZONT um Sex geht, und zwar hardcoremäßig. Das nur mal so erwähnt auf Deine Bemerkung mit den kuscheligen Eisbären…! ;)

    PS: Die Anzeige mit dem Duschmädchen ist übrigens Titelseite auf dem aktuellen Lürzer’s Archiv! Und ich habe mir die Sandalen schon gekauft!

  3. Pixel am 9. Januar 2008 um 10:37 Uhr

    Ach, wenn es doch so einfach wäre, zu wissen, was wirklich Kaufanreize weckt.

    Weckt ein Mann mit Waschbrettbauch bei Männern Neid und Hass, weil man selbst nur ein dickes Onepack hat – oder weckt er den Wunsch, genauso zu sein?

    Das gleiche sollte doch für Frauen gelten, oder?
    Also: Giselle sieht sexy aus, deshalb wird Frau entweder zickig, weil selbst nicht so hübsch – oder zittrig und will sofort was auch immer, um genauso zu sein.

    Jetzt bitte ich die Psychologen, mir zu sagen welche Denkweise jeweils stimmt.

    Weil, wäre ja fatal, wenn man das nicht wüsste.

    Wie sollte man denn sonst bitteschön zielgruppengerechte und kaufanreizende Werbung machen?

    Oder muss man am Ende Werbung auf gut Glück machen – und hoffen, dass sich die Sachen schon irgendwie verkaufen?
    ;-)

  4. Spießer Alfons am 9. Januar 2008 um 10:46 Uhr

    @ Pixel

    Dafür gibt es doch schließlich die Marktforschung! Vorgestern hat mich da so ein Institut telefonisch gefragt. Thema: Programmzeitschriften. Und 50 % von dem, was ich geantwortet habe – speziell auch zu meiner Person und meinem Haushalt – war gelogen, sprich: falsch! Und da meine Angaben hochgerechnet werden, ist die Fehlerquote erheblich. Der Verlag kann die Untersuchung also wegwerfen ;) !

    By the way: Ich bezweifle auch, dass die vielgelobte Dove-Werbung so gut ankommt, wie die Absender verkünden. Im Test freilich, da wird sie viel Lob bekommen. Aus dem Kopf der Frauen. Aber der Bauch einer Frau sagt sehr viel mehr…!

  5. Zeth am 9. Januar 2008 um 10:52 Uhr

    Als wenn sexy Werbung jemals in der Geschichte der Menschheit schon mal jemanden zu einem unüberlegten Einkauf gebracht hätte, tsst, albern.
    Raubt mir also nicht mit sinnlosen Postings die Zeit, ich muß gucken wie ich die 20 Schuhkartons mit Sandalen verstaut kriege bevor ich zum Saturn fahre um ne neue Waschmaschine zu kaufen. Hoffentlich ist die nette Verkäuferin aus der TV-Werbung heute mal da, so langsam wird eng im Waschmaschinenlager…

  6. Vroni am 9. Januar 2008 um 11:55 Uhr

    @ pixel

    “Ach, wenn es doch so einfach wäre, zu wissen, was wirklich Kaufanreize weckt.”

    Ja, es ist tra_gisch.

    Ja, natürlich gibt es Zielgruppen- und Marktstudien zuhäufst. Und dann doch immer wieder diese Gender-Fehleinschätzungen, ts.

    In dem hier besprochenen Fall wäre mein Rat, dass Frauenansprache in manchen Fällen besser von Frauen konzipiert werden sollte. Siehe manche Hornbach-Anzeigen. (Nur, wo sind sie, diese super druffenen und starmäßigen weiblichen Art Direktoren und Konzepter, wo sind sie nur…, immer diese männlichen Stars mit ihren Luftnummern, ts).

    Warum besser von Frauen?
    Nuja, wenn ich diese männlichen chauvinistischen Einlassungen hier höre, wo wahlweise vom Zickenkrieg (Lieblingsvorstellung) gefaselt und dann wieder luschtig rumgeschwult wird (obwohl mir der nach meinem ersten Posting hier klar widerlegt scheint, da andere Kultur, schient nur niemanden zu interessieren. So geht es Frauen sicher auch oft in den Kreativ-Meetings der Agenturen, ne, sagt nix, ich kenn’ das männliche Schwafelsyndrom… ), scheint mir, dass ein wirkliches Hineindenken in Frauen, die Schuhe lieben (oder andere weibliche Must Haves), von Männern nie stattfinden kann. *g*

    Zumindest in diesem Leben nicht mehr. :-D
    Aber man soll nie aufhören zu hoffen, bis dahin machen da besser die Frauen. (Man sagt ja immer: der Kreative soll in den Schuhen der Zielgruppe gehen, ha … Männers knöcheln da nur leider um *g*.)

    Last not least: Ich finde die Anzeige gut.

    Super Kreativ-Idee mit dem Wasserkleid. Die Glamour-Mode der Starlets IST derzeit eben auch so: Durchsichtiges, das mehr zeigt als verdeckt, mit Trägern, von denen man nicht weiß, wie sie halten sollen oder ob sie überhaupt diese Aufgabe haben *g*…) Und wie die Mode, so der Schuh, wieso kann man diese Anzeige als Frau nicht verstehen, kapier ich nicht. (Dass Männer sie nicht verstehen, sondern ihre Frontalstirnlappen rumphantasieren lassen, kommt hier im Blog ja prächtigst raus, qed). Klar wie Kloßbrüh, wie der Franke sagt. Noch irgendwelche Fragen?
    Und off :-D

  7. werberocker am 9. Januar 2008 um 15:46 Uhr

    Die Anzeige ist genau so überflüssig, wie eine weitere Sandalen-, Flip-Flop oder Puschen-Linie von irgendeinem Model, einer Schauspielerin oder sonstiger C- Prominenz. Sorry — aber Models sind für mich laufende Kleiderstangen. Irgendwann werden sie dann zu fett, zu alt oder können die ganzen Drogen nicht mehr ab und müssen sich eine neue Bühne suchen. Und hier sind das halt Sommerlatschen. Hat unser täglich Heidi mit den Birkenstocks ja auch schon mal versucht und soweit ich mich erinnern kann war das auch ein sagenhafter Erfolg.

    Und natürlich sind Frauen die Zielgruppe, weil Männer in den Teilen einfach noch schlimmer aussehen als ohne. Aber Frauen werden sich wohl kaum zum Kauf hinreißen lassen, nur weil ein Model sich mit einem selbstgemachten oder „ich-tu-mal-so-als-ob“ Design von ein paar Dünntretern versucht. Die Teile haben doch keinen Neid-Faktor und würden jeder Freundin, Rivalin, Bekannten oder sonstigen Feindin ein müdes Arschrunzeln entlocken. Oder?

  8. OlafKolbrueck am 9. Januar 2008 um 20:06 Uhr

    @vroni: Gender-Units? Keine schlechte Idee. Bedeutet das im Umkehrschluss aber auch, dass die ganze unsägliche langweilige Kosmetikwerbung von lobotimierten Männern gemacht wird?

  9. Vroni am 10. Januar 2008 um 01:41 Uhr

    Lobotomie gibt es seit den Siebzigern nicht mehr :-)

    ______________________
    L’Oreal ist entstanden zur Herstellung von Haartinkturen. Männerkram, DIE nicken diese seltsamen Anzeigenkampagnen ab. Und suchen grad wieder Männer zum Einstellen:
    http://www.tu-chemnitz.de/phil.....oreal2.jpg *g*

    Bis heute ist nur eine einzige Frau im Vorstand. Die ist wahrscheinlich der einzige echte Mann da drin in dem Friseurhaufen.

    In Norwegen geht sowas ab 1. Jänner auch nicht mehr:
    http://www.svz.de/mecklenburg-.....esung.html

  10. STU am 14. Januar 2008 um 15:10 Uhr

    Das Wasser um ihre Brüste ist für meinen Geschmack zu photoshoppig geraten.
    Wollte ich nur mal sagen.

  11. Vroni am 15. Januar 2008 um 16:58 Uhr

    STU,
    so genau wie du hab ich jetzt nicht auf die Brüste geguckt.
    :-)

ivw