DLD: Der Jackpot der Social Networks
Matt Cohler Vize-Präsident von Facebook, findet einen Kauf anderer Netzwerke wie StudiVZ zum gegenwärtigen Zeitpunkt zwar spekulativ aber möglich. Erst einmal aber soll die Übersetzung der Plattform die Expansion vorantreiben. Trotzdem werde ich beim ersten Montags-Panel der DLD-Conferencevon Burda das Gefühl nicht los, dass nicht nur Cohler smart ist, sondern auch den smartesten Ansatz verfolgt.
Aber bange machen lässt sich keiner der anwesenden Community-Könige und eine Königin. Auch wenn Xing-Chef Lars Hinrichs in diesem Jahr mehr Übernahmen als in 2007 erwartet. Er meint wohl kleinere Netzwerke. Die Zukunft des eigenen Netzwerks sieht durchweg optimistisch. 20 Millionen Euro Net Revenue sollen wohl für das Geschäftsjahr herauskommen. Und auch die Werbung bei Xing laufe nur „perfekt“.
Doch auch für Xing mit seinen 5 Millionen Mitgliedern könnte es enger werden. Denn auch Reid Hoffman, CEO der Community LinkedIn, will weiter in den europäischen Markt. 18 Millionen Nutzer weltweit loggen sich dort ein, in Europa sind es gerade einmal 5 Millionen. Das ist also noch Luft nach oben. Auch für den Revenue. Ziel für 2008: 100 Millionen Dollar.
Optimismus den die Bebo-Chefin Joanna Shields teilen dürfte. Sie sieht zumindest in Großbritannien die Internetwerbung bis Ende 2009 am TV vorbeiziehen.
Und Platz für mehrere Communities nebeneinander. Sagt zumindest Shields, Präsidentin der insbesondere in Großbritannien starken Community (40 Millionen Nutzer insgesamt): „Es wird keinen Gewinner geben.“ Grund: die Netzwerke würden unterschiedliche soziale und kulturelle Ansprüche bedienen. Kein Jackpot also für einen alleine?
Dumm nur für alle anderen, dass auch gerade hierbei Facebook Punkte machen will. Mit Hilfe der Nutzer, die ja nicht nur seit Freitag im closed-Beta-Modus an der Übersetzung (Deutsch, Französisch, Spanisch) arbeiten. Cohler erhofft sich auch, dass die Nutzer Applikationen entwickeln, die nur regionale und vielleicht sogar lokale Relevanz haben. Applikationen für Münchner beispielsweise. Mit solcherlei Tools für die Community überschwemmt Facebook ohnehin schon das Netzwerk. Die Zahl der Applikationen ist fünfstellig.
Und eben das könnte am Ende der smarte Vorteil sein. Die User stricken sich ihre eierlegende Wollmilchsau selbst.
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Dass Cohler auf dem Podium die beste Figur gemacht hat – sehe ich auch so. Dass Facebook an den anderen vorbei ziehen wird? Nicht mehr. Denn zum einen ist MySpace weiterhin viel größer und hat weiterhin ziemliche Zuwachsraten, und zum anderen leuchtet mir sehr ein, dass es für unterschiedliche (kulturelle, räumliche, demographische) Interessen unterschiedliche Netze geben kann und wird.
Wenn ich kaum noch Schüler über 13 kenne, die nicht bei bei SchülerVZ sind (was ich nie gedacht hätte vorher und auch nicht überzeugend finde, immer noch nicht), macht mich das nachdenklich.
Wenn mir Kollegen in UK erzählen, dass Facebook in ihrem Umfeld auf dem absteigenden Ast sei, macht mich das neugierig. Und ich merke dann bei mir und in meinem Umfeld, dass das auch zutrifft: Ich habe applications gelöscht ohne Ende, logge mich nur noch selten ein, nutze überwiegend RSS-Feeds.
Dass der Jackpot an viele gehen wird, finde ich eine Voraussage, die nicht so mutig ist….
Ne, mutig ist das nicht, aber realistisch. Ich glaube auch nicht an one for all. teens in der gleichen Communtiy wie ihre Eltern und Lehrer? Das wäre denen doch ein graus.
Und ich dachte, du meintest, Facebook würde den Jackpot bekommen. Dann sind wir uns ja einig
Wieso? (kursiv zu lesen:) Einer bekommt den jackpot, der rest Spiel 77.Lohnt sich doch auch.